Anleitung · GUIDE 27

Hausapotheke zusammenstellen: Inhalt, Lagerung, Vorrat

Auf Aktualität geprüft am 04.07.2026

In eine Hausapotheke gehören Verbandsmaterial (Pflaster, sterile Kompressen, Mullbinden, Schere, Pinzette, Einweghandschuhe), Wunddesinfektion, ein Fieberthermometer, rezeptfreie Schmerz- und Fiebermittel sowie deine persönlichen Dauermedikamente. Lagere alles kühl, trocken und lichtgeschützt, für Kinder unerreichbar – nicht im Badezimmer. Prüfe die Verfalldaten mindestens einmal pro Jahr und ersetze Abgelaufenes.

Eine Hausapotheke versorgt kleine Verletzungen und Beschwerden zu Hause und überbrückt die Zeit, bis ärztliche Hilfe erreichbar ist. Der Bund (Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung, «Kluger Rat – Notvorrat») empfiehlt jedem Haushalt eine griffbereite, vollständige Grundausstattung – ergänzt um deine persönlichen Dauermedikamente. Dieser Guide zeigt, was hineingehört, wie du alles richtig lagerst und rotierst, und welche Fehler du vermeidest. Er ersetzt keine ärztliche Beratung: Dosierung und Anwendung von Medikamenten richten sich immer nach der Packungsbeilage bzw. nach Rücksprache mit Arzt/Ärztin oder Apotheke.

Wozu eine Hausapotheke?

Eine Hausapotheke deckt zwei Bereiche ab: die Versorgung kleiner Verletzungen (Wunden, Schürfungen, Verstauchungen) und die Linderung akuter Beschwerden (Fieber, Schmerzen, Erbrechen, Durchfall). Sie ist für die erste Selbsthilfe gedacht – nicht als Ersatz für Arzt oder Notfall.

In einer Krise – Stromausfall, Unwetter, Pandemie – kann der Weg zur Apotheke versperrt oder das Gesundheitssystem stark belastet sein. Darum lohnt es sich, die Hausapotheke vollständig und haltbar zu halten und persönliche Dauermedikamente auf Vorrat zu haben.

Die Hausapotheke ist Teil des Notvorrats, aber ein eigener «Baustein»: Die abhakbare Packliste findest du in unserer Apotheke-Checkliste, dieser Guide erklärt Aufbau, Lagerung und Pflege.

Was gehört in eine Hausapotheke?

  1. Pflaster in verschiedenen Grössen und sterile Wundauflagen/Kompressen
  2. Mullbinden und elastische (Fixier-)Binden, Verbandtape
  3. Verbandschere und Pinzette
  4. Wunddesinfektionsmittel
  5. Einweghandschuhe
  6. Dreieckstuch (Ruhigstellung/Druckverband) und Sicherheitsnadeln
  7. Zeckenzange oder Zeckenkarte (in bewaldeten Regionen sinnvoll)
  8. Kühlpad (Prellungen, Verstauchungen)

Empfohlene Produkte

Verbandsset / Erste-Hilfe-Set

Verband & Material

Ein komplettes Set bündelt Pflaster, sterile Kompressen, Binden, Schere und Handschuhe – so ist die Grundausstattung auf einen Griff vollständig.

  • vollständige Grundausstattung (Pflaster, Kompressen, Binden, Verbandschere, Handschuhe, Dreieckstuch)
  • übersichtlich sortiert und wieder auffüllbar
  • robuste, staub- und spritzwassergeschützte Box oder Tasche
  • Inhaltsliste mit Verfalldaten zum Nachfüllen

Zeckenzange / Zeckenkarte

Verband & Material

Entfernt Zecken vollständig und schonend – wichtig in bewaldeten und graslandschaftlichen Regionen der Schweiz.

  • greift die Zecke möglichst hautnah, ohne den Körper zu quetschen
  • handlich und in der Hausapotheke wie im Notgepäck verstaubar
  • leicht zu reinigen und wiederverwendbar
  • optional mit Lupe für kleine (Nymphen-)Zecken

Grundausstattung: Medikamente & Messen

Für akute Beschwerden gehören ein Fieberthermometer und rezeptfreie Medikamente in die Hausapotheke. Als Schmerz- und Fiebermittel sind Paracetamol und Ibuprofen die gängigen Wirkstoffe; für Erwachsene ist auch Acetylsalicylsäure (Aspirin) erhältlich – für Kinder und Jugendliche ist sie jedoch ungeeignet (siehe «Häufige Fehler»). Dosierung und Anwendung richten sich immer nach der Packungsbeilage oder nach Rücksprache mit Arzt/Ärztin oder Apotheke.

Deine persönlichen Dauermedikamente gehören ebenfalls dazu – am besten getrennt und übersichtlich aufbewahrt, zusammen mit einer aktuellen Medikamenten- und Allergieliste.

  1. Fieberthermometer
  2. Schmerz- und Fiebermittel (z. B. Paracetamol, Ibuprofen) – Anwendung laut Packungsbeilage
  3. Mittel gegen Durchfall und Übelkeit/Erbrechen
  4. Elektrolyte / Rehydrationssalze
  5. Erkältungs-/Hustenmittel, Nasenspray
  6. Persönliche Dauermedikamente plus aktuelle Medikamenten- und Allergieliste

Empfohlene Produkte

Fieberthermometer

Messen

Misst Fieber zuverlässig und hilft einzuschätzen, ob ärztliche Hilfe nötig ist. Digitale und kontaktlose Modelle sind einfach zu bedienen.

  • schnelle, gut ablesbare Messung
  • für die ganze Familie geeignet (inkl. Kinder)
  • hygienisch zu reinigen, mit Schutzhülle
  • Batterie wechselbar oder Ersatz eingeplant

Richtig lagern

Lagere die Hausapotheke kühl, trocken und lichtgeschützt. Das Badezimmer ist dafür ungeeignet: Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen (Duschen) können Arzneimittel schädigen. Besser geeignet sind kühlere, trockene Räume wie Schlafzimmer, Flur oder ein Schrank.

Bewahre alles für Kinder unerreichbar auf – idealerweise in einem verschliessbaren Schrank oder Fach. Lass Medikamente in der Originalverpackung mitsamt Packungsbeilage; so bleiben Wirkstoff, Dosierung und Verfalldatum eindeutig.

Prüfe die Verfalldaten mindestens einmal pro Jahr (viele Ratgeber empfehlen ein- bis zweimal jährlich), ersetze Abgelaufenes und fülle Verbrauchtes nach.

Wie lege ich einen Medikamentenvorrat für Krisen an?

Bist du auf regelmässige Medikamente angewiesen, solltest du davon einen Vorrat anlegen und ihn getrennt von der übrigen Hausapotheke lagern. Eine feste, offizielle Wochen- oder Monatszahl für persönliche Dauermedikamente gibt der Bund bewusst nicht vor – der allgemeine Notvorrat ist auf rund eine Woche ausgelegt. Wie viel Reserve für dich sinnvoll ist, besprichst du am besten mit Arzt/Ärztin oder Apotheke; sie kennen auch die Regeln zu Wiederholungs-/Dauerrezepten, deren Gültigkeit zeitlich (kantonal unterschiedlich) begrenzt ist.

Rotiere den Vorrat wie beim Notvorrat nach dem Prinzip «First in, first out»: das Ältere zuerst verbrauchen, Nachschub hinten einräumen. So läuft nichts ab.

Abgelaufene oder nicht mehr benötigte Medikamente gehören zurück in die Apotheke oder Drogerie (Rücknahmepflicht seit 2001, haushaltsübliche Mengen meist kostenlos). Nie in den Hauskehricht und nie über Toilette oder Lavabo entsorgen – das belastet Gewässer und Trinkwasser.

  1. Vorrat an Dauermedikamenten anlegen und getrennt lagern
  2. Menge und Nachschub mit Arzt/Ärztin oder Apotheke klären (Wiederholungs-/Dauerrezept)
  3. Nach «First in, first out» rotieren und Verfalldaten im Blick behalten
  4. Abgelaufenes zurück in Apotheke/Drogerie – nie in Müll, Toilette oder Lavabo

Hygiene & Pandemie-Ergänzung

Für Situationen wie eine Pandemie empfiehlt der Bund einen Vorrat an Hygieneartikeln: rund 50 Hygienemasken pro Person, Händedesinfektionsmittel und Seife sowie Einweghandschuhe. Diese Artikel ergänzen die Hausapotheke und den Notvorrat.

  1. Ca. 50 Hygienemasken pro Person
  2. Händedesinfektionsmittel und Seife
  3. Einweghandschuhe
  4. Abfallbeutel für gebrauchtes Verband- und Hygienematerial

Notfallnummern griffbereit

Notiere die wichtigsten Nummern in der Hausapotheke und im Handy: Bei Vergiftungsverdacht (z. B. verschluckte Medikamente oder Haushaltsprodukte) hilft Tox Info Suisse rund um die Uhr unter 145. Bei lebensbedrohlichen Notfällen – Bewusstlosigkeit, Atemnot, Krampfanfall – wähle sofort den Sanitätsnotruf 144.

Häufige Fehler

  1. Abgelaufene Medikamente behalten: Wirkung kann nachlassen – mindestens jährlich aussortieren und ersetzen
  2. Reste horten: angebrochene Packungen, lose oder unbeschriftete Tabletten und Antibiotika-Reste gehören nicht in den Vorrat, sondern zurück in die Apotheke
  3. Im Badezimmer lagern: Feuchtigkeit und Wärme schaden den Arzneimitteln
  4. Nicht kindersicher: unverschlossen und in Reichweite von Kindern aufbewahrt
  5. Acetylsalicylsäure (Aspirin) bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften (Virus-)Infekten geben: wegen des seltenen, aber gefährlichen Reye-Syndroms vermeiden – für Kinder Paracetamol oder Ibuprofen gemäss Packungsbeilage bzw. ärztlichem Rat
  6. Persönliche Dauermedikamente vergessen: sie fehlen im Notvorrat am schnellsten und sind am schwersten zu ersetzen
  7. Verfalldaten nie prüfen: einmal angelegt und vergessen – ohne Rotation ist die Apotheke im Ernstfall unbrauchbar

Häufige Fragen

Wo sollte man die Hausapotheke lagern?

Kühl, trocken und lichtgeschützt sowie für Kinder unerreichbar, idealerweise in einem verschliessbaren Schrank. Das Badezimmer ist ungeeignet, weil Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen die Medikamente schädigen. Lass die Arzneimittel in der Originalverpackung mit Packungsbeilage.

Wie oft sollte man die Hausapotheke kontrollieren?

Mindestens einmal pro Jahr die Verfalldaten prüfen, Abgelaufenes aussortieren und Verbrauchtes nachfüllen. Wer die Apotheke aktiv nutzt, kontrolliert besser ein- bis zweimal jährlich. Rotiere nach dem Prinzip «First in, first out».

Wie viel Medikamentenvorrat für den Notfall?

Für persönliche Dauermedikamente einen Vorrat anlegen und getrennt lagern. Eine feste offizielle Wochenzahl gibt der Bund nicht vor; der allgemeine Notvorrat ist auf rund eine Woche ausgelegt. Wie viel Reserve für dich sinnvoll ist und wie du sie beziehst (Wiederholungs-/Dauerrezept), klärst du mit Arzt/Ärztin oder Apotheke.

Wie entsorgt man abgelaufene Medikamente in der Schweiz?

Abgelaufene oder nicht mehr benötigte Medikamente zurück in die Apotheke oder Drogerie bringen – es gilt eine Rücknahmepflicht, haushaltsübliche Mengen sind meist kostenlos. Nie in den Hauskehricht und nie über Toilette oder Lavabo, um Gewässer und Trinkwasser nicht zu belasten.

Welche Notfallnummer bei Vergiftung?

Bei Vergiftungsverdacht – etwa verschluckte Medikamente oder Haushaltsprodukte – berät Tox Info Suisse rund um die Uhr unter 145. Bei lebensbedrohlichen Symptomen wie Bewusstlosigkeit oder Atemnot sofort den Sanitätsnotruf 144 wählen.

Warum darf ich Kindern und Jugendlichen kein Aspirin geben?

Acetylsalicylsäure (Aspirin) ist für Erwachsene erhältlich, für Kinder und Jugendliche mit fieberhaften Virusinfekten aber ungeeignet – wegen des seltenen, aber gefährlichen Reye-Syndroms. Für Kinder eignen sich Paracetamol oder Ibuprofen gemäss Packungsbeilage bzw. ärztlichem Rat. Dieser Hinweis ersetzt keine ärztliche Beratung.

Welche Hygieneartikel brauche ich für eine Pandemie zusätzlich?

Für Situationen wie eine Pandemie empfiehlt der Bund rund 50 Hygienemasken pro Person, Händedesinfektionsmittel und Seife sowie Einweghandschuhe. Ein Abfallbeutel für gebrauchtes Verband- und Hygienematerial gehört dazu. Diese Artikel ergänzen die Hausapotheke und den übrigen Notvorrat.

Offizielle Quellen