Anleitung · GUIDE 29

Notvorsorge für Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Auf Aktualität geprüft am 04.07.2026

Baue auf dem offiziellen Notvorrat für rund eine Woche auf und ergänze ihn persönlich: einen Vorrat deiner Dauermedikamente plus aktuelle Medikamentenliste, kühlpflichtige Mittel wie Insulin bei 2–8 °C und ohne Einfrieren, Ersatz für Hilfsmittel sowie einen Plan für stromabhängige Geräte. Besprich alles mit Arzt/Ärztin und aktiviere die Alertswiss-App, die auch Hörbehinderte per Push alarmiert.

Der offizielle Schweizer Notvorrat (Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung, «Kluger Rat – Notvorrat») ist eine Grundlage für alle – doch er muss auf die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden. Wer auf Dauermedikamente, kühlpflichtige Arzneien wie Insulin, stromabhängige Medizingeräte oder Hilfsmittel angewiesen ist, plant zusätzlich voraus. Dieser Guide bündelt, worauf Seniorinnen und Senioren, chronisch Kranke, Menschen mit Behinderung oder eingeschränkter Mobilität, Schwangere und Familien mit Säuglingen achten. Er ersetzt keine ärztliche Beratung: Vorrat, Lagerung und Anwendung von Medikamenten richten sich immer nach der Packungsbeilage bzw. nach Rücksprache mit Arzt/Ärztin, Apotheke oder Fachstelle.

Warum eine angepasste Vorsorge?

Der Notvorrat des Bundes ist bewusst allgemein gehalten: Lebensmittel für rund eine Woche und mindestens 9 Liter Wasser pro Person. Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung betont, dass der Vorrat den persönlichen Bedürfnissen entsprechen soll – der Notvorratsrechner des Bundes berücksichtigt Haushaltsgrösse und besondere Bedürfnisse.

Für Menschen, die auf Dauermedikamente, kühlpflichtige Arzneien, stromabhängige Geräte oder Hilfsmittel angewiesen sind, kann eine Krise – Stromausfall, Unwetter, Pandemie, Lieferengpass – schneller kritisch werden. Darum lohnt es sich, hier zusätzlich vorzuplanen und die Vorbereitungen mit Arzt/Ärztin, Apotheke oder Fachstelle zu besprechen.

Die Grundlagen findest du in unseren Guides zum Notvorrat, zur Hausapotheke und zum Notgepäck. Dieser Guide zeigt die Ergänzungen für besondere Bedürfnisse.

Wie stelle ich einen Vorrat an Dauermedikamenten sicher?

Persönliche Medikamente gehören ausdrücklich in den Notvorrat – kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert. Alertswiss empfiehlt, regelmässig benötigte Medikamente immer auf Vorrat zu haben oder sogar bei sich zu tragen, und die Vorbereitungen mit dem Hausarzt bzw. der Hausärztin zu besprechen. Eine feste offizielle Zahl von Reserve-Tagen für Dauermedikamente gibt der Bund bewusst nicht vor; wie viel Reserve für dich sinnvoll ist und wie du sie beziehst, klärst du mit Arzt/Ärztin oder Apotheke.

Gerade chronisch Kranke sind laut Bundesamt für Gesundheit besonders von Lieferengpässen betroffen und können nicht ohne Weiteres auf Ersatzpräparate wechseln – ein Puffer und ein frühzeitiges Nachbestellen sind darum wichtig.

Lege zusätzlich eine aktuelle Medikamenten- und Allergieliste an und bewahre sie griffbereit auf – idealerweise auch in Papierform, falls Strom und Handy ausfallen.

  1. Vorrat an Dauermedikamenten anlegen und getrennt lagern
  2. Menge, Nachschub und Rezept (Wiederholungs-/Dauerrezept) mit Arzt/Ärztin oder Apotheke klären
  3. Aktuelle Medikamenten- und Allergieliste erstellen – auch in Papierform
  4. Nach «First in, first out» rotieren und Verfalldaten im Blick behalten

Wie lagere ich Insulin bei Stromausfall?

Manche Medikamente müssen gekühlt werden – das bekannteste Beispiel ist Insulin. Ungeöffnete Vorräte lagern im Kühlschrank bei 2–8 °C, jedoch nicht direkt an der Rückwand oder im Gefrierfach: Gefrorenes Insulin wird unwirksam und darf danach nicht mehr verwendet werden, auch wenn es normal aussieht. Ein angebrochenes Insulin ist – je nach Präparat – begrenzte Zeit auch bei Raumtemperatur haltbar (oft über einige Wochen). Die genaue Frist ist präparateabhängig und steht in der Packungsbeilage bzw. Fachinformation.

Für den Fall eines Stromausfalls oder unterwegs helfen stromlose Kühltaschen, die Temperatur ohne Batterie halten – bei Diabetes Schweiz und den regionalen Diabetesgesellschaften erhältlich. Transportiere Insulin und Zubehör im Handgepäck und lass es nie in der prallen Sonne oder im heissen Auto liegen; Hitze mindert die Wirksamkeit.

Wichtig: Konkrete Fristen («hält X Stunden ohne Kühlung») sind je Präparat unterschiedlich – im Zweifel Packungsbeilage prüfen oder Apotheke bzw. Diabetesberatung fragen. Dieser Abschnitt ersetzt keine ärztliche Beratung.

  1. Ungeöffneten Vorrat im Kühlschrank bei 2–8 °C lagern – nicht einfrieren, nicht ans Gefrierfach
  2. Angebrochenes Präparat gemäss Packungsbeilage bei Raumtemperatur verwenden
  3. Stromlose Kühltasche für Stromausfall und unterwegs bereithalten
  4. Vor Hitze und direkter Sonne schützen; im Handgepäck transportieren

Empfohlene Produkte

Stromlose Kühltasche für Medikamente

Kühlpflichtige Medikamente

Hält kühlpflichtige Arzneien wie Insulin ohne Strom und Batterie temperiert – für Stromausfall und unterwegs.

  • kühlt ohne Strom/Batterie (z. B. Verdunstungsprinzip), wiederverwendbar
  • Grösse passend für Pens/Ampullen und tägliche Menge
  • robust und dicht, auch fürs Handgepäck geeignet
  • einfach zu reaktivieren und zu reinigen

Stromabhängige Medizingeräte

Sauerstoffkonzentratoren, Beatmungs-/CPAP-Geräte oder elektrische Pflegebetten brauchen Strom. Bei einem Stromausfall besteht laut Lungenliga (auf Basis der Schweizerischen Gesellschaft für Pneumologie) im Regelfall keine unmittelbare Lebensgefahr: ruhig bleiben, jede körperliche Anstrengung vermeiden. Bei anhaltend starker Atemnot den Sanitätsnotruf 144 wählen – beachte, dass auch das Telefon bei einem Stromausfall ausfallen kann.

Kläre vorab mit deinem Hausarzt bzw. deiner Hausärztin, dem Facharzt/der Fachärztin oder der zuständigen Beratungsstelle (z. B. Lungenliga), welche Vorkehrungen für dich sinnvoll sind. Tragbare Sauerstoffkonzentratoren sollten vorab aufgeladen sein; für kleinere Geräte kann eine geladene Powerbank oder ein Akku überbrücken. In einer gesteuerten Strommangellage sind Privathaushalte am wenigsten von Abschaltungen betroffen.

Ein formelles System, sich beim Stromversorger als «lebenswichtig stromabhängig» registrieren zu lassen, ist für die Schweiz nicht belegt – einzelne Haushalte können technisch nicht separat versorgt werden. Umso wichtiger ist die individuelle Absprache mit Arzt/Ärztin und Fachstelle und ein Notfallplan, wer im Ernstfall hilft.

  1. Auflisten, welche Geräte Strom brauchen, und Alternativen mit Arzt/Ärztin oder Fachstelle klären
  2. Tragbaren Sauerstoffkonzentrator vorab laden; Powerbank/Akku bereithalten
  3. Ruhig bleiben, Anstrengung vermeiden; bei starker Atemnot 144 (Telefon kann ausfallen)
  4. Wichtige Medizin- und Gerätedaten auch in Papierform sichern

Hilfsmittel-Reserven

Offizielle Notvorratslisten nennen generisch «Ersatzbatterien» und individuell benötigte Artikel. Für Menschen mit Hilfsmitteln lohnt sich eine persönliche Reserve – die folgende Liste ist eine redaktionelle Empfehlung, keine amtliche Detailliste, und ergänzt den Grundsatz «was du individuell brauchst».

  1. Ersatzbatterien für Hörgeräte (passende Grösse, ausreichender Vorrat)
  2. Ersatzbrille oder aktuelle Brillenwerte/Kontaktlinsen mit Zubehör
  3. Verbrauchsmaterial auf Vorrat (z. B. Stoma-, Katheter-, Inkontinenzmaterial)
  4. Zubehör und einfache Ersatzteile für Rollstuhl/Rollator (Reifen, Werkzeug)
  5. Powerbank/Ladegerät für Akku-betriebene Hilfsmittel

Empfohlene Produkte

Powerbank / Akku für Hilfs- und Medizingeräte

Notstrom für Geräte

Überbrückt kurze Stromausfälle für kleinere Akku-Geräte und lädt Handy, Hörgeräte-Ladeschalen oder Ladegeräte.

  • ausreichende Kapazität für die eigenen Geräte (Wattstunden beachten)
  • passende Anschlüsse (USB-C/USB-A, ggf. Ladeschale)
  • selbst regelmässig geladen halten und Ladestand prüfen
  • für lebenserhaltende Geräte nur nach Rücksprache mit Fachstelle als Überbrückung

Aufbewahrung für Dokumente & Medikamentenliste

Dokumente & Notfallinfos

Bündelt Medikamenten- und Allergieliste, Rezepte, Vorsorgedokumente und Notfallkontakte griffbereit – auch in Papierform.

  • übersichtliche Fächer für Dokumente, Listen und Kopien
  • wasserabweisend und schnell greifbar (Notgepäck-tauglich)
  • Platz für aktuelle Medikamenten-/Allergieliste und Notfallkontakte
  • regelmässig aktualisieren (Verfalldaten, geänderte Medikation)

Alarmierung bei Hör- oder Sehbehinderung

Der klassische Sirenenalarm erreicht Menschen mit Hörbeeinträchtigung nur ungenügend. Die Alertswiss-App des Bundesamts für Bevölkerungsschutz ergänzt die Sirene und alarmiert per Push-Benachrichtigung – laut BABS gilt das ausdrücklich auch für Personen mit einer Hörbeeinträchtigung; der Schweizerische Gehörlosenbund (SGB-FSS) bestätigt dies als gehörlosengerechtes Alarmsystem. Installiere und aktiviere die App auf dem Smartphone und erlaube die Mitteilungen.

Der jährliche Sirenentest findet am ersten Mittwoch im Februar statt (2026 am 4. Februar): ab 13.30 Uhr der «Allgemeine Alarm» (auf- und absteigender Heulton), anschliessend in Gebieten unterhalb von Stauanlagen der «Wasseralarm». Bei einem echten Allgemeinen Alarm: Radio hören, Alertswiss-Kanäle prüfen, Anweisungen der Behörden befolgen und Nachbarn informieren.

Für blinde Menschen bleiben die akustische Sirene und das Radio wirksam; die App liefert zusätzlich Text- und Bildinformationen, die sich mit Screenreader nutzen lassen. Eine darüber hinausgehende amtliche Spezialalarmierung nur für blinde Menschen ist nicht dokumentiert.

Säuglinge & Kleinkinder

Säuglings- und Spezialnahrung gehört ausdrücklich in den Notvorrat – der Bund führt «Spezialnahrung (z. B. für Säuglinge, Personen mit Allergien)» explizit auf. Denke daran, dass Pulvermilch sauberes Wasser zum Zubereiten braucht (siehe Trinkwasser-Vorrat). Der Notvorratsrechner des Bundes hilft, die Mengen auf den Haushalt anzupassen.

Zusätzlich empfiehlt sich – als praktische Ergänzung, nicht als amtliche Vorgabe – ein Vorrat an Windeln, Feuchttüchern und Hygieneartikeln sowie ein Fieberthermometer. Wie viel du bevorratest, richtet sich nach Alter und Verbrauch deines Kindes.

  1. Säuglings-/Spezialnahrung auf Vorrat (plus sauberes Wasser zum Zubereiten)
  2. Windeln und Feuchttücher für mehrere Tage
  3. Hygieneartikel und Fieberthermometer
  4. Persönliche Kindermedikamente und Medikamentenliste

Schwangerschaft

In der Schweiz gibt es keinen offiziellen, standardisierten Mutterpass wie in Deutschland oder Österreich. Einen Ausdruck deiner Schwangerschaftsdaten kannst du bei Arzt/Ärztin oder Hebamme verlangen – das gibt unterwegs und im Notfall Sicherheit. Bewahre diese Unterlagen zusammen mit deinen übrigen wichtigen Dokumenten griffbereit auf.

Als allgemeine Vorsorge (nicht als amtliche Empfehlung): Halte die Kontaktdaten von Gynäkologie und Geburtsklinik sowie die geplante Anfahrt bereit. Welche Dokumente die Geburtsklinik verlangt, unterscheidet sich je nach Haus – erfrage die Liste direkt bei deiner Klinik, üblicherweise rechtzeitig vor dem errechneten Termin.

Ältere & allein lebende Menschen

Wer allein lebt oder in der Mobilität eingeschränkt ist, profitiert von einem verlässlichen Kontaktnetz. Vereinbare mit Nachbarinnen und Nachbarn feste Abmachungen und Zeichen, wie ihr euch im Notfall gegenseitig helft. Ein Hausnotruf-System (Notrufknopf oder Notrufuhr, z. B. von Pro Senectute) kann bei einem Sturz oder Notfall Hilfe rufen und hinterlegte Notfallkontakte alarmieren.

Halte deine wichtigen Vorsorgedokumente geordnet bereit – Pro Senectute bündelt Patientenverfügung, Vorsorgeauftrag und Vorsorgeausweis im Docupass. So finden Angehörige und Rettungskräfte im Ernstfall rasch die nötigen Angaben.

  1. Feste Abmachungen und Zeichen mit Nachbarn vereinbaren
  2. Hausnotruf-System prüfen und Notfallkontakte hinterlegen
  3. Vorsorgedokumente (Patientenverfügung, Vorsorgeauftrag) griffbereit ablegen
  4. Ausreichend Vorrat und Hilfsmittel für Zeiten ohne Einkaufsmöglichkeit

Notfallkontakt- & Nachbarschaftsnetz

Ein Notfallplan hält die wichtigsten Telefonnummern und Notfallkontakte, Familientreffpunkte sowie die Info fest, welchen Personen in Familie oder Nachbarschaft zu helfen ist. Alertswiss stellt dafür einen Notfallplan bereit, den du auch in der App hinterlegen kannst.

Fällt die Kommunikation aus, ist der Notfalltreffpunkt (NTP) die erste Anlaufstelle: Dort informieren die Behörden und man kann Notrufe absetzen. Die Standorte findest du in der Alertswiss-App und auf notfalltreffpunkt.ch. Sprich frühzeitig mit Angehörigen und Nachbarn ab, wer im Ernstfall nach hilfsbedürftigen Personen sieht.

Wichtige Notrufnummern

Speichere die wichtigsten Nummern im Handy und notiere sie in Papierform: 144 Sanitätsnotruf, 145 Tox Info Suisse (Vergiftungen, 24 h), 1414 Rega (Luftrettung), 143 «Die Dargebotene Hand» (Krisenberatung) und 147 (Beratung für Kinder und Jugendliche). Ergänzend gelten 112 (europäischer Notruf), 117 Polizei und 118 Feuerwehr.

Für pflegerische Unterstützung zu Hause ist die Spitex zuständig; eine landesweite Kurznummer gibt es nicht – nutze die Nummer deiner regionalen Spitex-Organisation. Im medizinischen Notfall gilt immer 144.

Häufige Fehler

  1. Dauermedikamente vergessen: Sie fehlen im Notvorrat am schnellsten und sind am schwersten zu ersetzen – Vorrat und Nachschub früh mit Arzt/Apotheke klären
  2. Insulin einfrieren oder ans Gefrierfach legen: Gefrorenes Insulin wird unwirksam und ist nicht mehr verwendbar
  3. Keine stromlose Kühlmöglichkeit für kühlpflichtige Mittel bei Stromausfall
  4. Bei stromabhängigen Geräten in Panik geraten statt ruhig zu bleiben – vorab mit Arzt/Fachstelle einen Plan besprechen und Akku/Powerbank bereithalten
  5. Sich auf die Sirene verlassen bei Hörbeeinträchtigung: Alertswiss-App installieren und Push-Mitteilungen erlauben
  6. Hilfsmittel-Reserven übersehen: Hörgerätebatterien, Ersatzbrille und Verbrauchsmaterial gehen im Standard-Notvorrat unter
  7. Allein planen ohne Kontaktnetz: keine Abmachungen mit Nachbarn und keine hinterlegten Notfallkontakte

Häufige Fragen

Wie viel Medikamentenvorrat sollte man mit chronischer Krankheit anlegen?

Persönliche Dauermedikamente gehören in den Notvorrat und sollten kühl, trocken und lichtgeschützt lagern. Eine feste offizielle Zahl von Reserve-Tagen gibt der Bund nicht vor; Alertswiss rät, regelmässig benötigte Medikamente stets auf Vorrat zu haben und die Vorbereitung mit dem Hausarzt zu besprechen. Wie viel Reserve sinnvoll ist und wie du sie über ein Wiederholungs-/Dauerrezept beziehst, klärst du mit Arzt/Ärztin oder Apotheke.

Wie lagert man Insulin richtig – auch bei Stromausfall?

Ungeöffnetes Insulin lagert im Kühlschrank bei 2–8 °C, aber nicht am Gefrierfach – gefrorenes Insulin wird unwirksam und darf nicht mehr verwendet werden. Angebrochenes Insulin ist je nach Präparat begrenzte Zeit bei Raumtemperatur haltbar; die genaue Frist steht in der Packungsbeilage. Für Stromausfall und unterwegs hilft eine stromlose Kühltasche. Vor Hitze und Sonne schützen; im Zweifel Apotheke oder Diabetesberatung fragen.

Was tun bei Stromausfall mit Sauerstoffkonzentrator oder Beatmungsgerät?

Laut Lungenliga besteht bei einem Stromausfall im Regelfall keine unmittelbare Lebensgefahr: ruhig bleiben und jede Anstrengung vermeiden. Bei anhaltend starker Atemnot 144 wählen – das Telefon kann bei Stromausfall aber ausfallen. Tragbare Konzentratoren vorab laden, Powerbank/Akku bereithalten und mit Hausarzt oder Fachstelle (z. B. Lungenliga) einen Plan besprechen. Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Wie werden gehörlose oder hörbehinderte Menschen alarmiert?

Über die Alertswiss-App des BABS: Sie ergänzt die akustische Sirene und alarmiert per Push-Benachrichtigung – laut BABS und Gehörlosenbund ausdrücklich auch für Personen mit Hörbeeinträchtigung. App installieren und Mitteilungen erlauben. Der jährliche Sirenentest ist am ersten Mittwoch im Februar (2026 am 4. Februar); für blinde Menschen bleiben Sirene und Radio wirksam.

Was braucht ein Notvorrat mit Säugling?

Säuglings- und Spezialnahrung gehört ausdrücklich in den Notvorrat; für Pulvermilch braucht es sauberes Wasser zum Zubereiten. Als praktische Ergänzung (keine amtliche Vorgabe) empfehlen sich Windeln, Feuchttücher, Hygieneartikel und ein Fieberthermometer. Die Mengen richten sich nach Alter und Verbrauch des Kindes; der Notvorratsrechner des Bundes hilft beim Anpassen.

Kann man sich beim Stromversorger als lebenswichtig stromabhängig registrieren?

Für die Schweiz ist ein solches formelles Registrierungssystem nicht belegt – einzelne Haushalte lassen sich technisch nicht separat mit Strom versorgen. Wichtiger sind die individuelle Absprache mit Arzt/Ärztin und Fachstelle, geladene Akkus/Powerbanks für kleinere Geräte und ein Notfallplan, wer im Ernstfall hilft. In einer gesteuerten Strommangellage sind Privathaushalte zudem am wenigsten von Abschaltungen betroffen.

Wie hilft ein Notfallkontakt-Netz älteren oder allein lebenden Menschen?

Vereinbare mit Nachbarn feste Abmachungen und Zeichen für den Notfall. Ein Hausnotruf-System (Notrufknopf/-uhr, z. B. von Pro Senectute) ruft bei einem Sturz Hilfe und alarmiert hinterlegte Notfallkontakte. Halte Vorsorgedokumente bereit (Pro Senectute Docupass). Der Alertswiss-Notfallplan bündelt Notfallkontakte und die Info, welchen Personen in der Nachbarschaft zu helfen ist.

Offizielle Quellen