Anleitung · GUIDE 01

Notvorrat in einem Wochenende anlegen

Auf Aktualität geprüft am 30.06.2026

Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung empfiehlt einen Notvorrat für rund eine Woche: mindestens 9 Liter Trinkwasser pro Person sowie haltbare Lebensmittel für etwa sieben Tage. Ergänzend gehören Medikamente, eine batteriebetriebene Lichtquelle, ein FM-Radio, Ersatzbatterien und etwas Bargeld dazu. Den Vorrat regelmässig verbrauchen und ersetzen.

Der Bund empfiehlt jedem Haushalt einen Notvorrat: Lebensmittel für rund eine Woche und 9 Liter Wasser pro Person (drei Tage à 3 Liter). Das Prinzip «kluger Rat – Notvorrat»: nur kaufen, was ihr ohnehin esst, und den Vorrat im Alltag laufend verbrauchen und ersetzen.

Warum brauche ich einen Notvorrat?

Ein Notvorrat überbrückt die ersten Tage, wenn Läden geschlossen sind, die Lieferketten stocken oder du das Haus nicht verlassen kannst – etwa bei einem Stromausfall, Unwetter, einem Chemieereignis mit der Anweisung «drinnen bleiben» oder einer Pandemie.

Der Sinn ist nicht der «Hamsterkauf» auf Vorrat, sondern ein lebender Vorrat: Du kaufst Dinge, die du sowieso isst, etwas auf Reserve, und verbrauchst sie im Alltag. So ist nichts verschwendet und alles bleibt frisch.

Wichtig ist die Unterscheidung: Der Notvorrat ist fürs Zuhausebleiben gedacht. Musst du das Haus rasch verlassen, brauchst du zusätzlich ein griffbereites Notgepäck.

Wie lege ich einen Notvorrat Schritt für Schritt an?

  1. Bedarf rechnen: Personen × 7 Tage (plus Haustiere)
  2. Einkaufsliste schreiben – lagerfähig & beliebt
  3. Beim normalen Wocheneinkauf doppelt kaufen statt Hamsterkauf
  4. Kühl, trocken und dunkel lagern
  5. Inventarliste mit Verfalldaten anlegen
  6. Vorrat im Alltag verbrauchen und nachkaufen («First in, first out»)

Richtwerte des Bundes

Die 9 Liter sind Trink- und Kochwasser und decken laut BWL rund drei Tage. Wasser für Hygiene und WC (Brauchwasser) ist darin nicht enthalten und kommt zusätzlich dazu. Als groben Planungswert für die Lebensmittelmenge nennen Kantone und deutsche Stellen rund 2200 Kilokalorien pro erwachsener Person und Tag – das ist ein Richtwert, kein Bundeswert und kein physiologisches Muss; der tatsächliche Bedarf hängt von Alter, Geschlecht, Gewicht und Aktivität ab.

Zum Vergleich: Deutschland empfiehlt einen 10-Tage-Vorrat mit rund 20 Litern Wasser pro Person (2 Liter pro Tag). Weil die Schweizer 9 Liter nur drei Tage und der deutsche Wert zehn Tage abdecken, sind die beiden Zahlen nicht direkt vergleichbar – die Schweiz plant den Vorrat bewusst für rund eine Woche.

  1. 9 L Wasser pro Person als Minimum (drei Tage à 3 Liter)
  2. Lebensmittel für ca. 1 Woche
  3. Dazu: Batterieradio, Taschenlampe, Kerzen, Gaskocher, Bargeld, Hygieneartikel
  4. Rotation statt Wegwerfen: «First in, first out»

Konkrete Material- & Mengenbeispiele

Die folgenden Mengen sind ein bewährtes Beispiel pro Person und Woche – passe sie an eure Ess-Gewohnheiten an. Lagerfähig heisst: ohne Kühlung haltbar und ohne grossen Energieaufwand essbar.

  1. Wasser: mind. 9 L pro Person (z. B. sechs 1,5-L-Flaschen); ungeöffnet jahrelang haltbar
  2. Stärkebeilagen: Teigwaren, Reis, Polenta, Couscous, Knäckebrot – rund 1,5–2 kg
  3. Eiweiss: Konservendosen (Bohnen, Linsen, Thon, Ravioli), Trockenfleisch – mehrere Dosen
  4. Fette & Energie: Öl, Nüsse, Schokolade, Müesli-/Energieriegel
  5. Genuss & Vitamine: Trockenfrüchte, Hartkäse, H-Milch, Kaffee/Tee, Hartkekse
  6. Babys, Allergiker, chronisch Kranke: passende Spezialnahrung und Dauermedikamente extra einplanen
  7. Ausrüstung: Gaskocher mit Reservekartuschen, Dosenöffner (manuell!), Batterie-/Kurbelradio, Taschenlampe, Ersatzbatterien, Kerzen/Feuerzeug, Hygiene- und Erste-Hilfe-Material, Bargeld in kleinen Noten

Erweiterte Checkliste nach Kategorien

Ein vollständiger Notvorrat ist mehr als Lebensmittel. Trägerin der Empfehlung «Kluger Rat – Notvorrat» ist das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL); es rät, in Kategorien zu denken – so vergisst du nichts Wichtiges. Alertswiss, der Informationskanal des Bundesamts für Bevölkerungsschutz (BABS), verbreitet dieselben Tipps. Feste Kilogramm-Mengen nennt der Bund bewusst nicht; nutze stattdessen den Notvorrats-Rechner und richte dich nach eurem tatsächlichen Verbrauch.

  1. Wasser & Getränke: mind. 9 L Trinkwasser pro Person (Sixpack à 1,5 L), dazu haltbare Getränke
  2. Grundnahrung: Reis, Teigwaren, Mehl, Konserven, UHT-Milch, Hartkäse, Trockenfleisch, Schokolade
  3. Spezialbedarf: Babynahrung, Haustierfutter, Dauermedikamente, Elektrolyte/ORS, Allergiker-Produkte
  4. Energie & Licht: Taschenlampe, Kerzen, Feuerzeug, Gaskocher mit Reservekartuschen, Powerbank
  5. Kommunikation: Batterie-/Kurbelradio (UKW/DAB+), Alertswiss-App, Notrufnummern 144/117/118/145/1414
  6. Hygiene: ca. 50 Hygienemasken pro Person, Desinfektionsmittel, WC-Notlösung, Müllsäcke
  7. Dokumente & Geld: Ausweise, Versicherungspolicen, etwas Bargeld in kleinen Noten
  8. Werkzeug & Wärme: manueller Dosenöffner, Multitool, Erste-Hilfe-Material, warme Kleidung und Decken

Welche Notnahrung passt wozu?

Die Basis deines Notvorrats ist der ganz normale Alltagsvorrat: Dinge, die du ohnehin isst, etwas auf Reserve. Für besondere Lagen – ein griffbereites Notgepäck oder sehr lange Lagerung – gibt es spezielle Notnahrung. Die folgende Übersicht hilft bei der Einordnung; Details findest du in der Anleitung «MRE, Notrationen & gefriergetrocknet».

Plane Notnahrung immer zusammen mit Wasser: Notrationsriegel und MRE brauchen kein zusätzliches Wasser, gefriergetrocknete Gerichte hingegen schon.

Vergleich: Notnahrungs-Typen im Überblick
Typ Wasser/Kochen nötig Haltbarkeit Typischer Einsatz
Alltags-Notvorrat (Konserven, Teigwaren, Reis) teils kochen Monate bis Jahre Zuhause – Basis des Wochenvorrats
Notrationsriegel (z. B. NRG-5, Seven Oceans) nein bis ca. 20 Jahre Notgepäck, sofort essbar
MRE (Fertiggericht im Beutel) nein (Wärmebeutel dabei) ca. 3 Jahre bei 27 °C unterwegs, warme Mahlzeit ohne Feuer
Gefriergetrocknet (Tütengericht) ja, (heisses) Wasser bis ca. 25–30 Jahre leichtes Langzeit-/Tourengepäck

Haltbarkeiten sind Eckwerte und hängen stark von der Lagertemperatur ab. Für die Basisvorsorge zu Hause genügt der gut rotierte Alltagsvorrat.

Empfohlene Produkte

Manueller Dosenöffner

Grundausrüstung

Bei Stromausfall ist ein mechanischer Dosenöffner Pflicht – Konserven sind sonst im Notfall kaum zu öffnen.

  • robuste Metallausführung
  • ohne Strom oder Batterie nutzbar
  • griffig auch mit kalten Händen

Batterie- oder Kurbelradio (UKW/DAB+)

Information

Empfängt Behördenmeldungen auch dann, wenn Strom und Mobilfunknetz ausgefallen sind.

  • UKW und DAB+ Empfang
  • Kurbel- oder Solarladung als Reserve
  • optional USB-Ausgang zum Handyladen

Campingkocher mit Reservekartuschen

Zubereitung

Macht Kochen und Wasser-Abkochen unabhängig vom Stromnetz – nur mit guter Lüftung verwenden (Kohlenmonoxid).

  • genügend Reservekartuschen einplanen
  • windstabil
  • standsicher für grössere Töpfe

Häufige Fehler

  1. Vorrat anlegen und vergessen: ohne Rotation laufen Produkte ab – einmal jährlich kontrollieren
  2. Nur Konserven, aber kein manueller Dosenöffner und kein Wasser für die Zubereitung
  3. Gaskocher gehortet, aber keine Reservekartuschen – oder umgekehrt
  4. Lieblingsessen vergessen: ein Vorrat, der nicht schmeckt, wird im Alltag nicht verbraucht
  5. Bargeld vergessen: bei Stromausfall funktionieren Karten und Bancomaten nicht
Notvorrat: Mengen pro Person (BWL)
Kategorie Empfehlung pro Person Reichweite / Hinweis
Trinkwasser mind. 9 Liter (z. B. ein Sixpack à 1,5 L) reicht laut BWL ca. 3 Tage zum Trinken/Kochen
Lebensmittel (haltbar) Vorrat für rund 1 Woche (ca. 7 Tage) regelmässig verbrauchen und ersetzen
Bargeld «etwas Bargeld» (kleine Noten/Münzen) kein amtlicher Frankenbetrag genannt
Haustierfutter Vorrat passend zur Wochenempfehlung vom BWL als Vorratsbestandteil genannt

Schweiz = rund eine Woche, nicht 72 Stunden. 9 Liter Wasser decken ca. 3 Tage; für eine Woche ist zusätzlicher Vorrat oder Aufbereitung nötig.

Häufige Fragen

Wie viel Wasser pro Person braucht der Notvorrat?

Der Bund empfiehlt mindestens 9 Liter Wasser pro Person (drei Tage à 3 Liter) sowie Lebensmittel für rund eine Woche. Den Vorrat im Alltag laufend verbrauchen und ersetzen («First in, first out»).

Was gehört neben Lebensmitteln in den Notvorrat?

9 L Wasser pro Person als Minimum (drei Tage à 3 Liter) · Lebensmittel für ca. 1 Woche · Dazu: Batterieradio, Taschenlampe, Kerzen, Gaskocher, Bargeld, Hygieneartikel · Rotation statt Wegwerfen: «First in, first out»

Wie lange reicht der empfohlene Notvorrat?

Der Bund empfiehlt Lebensmittel für rund eine Woche und mindestens 9 Liter Trinkwasser pro Person. Die 9 Liter decken etwa drei Tage zum Trinken und Kochen; für eine ganze Woche ist zusätzlicher Wasservorrat oder eine Aufbereitungsmöglichkeit nötig.

Worin unterscheidet sich der Notvorrat vom Notgepäck?

Der Notvorrat bleibt zu Hause und überbrückt die Tage des Zuhausebleibens. Das Notgepäck ist ein gepackter Rucksack für den Fall, dass du rasch weg musst. Beides ergänzt sich.

Wie verhindere ich, dass Lebensmittel im Notvorrat ablaufen?

Nach dem Prinzip «First in, first out»: Kaufe nur, was du ohnehin isst, verbrauche den Vorrat im Alltag laufend und ersetze das Verbrauchte. So bleibt alles frisch und nichts wird verschwendet. Lege eine Inventarliste mit Verfalldaten an und kontrolliere den Vorrat mindestens einmal jährlich.

Wie viele Kalorien pro Person und Tag sollte der Notvorrat abdecken?

Als grober Planungswert nennen Kantone und deutsche Stellen rund 2200 Kilokalorien pro erwachsener Person und Tag. Das ist ein Richtwert, kein Bundeswert und kein physiologisches Muss: Der tatsächliche Bedarf hängt von Alter, Geschlecht, Gewicht und Aktivität ab. Feste Kilogramm-Mengen nennt der Bund bewusst nicht.

Offizielle Quellen