Quiz

Wie krisenfest bist du?

Krisenfest ist, wer die ersten Tage einer Notlage selbstständig übersteht: mit Wasser und Notvorrat für rund eine Woche, einem netzunabhängigen Draht zu amtlichen Informationen und einem Plan, den alle im Haushalt kennen. Dieser Test zeigt dir in 14 Fragen, wo du stehst – und was dein nächster sinnvoller Schritt ist.

Die Schweiz ist ein sicheres Land, doch Stromausfälle, Unwetter, ein Chemieereignis mit der Anweisung «drinnen bleiben» oder eine Pandemie können den Alltag von einem Moment auf den anderen einschränken. In den ersten Stunden und Tagen musst du dir oft selbst helfen können, bis Hilfe organisiert ist. Genau dafür gibt es Vorsorge – und genau das misst dieser Test.

Grundlage sind die amtlichen Empfehlungen des Bundes: Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) rät mit «Kluger Rat – Notvorrat» zu einem Vorrat für rund eine Woche und mindestens 9 Liter Trinkwasser pro Person. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) informiert über Alertswiss über Alarmierung, Notgepäck und richtiges Verhalten. Dieser Test fasst diese Empfehlungen in konkrete Fragen.

Das Quiz umfasst vier Bereiche: Wasser & Nahrung, Kommunikation & Information, Sicherheit & Notgepäck sowie dein allgemeines Vorsorge-Verhalten. Für jede Antwort gibt es Punkte; am Ende erhältst du eine von fünf Stufen, deine Teilergebnisse pro Thema und für jede Frage die ideale Antwort.

Es geht nicht um Angst, sondern um Gelassenheit: Wer vorbereitet ist, bleibt im Ernstfall ruhig und entlastet zugleich die Rettungskräfte. Jede Ergebnisstufe verlinkt dir die passenden Anleitungen, damit du sofort weitermachen kannst.

1. Wie viel Trinkwasser hast du pro Person zu Hause?
2. Wie lange kommst du mit deinen Lebensmittelvorräten ohne Einkaufen aus?
3. Wie machst du verunreinigtes Wasser trinkbar, wenn die Versorgung ausfällt?
4. Womit und wo bereitest du bei Stromausfall eine warme Mahlzeit zu?
5. Wie hältst du deinen Vorrat aktuell und geniessbar?
6. Wie kommst du bei Strom- und Handynetzausfall an Notfallinformationen?
7. Weisst du, was die Sirenensignale in der Schweiz bedeuten?
8. Habt ihr im Haushalt vereinbart, wie ihr euch im Notfall erreicht und wo ihr euch trefft?
9. Wie gehst du in einer Krise mit Meldungen in sozialen Medien um?
10. Hast du ein Notgepäck für den Fall, dass du rasch weg musst?
11. Wie sind deine wichtigen Dokumente (Ausweise, Policen) gesichert?
12. Wie gut ist deine Hausapotheke bestückt?
13. Wie hältst du dich bei einem Stromausfall im Winter warm?
14. Hast du Bargeld für den Fall, dass Karten und Bancomaten ausfallen?

Die fünf Ergebnisstufen

Stufe 1: Ungeschützt

Im Ernstfall wärst du auf sofortige Hilfe angewiesen – dein wichtigster erster Schritt ist ein Grundvorrat an Wasser und Lebensmitteln.

Aktuell hast du kaum Vorsorge getroffen. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Weckruf: Schon ein Stromausfall über mehrere Stunden, ein Unwetter oder die Anweisung «drinnen bleiben» würde dich unvorbereitet treffen. Die gute Nachricht ist, dass die ersten Schritte einfach, günstig und schnell erledigt sind.

Beginne mit dem Fundament: mindestens 9 Liter Trinkwasser pro Person und haltbare Lebensmittel für rund eine Woche. Kaufe nur, was du ohnehin isst, und lege beim normalen Einkauf etwas auf Reserve – so entsteht kein teurer Hamsterkauf. Ergänze eine batteriebetriebene Lichtquelle und ein Radio.

Nutze die Checklisten als Einkaufsleitfaden und arbeite dich Woche für Woche vor. Schon nach dem ersten Einkauf bist du deutlich besser gestellt als heute.

Stufe 2: Grundausstattung

Du hast erste Vorsorge getroffen – jetzt geht es darum, den Vorrat zu vervollständigen und ein Notgepäck bereitzustellen.

Ein paar Bausteine stehen bereits, aber es gibt Lücken. Vielleicht hast du Wasser oder Lebensmittel, doch das Zusammenspiel fehlt: der volle Wochenvorrat, die Aufbereitungsmöglichkeit für Wasser oder ein griffbereites Notgepäck für den Fall, dass du das Haus verlassen musst.

Runde zuerst den Notvorrat auf rund eine Woche auf und stelle sicher, dass du auch ohne Strom kochen und Wasser aufbereiten kannst. Denke an das oft Vergessene: einen manuellen Dosenöffner, Ersatzbatterien, etwas Bargeld in kleinen Noten.

Packe danach ein Notgepäck. Achte auf ein tragbares Gewicht – bei Erwachsenen höchstens rund 20–25 % des Körpergewichts. Die Checklisten helfen dir, nichts zu übersehen.

Stufe 3: Solide vorbereitet

Deine Grundlagen stimmen – jetzt lohnt es sich, die Organisation im Haushalt und die Kommunikation zu festigen.

Du hast in mehreren Bereichen vorgesorgt und kämst über die ersten Tage. Was jetzt den Unterschied macht, ist weniger Material als Organisation: Wissen alle im Haushalt, was zu tun ist, wo ihr euch trefft und wie ihr euch erreicht, wenn das Netz überlastet ist?

Erstelle einen Familien-Notfallplan. Der Bund stellt über Alertswiss eine kostenlose Vorlage bereit, die drei Fragen klärt: Wie kontaktiere ich meine Angehörigen? Wo gehe ich hin? Was nehme ich mit? Trage den Notfalltreffpunkt eurer Gemeinde ein und lege eine Kontaktliste auf Papier an.

Prüfe zugleich, ob dein Notgepäck aktuell und tragbar ist, und mach dich mit den Notrufnummern vertraut. So wird aus solider Ausstattung ein eingespieltes Vorgehen.

Stufe 4: Gut gerüstet

Du bist umfassend vorbereitet – vertiefe jetzt Kommunikation und Lagebewusstsein für längere oder grossflächige Ereignisse.

Deine Vorsorge ist überdurchschnittlich: Vorrat, Wasser, Notgepäck und Organisation greifen ineinander. Für die letzten Prozente lohnt sich der Blick auf die Bereiche, die bei längeren oder grossflächigen Lagen entscheidend werden – vor allem netzunabhängige Kommunikation.

Beschäftige dich mit den Möglichkeiten der Notfallkommunikation: vom Kurbelradio über PMR/CB bis zu Amateurfunk und meshbasierten Netzen. Ein zweiter, unabhängiger Informationsweg ist wertvoll, wenn Mobilfunk und Internet ausfallen.

Bleib zusätzlich am aktuellen Lagebild dran und feile an deinem Familien-Notfallplan, bis alle Rollen und Treffpunkte sitzen. So bist du auch auf seltene, aber folgenreiche Szenarien vorbereitet.

Stufe 5: Krisenfest

Du bist vorbildlich vorbereitet – halte deine Vorsorge aktuell und gib dein Wissen weiter.

Herzlichen Glückwunsch: In allen Bereichen – Wasser, Nahrung, Kommunikation und Sicherheit – bist du hervorragend aufgestellt. Du kämst nicht nur selbst über eine Notlage, sondern könntest auch Nachbarn und Angehörige unterstützen. Genau das entlastet im Ernstfall die Rettungskräfte.

Deine Aufgabe ist jetzt vor allem, den Stand zu halten: Vorräte rotieren, Batterien und Medikamente ersetzen, den Notfallplan und die Kontaktliste einmal jährlich mit allen durchspielen. Prüfe auch selten genutztes Wissen – etwa, wo dein Schutzplatz zugewiesen würde und wann ein Schutzraum überhaupt aufgesucht wird.

Bleib über das aktuelle Lagebild informiert und vertiefe Spezialthemen wie Funk. Und teile dein Wissen: Wer im Umfeld vorsorgt, macht die ganze Nachbarschaft krisenfester.