Jodtabletten richtig
Auf Aktualität geprüft am 29.06.2026
Kaliumiodid-Tabletten (Kalium iodatum 65 mg) werden in der Schweiz vorsorglich an die Bevölkerung im Umkreis von 50 Kilometern um ein Kernkraftwerk verteilt. Eingenommen werden sie ausschliesslich auf behördliche Anweisung. Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren nehmen 2 Tabletten; für Personen über 45 Jahre wird die Einnahme nicht empfohlen.
Jodtabletten (Kaliumiodid) sättigen die Schilddrüse mit stabilem Jod, damit sie bei einem KKW-Störfall kein radioaktives Jod aufnimmt. Im Umkreis von 50 km um die Kernkraftwerke Beznau, Gösgen und Leibstadt werden sie vorsorglich an alle Haushalte verteilt; ausserhalb lagern Kantone und Gemeinden Vorräte.
Wie wirken Jodtabletten bei einem AKW-Störfall?
Bei einem schweren Störfall in einem Kernkraftwerk kann radioaktives Jod freigesetzt werden. Die Schilddrüse nimmt Jod auf, ohne zwischen stabilem und radioaktivem zu unterscheiden. Jodtabletten sättigen die Schilddrüse vorher mit stabilem Jod, sodass kein Platz mehr für das radioaktive bleibt.
Wichtig: Jodtabletten schützen AUSSCHLIESSLICH die Schilddrüse. Sie sind kein Allheilmittel gegen Strahlung. Deshalb gilt zusätzlich immer: ins Haus, Fenster und Türen schliessen, Lüftung aus, Radio und Alertswiss verfolgen.
Die Einnahme erfolgt NUR auf behördliche Anweisung. Erst messen die Behörden, dann folgt die Anweisung über Radio und Alertswiss – richtig getimt wirken die Tabletten am besten.
Das musst du wissen
- Einnahme NUR auf behördliche Anweisung (Radio, Alertswiss)
- Richtig getimt wirken sie am besten – zu früh oder zu spät bringt wenig
- Schützen NUR die Schilddrüse – deshalb gilt zusätzlich: drinnen bleiben
- Tabletten am festen Ort lagern, Haltbarkeit ist auf der Packung
Dosierung (gem. Packungsbeilage)
- Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren: 2 Tabletten
- Kinder von 3 bis 12 Jahren: 1 Tablette
- Säuglinge und Kleinkinder von 1 Monat bis 3 Jahre: ½ Tablette
- Neugeborene unter 1 Monat: ¼ Tablette (einmalige Gabe)
- Schwangere und Stillende: 2 Tabletten (max. 2 Tage)
Personen über 45 Jahre
- Personen über 45 Jahre: keine Einnahme empfohlen – das Risiko von Nebenwirkungen überwiegt den geringen Nutzen. Ausnahme: Schwangere und Stillende nehmen die Tabletten auch über 45 ein.
Wer bekommt Jodtabletten und woher?
Im Umkreis von 50 km um die Kernkraftwerke Beznau, Gösgen und Leibstadt werden Jodtabletten vorsorglich an alle Haushalte verteilt. Ausserhalb dieser Zone lagern Kantone und Gemeinden Vorräte, die im Ereignisfall verteilt würden.
Hinweis: Dies ersetzt keine medizinische Beratung. Bei einer bekannten Schilddrüsenerkrankung oder Jodunverträglichkeit kläre die Einnahme vorab mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
- Wissen, wo die Tabletten zu Hause liegen (fester, bekannter Ort)
- Haltbarkeitsdatum auf der Packung kennen und im Blick behalten
- Alertswiss installieren, um die Einnahme-Anweisung sicher zu empfangen
Häufige Fehler
- Tabletten vorsorglich «auf Verdacht» einnehmen – ohne behördliche Anweisung kein Nutzen, aber Nebenwirkungsrisiko
- Glauben, Jodtabletten schützten den ganzen Körper – sie schützen nur die Schilddrüse
- Dosierung der Kinder falsch zusammenfassen – die Altersstaffelung genau einhalten
- Bei Personen über 45 trotzdem einnehmen (Ausnahme nur Schwangere/Stillende)
- Nur Tabletten nehmen, aber nicht drinnen bleiben
| Personengruppe | Dosis |
|---|---|
| Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren | 2 Tabletten |
| Kinder 3–12 Jahre | 1 Tablette |
| Säuglinge 1 Monat – 3 Jahre | ½ Tablette |
| Neugeborene unter 1 Monat | ¼ Tablette (Einmaldosis) |
| Schwangere/Stillende | 2 Tabletten (max. 2 Tage; Alterslimite gilt nicht) |
| Über 45 Jahre | keine Einnahme empfohlen (Risiko überwiegt Nutzen) |
Einnahme nur auf behördliche Anweisung. Verteilung in der 50-km-Zone um ein Kernkraftwerk. Ersetzt keine ärztliche Beratung.
Häufige Fragen
Wie sind Jodtabletten dosiert?
Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren: 2 Tabletten · Kinder von 3 bis 12 Jahren: 1 Tablette · Säuglinge und Kleinkinder von 1 Monat bis 3 Jahre: ½ Tablette · Neugeborene unter 1 Monat: ¼ Tablette (einmalige Gabe) · Schwangere und Stillende: 2 Tabletten (max. 2 Tage)
Wer erhält Jodtabletten in der Schweiz?
Im Umkreis von 50 km um die Kernkraftwerke Beznau, Gösgen und Leibstadt werden sie vorsorglich an alle Haushalte verteilt; ausserhalb lagern Kantone und Gemeinden Vorräte.
Schützen Jodtabletten vor allen Auswirkungen von Radioaktivität?
Nein. Jodtabletten (Kaliumiodid) schützen ausschliesslich die Schilddrüse, indem sie sie mit stabilem Jod sättigen, damit sie kein radioaktives Jod aufnimmt. Sie sind kein Allheilmittel gegen Strahlung. Deshalb gilt zusätzlich immer: ins Haus gehen, Fenster und Türen schliessen, Lüftung ausschalten und Radio sowie Alertswiss verfolgen.
Warum wird Personen über 45 Jahren die Einnahme von Jodtabletten nicht empfohlen?
Bei Personen über 45 Jahren überwiegt das Risiko von Nebenwirkungen den geringen Nutzen, deshalb wird die Einnahme nicht empfohlen. Einzige Ausnahme sind Schwangere und Stillende: Sie nehmen die Tabletten auch über 45 ein. Grundsätzlich gilt die Einnahme nur auf behördliche Anweisung über Radio oder Alertswiss.
Offizielle Quellen
- Jodtabletten.ch Offizielle Infos & Bezug
- NAZ Radioaktivität überwachen
- BAG Strahlenschutz
- Szenario: Radioaktivität Verhalten bei KKW-Störfall