Erste Hilfe

Hitzschlag & Hitzeerschöpfung

Notruf 144. Bei Bewusstlosigkeit, Atemstillstand oder lebensbedrohlicher Blutung sofort die Sanitätsnotrufzentrale alarmieren und deren Anweisungen folgen.

Ein Hitzschlag ist ein lebensbedrohlicher Notfall: Der Körper kann die Wärme nicht mehr abgeben, die Körperkerntemperatur steigt über 40 °C und das Gehirn nimmt Schaden. Die mildere Hitzeerschöpfung geht ihm oft voraus – wer sie erkennt und sofort kühlt, verhindert den Hitzschlag. Gerade bei Hitzewellen, im Auto, beim Sport und bei Stromausfall ohne Klimatisierung ist das relevant.

Hitzeerschöpfung erkennen (Vorstufe)

  1. Blasse, feucht-schweissige, eher kühle Haut
  2. Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Durst und Schwächegefühl
  3. Schneller Puls und schnelle Atmung
  4. Die Person ist meist noch wach und ansprechbar – die Körpertemperatur ist nur leicht erhöht

Hitzschlag erkennen (lebensbedrohlich)

  1. Heisse, oft gerötete Haut – klassisch trocken, bei Anstrengung in der Hitze auch feucht
  2. Körperkerntemperatur über 40 °C
  3. Zentralnervöse Störungen: Verwirrtheit, Unruhe, verwaschene Sprache, Krampfanfälle bis Bewusstlosigkeit
  4. Schneller Puls, Kopfschmerzen, Übelkeit
Achtung: Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung oder Krampfanfälle bei Hitze sind ein Notfall – sofort 144 alarmieren.

Erste Hilfe bei Hitzschlag

  1. Sofort Notruf 144 – der Hitzschlag ist lebensbedrohlich
  2. Person an einen kühlen, schattigen Ort bringen und überschüssige Kleidung öffnen oder entfernen
  3. Aktiv kühlen: Haut mit Wasser benetzen, fächeln, kühle nasse Tücher auflegen – besonders auf Nacken, Achseln und Leisten
  4. Bei schwachem Kreislauf flach lagern und die Beine hochlagern
  5. Atmung und Bewusstsein laufend überwachen, bis der Rettungsdienst übernimmt

Erste Hilfe bei Hitzeerschöpfung (wache Person)

  1. An einen kühlen, schattigen Ort bringen und hinlegen lassen
  2. Beine hochlagern
  3. Schluckweise Wasser oder ein Elektrolytgetränk geben – nur, solange die Person klar bei Bewusstsein ist
  4. Bei Verschlechterung, Verwirrtheit oder ausbleibender Besserung 144 alarmieren

Das gehört NICHT dazu

  1. Keine fiebersenkenden Medikamente – sie wirken beim Hitzschlag nicht
  2. Nicht eiskalt und nicht schockartig kühlen, wenn es vermeidbar ist – kühle (nicht eiskalte) Anwendungen sind sicher
  3. Die Person nicht alleine lassen
Achtung: Einer bewusstlosen oder verwirrten Person nichts zu trinken einflössen – sie kann sich verschlucken (Aspirationsgefahr).

Bewusstlose Person

  1. Bei normaler Atmung in die stabile Seitenlage bringen und weiter kühlen
  2. Bei fehlender oder nicht normaler Atmung (Schnappatmung): sofort mit der Reanimation beginnen
  3. 144 muss alarmiert sein – wenn möglich von einer zweiten Person

Sonnenstich – die verwandte Gefahr

  1. Entsteht durch direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf und Nacken (Reizung der Hirnhäute)
  2. Zeichen: hochroter, heisser Kopf, Kopfschmerzen, Nackensteife, Übelkeit – der übrige Körper ist nicht stark überhitzt
  3. Person in den Schatten bringen, Oberkörper und Kopf leicht erhöht lagern
  4. Kopf und Nacken mit feuchten, kühlen Tüchern kühlen
  5. Bei Bewusstseinsstörung, Erbrechen oder Krampf 144 alarmieren

Risikogruppen & Vorbeugen

  1. Besonders gefährdet: Säuglinge und Kleinkinder, ältere Menschen, chronisch und herz-kreislauf-kranke Personen, Schwangere
  2. Erhöhtes Risiko bei körperlicher Anstrengung in der Hitze und bei bestimmten Medikamenten (z. B. Entwässerungsmittel)
  3. Kinder und Tiere NIE im geparkten Auto zurücklassen – der Innenraum heizt sich in Minuten lebensgefährlich auf (bei 28 °C aussen rund 40 °C nach etwa 10 Minuten)
  4. An heissen Tagen: viel trinken, Mittagshitze meiden, Kopf bedecken, kühle Räume aufsuchen

Weiterführende Quellen

Diese Inhalte dienen der Information und ersetzen keine Erste-Hilfe-Ausbildung. Wir empfehlen einen anerkannten Nothilfe- oder BLS-AED-Kurs.