Verletzte
Bei Verletzten gilt: zuerst das, was am schnellsten tötet. Starke Blutungen stoppst du mit direktem Druck – fest und ohne Unterbruch. Danach Schock vorbeugen und die Person betreuen, bis der Rettungsdienst übernimmt.
Blutung stoppen
- Fest und direkt auf die Wunde drücken – mit der Hand, einer Kompresse oder sauberem Stoff, ohne Unterbruch. Steht die Blutung, hält ein Druckverband den Druck.
Schock vorbeugen
- Flach auf den Rücken legen, die Beine bei Verletzten nicht hochlagern, vor Kälte schützen (auch von unten), beruhigen und nicht alleine lassen.
Wunde versorgen
- Mit sterilem Material abdecken – eine offene Wunde am Brustkorb jedoch offen lassen und nicht luftdicht verschliessen. Eingedrungene Fremdkörper in der Wunde belassen.
Überwachen
- Atmung und Bewusstsein beobachten. Bei Verschlechterung sofort 144 informieren.
Druckverband in 3 Schritten
- Saubere Auflage direkt auf die Wunde
- Mit Binde fixieren, Druckkörper darüber
- Weiter fest zubinden – blutet es durch, zweite Lage darüber
Tourniquet bei lebensbedrohlicher Blutung an Arm oder Bein
Wer ein Tourniquet hat und damit geübt ist, kann damit an Arm oder Bein eine lebensbedrohliche Blutung stoppen, wenn fester Druck nicht reicht oder nicht möglich ist oder wenn ein Arm oder Bein oberhalb von Hand- oder Fussgelenk ganz oder teilweise abgetrennt ist: 5–7 cm oberhalb der Wunde anlegen, nicht auf ein Gelenk, und zudrehen, bis die Blutung aufhört.
Die Uhrzeit auf das Tourniquet schreiben und es nie selbst lockern oder abnehmen – das macht nur medizinisches Fachpersonal.
An Hals, Achsel, Leiste, Brust oder Bauch hilft ein Tourniquet nicht; dort fest auf die Wunde drücken.
Merke
- Handschuhe aus der Apotheke schützen dich
- Fremdkörper stecken lassen – sie können die Wunde verschliessen und die Blutung bremsen
- Verletzte hinlegen, zudecken, beruhigen
Schock erkennen
- Blasse, kühle und feuchte Haut
- Schneller, schwacher Puls und schnelle Atmung
- Unruhe, Zittern, später Teilnahmslosigkeit
- Durstgefühl – trotzdem nichts zu trinken geben
Kleinere Wunden richtig versorgen
- Wunde unter sauberem, lauwarmem Wasser spülen
- Mit Wunddesinfektion desinfizieren, nicht mit Watte tupfen
- Steril abdecken (Pflaster oder Kompresse mit Verband)
- Starkverschmutzte Wunden, Bisswunden und tiefe Schnitte ärztlich beurteilen lassen
- Tetanusschutz prüfen: Letzte Impfung mehr als 10 Jahre her? Nachimpfen lassen
Weiterführende Quellen
- Samariter Schweiz Anleitung Blutstillung
- Stichwunde & Tourniquet Wann ein Tourniquet nötig ist und wie du es anlegst