Erste Hilfe

Bewusstlose

Notruf 144. Bei Bewusstlosigkeit, Atemstillstand oder lebensbedrohlicher Blutung sofort die Sanitätsnotrufzentrale alarmieren und deren Anweisungen folgen.

Eine bewusstlose Person, die normal atmet, kann an Erbrochenem oder Flüssigkeit im Mund ersticken – in der stabilen Seitenlage läuft beides aus dem Mund ab. Reagiert jemand nicht, wählst du zuerst 144; nach einem Sturz oder Unfall bringst du die Person nicht in die Seitenlage. Atmet sie nicht normal, beginnst du sofort mit der Reanimation.

Ansprechen & prüfen

  1. Auf die eigene Sicherheit achten. Laut ansprechen, vorsichtig an den Schultern rütteln. Keine Reaktion? Laut um Hilfe rufen.

Notruf 144

  1. Reagiert die Person nicht: sofort 144 wählen und am Handy den Lautsprecher einschalten – nicht erst die Atmung prüfen (Swiss Resuscitation Council 2025).

Atmung prüfen

  1. Während der Anruf läuft: Kopf überstrecken, Kinn anheben. Sehen, hören, fühlen – maximal 10 Sekunden. Bist du unsicher, hilft dir die Notrufzentrale.

Stabile Seitenlage

  1. Atmet normal und kein Sturz oder Unfall: in die stabile Seitenlage bringen. Atmet sie nicht normal: sofort mit der Reanimation beginnen.

Atemkontrolle (max. 10 s)

  1. Kopf nackenwärts überstrecken, Kinn anheben
  2. SEHEN: Hebt sich der Brustkorb?
  3. HÖREN & FÜHLEN: Atemgeräusch an deiner Wange?
  4. Schnappatmung = KEINE normale Atmung → Reanimation

Nach Sturz oder Unfall: keine Seitenlage

  1. Kopf und Hals mit beiden Händen ruhig halten
  2. Atmung laufend prüfen – atmet die Person nicht normal: Reanimation
Achtung: Nach einem Sturz oder Unfall die Person nicht in die Seitenlage bringen: auf dem Rücken liegen lassen und nur bewegen, wenn sie in Gefahr ist (ERC-Leitlinien 2025).

Merke

  1. Bleib bei der Person – verlass sie nur, um Hilfe zu holen (ERC-Leitlinien 2025)
  2. Atmung laufend prüfen, bei Kindern mindestens jede Minute (ERC-Leitlinien 2025)
  3. Zudecken und warm halten
  4. Allein und ohne Handy oder Netz: laut um Hilfe rufen. Kommt niemand, musst du die Person verlassen, um zu alarmieren – so schnell wie möglich
  5. Atmet ein Kind nicht normal und kein Handy ist zur Hand: zuerst 1 Minute wiederbeleben, dann alarmieren (Swiss Resuscitation Council 2025)

Stabile Seitenlage Schritt für Schritt

  1. Neben der Person knien, ihre Beine strecken und den dir nahen Arm rechtwinklig zur Seite legen
  2. Den fernen Arm über die Brust führen, den Handrücken an die dir zugewandte Wange legen und dort halten
  3. Mit der anderen Hand das ferne Bein knapp über dem Knie fassen und aufstellen – der Fuss bleibt am Boden
  4. Am aufgestellten Bein die Person zu dir auf die Seite rollen; die Hand bleibt an der Wange
  5. Das obere Bein so legen, dass Hüfte und Knie rechtwinklig gebeugt sind
  6. Kopf vorsichtig nach hinten neigen; das Gesicht zeigt leicht nach unten, damit Flüssigkeit aus dem Mund ablaufen kann (ERC-Leitlinien 2025)
  7. Zudecken und Atmung weiter überwachen

Säuglinge und Kinder

  1. Säugling (unter 1 Jahr): den Kopf nur so weit nach hinten neigen, bis er gerade liegt, und das Kinn mit zwei Fingern am Knochen anheben – nicht auf die Weichteile drücken
  2. Ältere Kinder: den Kopf etwas mehr nach hinten neigen; Jugendliche wie Erwachsene (ERC-Leitlinien 2025 für Kinder)

Häufige Ursachen im Hinterkopf behalten

  1. Unterzuckerung bei Diabetes – Hinweise: Diabetiker-Ausweis, Insulin-Pen, Sensor am Arm
  2. Krampfanfall: Gegenstände wegräumen, Kopf vor dem Aufschlagen schützen, nichts in den Mund stecken, nicht festhalten, auf die Uhr schauen
  3. Krampfanfall: 144, wenn das Krampfen länger als 3 Minuten dauert, die Person bewusstlos bleibt oder weitere Anfälle folgen (Epilepsie-Liga)
  4. Ein kurzes Krampfen kann auch der Beginn eines Herz-Kreislauf-Stillstands sein – sobald es aufhört, die Atmung prüfen (ERC-Leitlinien 2025)
  5. Vergiftung: Substanz oder Verpackung sicherstellen, Tox Info Suisse 145 anrufen
  6. Sturz oder Unfall: an Kopf- und Wirbelsäulenverletzung denken, unnötige Bewegungen vermeiden

Weiterführende Quellen

Diese Inhalte dienen der Information und ersetzen keine Erste-Hilfe-Ausbildung. Wir empfehlen einen anerkannten Nothilfe- oder BLS-AED-Kurs.