Erste Hilfe
Hitzschlag & Hitzeerschöpfung
Notruf 144. Bei Bewusstlosigkeit, Atemstillstand oder lebensbedrohlicher Blutung sofort die Sanitätsnotrufzentrale alarmieren und deren Anweisungen folgen.
Ein Hitzschlag ist ein lebensbedrohlicher Notfall: Der Körper kann die Wärme nicht mehr abgeben, die Körperkerntemperatur steigt über 40 °C und das Gehirn nimmt Schaden. Die mildere Hitzeerschöpfung geht ihm oft voraus – wer sie erkennt und sofort kühlt, verhindert den Hitzschlag. Gerade bei Hitzewellen, im Auto, beim Sport und bei Stromausfall ohne Klimatisierung ist das relevant.
Hitzeerschöpfung erkennen (Vorstufe)
- Blasse, feucht-schweissige, eher kühle Haut
- Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Durst und Schwächegefühl
- Schneller Puls und schnelle Atmung
- Die Person ist meist noch wach und ansprechbar – die Körpertemperatur ist nur leicht erhöht
Hitzschlag erkennen (lebensbedrohlich)
- Heisse, oft gerötete Haut – klassisch trocken, bei Anstrengung in der Hitze auch feucht
- Körperkerntemperatur über 40 °C
- Zentralnervöse Störungen: Verwirrtheit, Unruhe, verwaschene Sprache, Krampfanfälle bis Bewusstlosigkeit
- Schneller Puls, Kopfschmerzen, Übelkeit
Achtung: Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung oder Krampfanfälle bei Hitze sind ein Notfall – sofort 144 alarmieren.
Erste Hilfe bei Hitzschlag
- Sofort Notruf 144 – der Hitzschlag ist lebensbedrohlich
- Person an einen kühlen, schattigen Ort bringen und überschüssige Kleidung öffnen oder entfernen
- Aktiv kühlen: Haut mit Wasser benetzen, fächeln, kühle nasse Tücher auflegen – besonders auf Nacken, Achseln und Leisten
- Bei schwachem Kreislauf flach lagern und die Beine hochlagern
- Atmung und Bewusstsein laufend überwachen, bis der Rettungsdienst übernimmt
Erste Hilfe bei Hitzeerschöpfung (wache Person)
- An einen kühlen, schattigen Ort bringen und hinlegen lassen
- Beine hochlagern
- Schluckweise Wasser oder ein Elektrolytgetränk geben – nur, solange die Person klar bei Bewusstsein ist
- Bei Verschlechterung, Verwirrtheit oder ausbleibender Besserung 144 alarmieren
Das gehört NICHT dazu
- Keine fiebersenkenden Medikamente – sie wirken beim Hitzschlag nicht
- Nicht eiskalt und nicht schockartig kühlen, wenn es vermeidbar ist – kühle (nicht eiskalte) Anwendungen sind sicher
- Die Person nicht alleine lassen
Achtung: Einer bewusstlosen oder verwirrten Person nichts zu trinken einflössen – sie kann sich verschlucken (Aspirationsgefahr).
Bewusstlose Person
- Bei normaler Atmung in die stabile Seitenlage bringen und weiter kühlen
- Bei fehlender oder nicht normaler Atmung (Schnappatmung): sofort mit der Reanimation beginnen
- 144 muss alarmiert sein – wenn möglich von einer zweiten Person
Sonnenstich – die verwandte Gefahr
- Entsteht durch direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf und Nacken (Reizung der Hirnhäute)
- Zeichen: hochroter, heisser Kopf, Kopfschmerzen, Nackensteife, Übelkeit – der übrige Körper ist nicht stark überhitzt
- Person in den Schatten bringen, Oberkörper und Kopf leicht erhöht lagern
- Kopf und Nacken mit feuchten, kühlen Tüchern kühlen
- Bei Bewusstseinsstörung, Erbrechen oder Krampf 144 alarmieren
Risikogruppen & Vorbeugen
- Besonders gefährdet: Säuglinge und Kleinkinder, ältere Menschen, chronisch und herz-kreislauf-kranke Personen, Schwangere
- Erhöhtes Risiko bei körperlicher Anstrengung in der Hitze und bei bestimmten Medikamenten (z. B. Entwässerungsmittel)
- Kinder und Tiere NIE im geparkten Auto zurücklassen – der Innenraum heizt sich in Minuten lebensgefährlich auf (bei 28 °C aussen rund 40 °C nach etwa 10 Minuten)
- An heissen Tagen: viel trinken, Mittagshitze meiden, Kopf bedecken, kühle Räume aufsuchen
Weiterführende Quellen
- Samariter Schweiz Erste Hilfe bei Hitzenotfällen
- Suva Hitze und Sonne – Schutz und Erste Hilfe
- Sanität 144 Medizinischer Notfall
Diese Inhalte dienen der Information und ersetzen keine Erste-Hilfe-Ausbildung. Wir empfehlen einen anerkannten Nothilfe- oder BLS-AED-Kurs.