72-Stunden-Plan für die Familie
Auf Aktualität geprüft am 29.06.2026
Ein 72-Stunden-Plan organisiert die ersten drei Tage einer Notlage: Wer ruft wen an, wo ist der Familien-Treffpunkt, welche Dokumente und Medikamente sind griffbereit. Wichtig: «72 Stunden» ist eine EU-Empfehlung. Die offizielle Schweizer Empfehlung für Vorräte ist umfassender und zielt auf rund eine Woche (mind. 9 Liter Wasser pro Person).
Im Ereignisfall ist die Familie selten am gleichen Ort: Arbeit, Schule, unterwegs. Ein Notfallplan klärt vorher, wer wen holt, wo man sich trifft und wie man sich meldet – auch wenn das Handynetz überlastet ist.
Warum gerade 72 Stunden?
Bei einem grossflächigen Ereignis kann es bis zu drei Tage dauern, bis Hilfe und Versorgung flächendeckend wieder anlaufen. In dieser Zeit soll sich jeder Haushalt selbst versorgen können – das ist die Grundidee der 72-Stunden-Vorsorge.
Ein guter Plan reduziert Stress, weil die wichtigsten Fragen vorher geklärt sind: Wer holt die Kinder? Wo treffen wir uns, wenn das Handynetz tot ist? Wer nimmt Notgepäck und Dokumente mit?
Der Plan
- Zwei Treffpunkte abmachen: einen im Quartier, einen ausserhalb
- Kontaktperson ausserhalb der Region bestimmen – alle melden sich dort
- Abholregeln für Schule & Kita festlegen
- Rollen verteilen: wer holt wen, wer nimmt Rucksack & Dokumente
- Notfalltreffpunkt der Gemeinde kennen
So bleibt er wirksam
- Einmal pro Jahr mit den Kindern durchspielen
- Plan auf Papier: im Notfallrucksack & in der Dokumentenmappe
- Im Ereignisfall SMS statt Anrufe – das schont das Netz
- Alertswiss-App: persönlichen Notfallplan digital hinterlegen
Was gehört in den 72-Stunden-Plan?
Der Plan ist nur so gut wie die Informationen darin – und die müssen auch ohne Strom und Netz verfügbar sein, also auf Papier.
- Kontaktliste auf Papier: Familie, Schule/Kita, Hausarzt, ausserregionale Kontaktperson
- Notrufnummern: 112 (Euronotruf), 117 Polizei, 118 Feuerwehr, 144 Sanität, 1414 Rega, 145 Tox Info
- Treffpunkte mit Adresse und einfacher Wegbeschreibung – auch für Kinder verständlich
- Kopien wichtiger Dokumente in wasserdichter Hülle (Ausweise, Versicherungen)
- Standort des Notgepäcks und des Notvorrats für alle bekannt
Häufige Fehler
- Plan nur digital ablegen – bei Stromausfall nicht abrufbar
- Nur einen Treffpunkt festlegen, der dann unzugänglich ist
- Im Ereignisfall alle gleichzeitig telefonieren und das Netz überlasten
- Plan erstellen, aber nie mit den Kindern üben
- Den Notfalltreffpunkt der eigenen Gemeinde nicht kennen
Häufige Fragen
Wie erstelle ich einen Notfallplan für die Familie?
Zwei Treffpunkte abmachen: einen im Quartier, einen ausserhalb · Kontaktperson ausserhalb der Region bestimmen – alle melden sich dort · Abholregeln für Schule & Kita festlegen · Rollen verteilen: wer holt wen, wer nimmt Rucksack & Dokumente · Notfalltreffpunkt der Gemeinde kennen
Warum genau 72 Stunden?
Bei einem grossflächigen Ereignis kann es bis zu drei Tage dauern, bis Hilfe und Versorgung flächendeckend wieder anlaufen. So lange soll sich jeder Haushalt selbst versorgen können.
Wie erreiche ich die Familie, wenn das Handynetz überlastet ist?
Eine Kontaktperson ausserhalb der Region bestimmen, bei der sich alle melden, und im Ereignisfall SMS statt Anrufe nutzen – das schont das Netz.
Offizielle Quellen
- Alertswiss Notfallplan erstellen
- Notfalltreffpunkte (BABS-Karte) Treffpunkt der eigenen Gemeinde finden
- Anleitung: Notvorsorge mit besonderen Bedürfnissen Notfallkontakt-Netz & hilfsbedürftige Personen
- Anleitung: Fortbewegung im Notfall Welches Mittel wann – Auto, Velo, zu Fuss
- Anleitung: Beschäftigung in Krisen Struktur und analoge Beschäftigung, wenn die Bildschirme aus sind
- Anleitung: Familien-Notfallplan erstellen Das vollständige Plan-Dokument erstellen
- Anleitung: Krisenstab & Anlaufzeit Warum die ersten Tage an Ihnen liegen
- Notvorrats-Rechner Wasser- und Lebensmittelmengen für den Haushalt berechnen