ERSTE HILFE

Notfallmedizin

Die wichtigsten Erste-Hilfe-Szenarien Schritt für Schritt – ruhig handeln, Notruf 144 wählen.

Im medizinischen Notfall zuerst 144 anrufen. Diese Seite ersetzt keine Erste-Hilfe-Ausbildung und keine ärztliche Behandlung. Im Zweifel gelten immer die Anweisungen der Sanitätsnotrufzentrale.
Szenario

Unfall

Verschaffe dir Überblick und sichere die Stelle, bevor du hilfst.

  1. Ruhe bewahren und auf die eigene Sicherheit achten – werde nie selbst zur zweiten verletzten Person.

Szenario

Verletzte

Starke Blutungen haben Vorrang – sie zuerst stoppen.

  1. Fest und direkt auf die Wunde drücken – mit der Hand, einer Kompresse oder sauberem Stoff, ohne Unterbruch. Steht die Blutung, hält ein Druckverband den Druck.

Szenario

Bewusstlose

Atmet die Person normal? Das entscheidet über die nächsten Schritte.

  1. Auf die eigene Sicherheit achten. Laut ansprechen, vorsichtig an den Schultern rütteln. Keine Reaktion? Laut um Hilfe rufen.

Szenario

Reanimation

Keine normale Atmung = sofort mit der Herzdruckmassage beginnen.

  1. 144 anrufen (Lautsprecher) und sofort einen Defibrillator (AED) holen lassen.

Szenario

Verbrennungen

Kühlen mit handwarmem Wasser – und wissen, wann es in den Notfall gehört.

  1. Hitzequelle stoppen: Flammen mit Decke ersticken oder Wasser löschen, Kleiderbrand – hinlegen und rollen

  2. Betroffene Stelle sofort unter fliessendem, handwarmem Leitungswasser (etwa 15–20 °C) kühlen – 10 bis 20 Minuten; Kinder 5 bis 10 Minuten, Neugeborene und Säuglinge nicht unter Wasser kühlen (Universitätsspital Zürich, Kinderspital Zürich)

  3. Schmuck und nicht verklebte Kleidung frühzeitig entfernen, bevor die Stelle anschwillt

  4. Eingebrannte Kleidung in der Wunde belassen

Sofort kühlen und bei Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit 144 alarmieren.

  1. Blasse, feucht-schweissige, eher kühle Haut

  2. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Durst und Schwächegefühl

  3. Schneller Puls und schnelle Atmung

  4. Die Person ist meist noch wach und ansprechbar – die Körpertemperatur ist nur leicht erhöht

Unterkühlung behutsam aufwärmen, Erfrierungen rasch auftauen – Kälte ist heimtückisch.

  1. Leichte Unterkühlung: Person ist wach und klar, zittert meist

  2. Mittlere Unterkühlung: Bewusstsein getrübt – schläfrig, verwirrt, reagiert nur auf Ansprache

  3. Schwere Unterkühlung: bewusstlos, atmet aber – Lebensgefahr, sofort 144

  4. Keine Lebenszeichen («Scheintod»): kein Todesurteil – bei starker Unterkühlung sind Puls und Atmung oft kaum zu finden, und auch ein Herzstillstand ist oft noch umkehrbar

Szenario

Vergiftung

Zuerst Tox Info Suisse 145 anrufen – nicht eigenmächtig handeln.

  1. Bei Bewusstlosigkeit, Atemnot oder Atemstillstand zuerst 144

  2. Sonst Tox Info Suisse 145 anrufen – rund um die Uhr; aus dem Ausland +41 44 251 51 51

  3. Bereithalten: wer (Alter, Gewicht), womit (Produkt, Etikett), wie (geschluckt, eingeatmet, Haut, Augen), wie viel, wann, welche Beschwerden, Rückrufnummer

  4. Verpackung, Pflanzen- oder Pilzreste aufbewahren oder fotografieren

Szenario

Zeckenstich

Hautnah fassen, gerade herausziehen – nicht drehen, nicht quetschen.

  1. Ruhe bewahren – je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer das Infektionsrisiko. Ein Hilfsmittel bereitlegen: feine, spitze Pinzette, Zeckenzange oder Zeckenkarte

  2. Die Zecke so nahe wie möglich an der Haut fassen – direkt an den Mundwerkzeugen, nicht am vollgesogenen Hinterleib

  3. Die Zecke langsam und gleichmässig senkrecht herausziehen – nicht ruckartig, nicht drehen

  4. Bleiben Reste der Mundwerkzeuge in der Haut, ist das kein Grund zur Sorge: Sie werden vom Körper ausgestossen wie ein Holzsplitter – nicht in der Haut herumstochern

Stichwunde: 144 rufen, Gegenstand stecken lassen, fest drücken – ein Tourniquet hilft nur an Arm oder Bein.

  1. Zuerst auf die eigene Sicherheit achten: Bei Gewalt nicht eingreifen, Abstand halten und erst helfen, wenn es sicher ist.

  2. Notruf 144 (Sanität) wählen oder wählen lassen und sagen, dass es eine Stichverletzung ist. Ist eine Gewalttat im Spiel, zusätzlich die Polizei über 117 alarmieren.

  3. Einen Gegenstand, der in der Wunde steckt, nicht herausziehen.

  4. Mit der Hand, einer Kompresse oder einem sauberen Stück Stoff fest und direkt auf die blutende Stelle drücken – ohne Unterbruch und ohne zwischendurch nachzuschauen, bis der Rettungsdienst übernimmt.