Die Evakuierung tötet, nicht die Strahlung.
Das ist keine Zuspitzung, sondern die Zahl aus dem BABS-Referenzszenario «gross»: 1 bis 2 Strahlentote (nur Anlagenpersonal), aber rund 180 Tote insgesamt — überwiegend durch die Evakuierung selbst: Verkehrsunfälle, Stress, verspätete Rettung. Fukushima bestätigt das Muster: dort gab es keine akuten Strahlentoten, aber eine erhöhte Sterblichkeit unter den evakuierten älteren Menschen — durch Stress und verspätete Hilfe. Der Instinkt, so schnell wie möglich wegzukommen, ist genau die Gefahr.
Warum drinnen bleiben richtig ist.
Die offizielle Anweisung bei einem KKW-Ereignis heisst «Vollzug geschützter Aufenthalt»: Gebäude aufsuchen, Fenster und Türen schliessen, Lüftung abschalten, Betroffenheit über Alertswiss oder Teletext 680 prüfen — und Jodtabletten nur auf behördliche Anordnung einnehmen. Beton wirkt: Ein guter Keller senkt die Belastung um ein Vielfaches — massive Gebäude und Untergeschosse bis etwa um den Faktor 200. Jod schützt nur die Schilddrüse, nicht vor der äusseren Strahlung, gegen die der Beton hilft.
Was in 72 Stunden wirklich passiert
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04:00 — Der Störfall beginnt.
Ein Kühlmittelleitungsbruch im Kernkraftwerk. Die Sicherheitshülle hält zunächst — es folgt eine rund neunstündige Vorphase. Zone 1 (3–5 km) wird vorsorglich evakuiert, noch bevor etwas austritt. Vom Einkaufszentrum in Zone 2 ahnt niemand etwas.
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12:58 — Die Sirene.
Allgemeiner Alarm: ein auf- und absteigender Heulton, eine Minute lang, parallel Alertswiss und die verbreitungspflichtige Radiomeldung. Das Signal sagt: Radio einschalten, Gebäude aufsuchen. Es sagt nicht, was zu tun ist — das kommt über Radio, Alertswiss und Teletext 680.
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13:00 — Die Freisetzung.
Eine ungefilterte Freisetzung beginnt und dauert rund zwei Stunden. In Abwindrichtung ist selbst im Haus bis etwa 50 km eine erhöhte Belastung möglich. Genau jetzt spielt euer Samstagnachmittag — und wer jetzt rausfährt, fährt in die Wolke.
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13:15–14:30 — Der Instinkt.
Die Menge strömt zu den Ausgängen und in die Tiefgarage. Der Mobilfunk bricht unter den Massen-Anrufen zusammen. Jetzt fällt die Entscheidung: ins Auto und heim zu den Jodtabletten (fühlt sich richtig an, ist tödlich) oder im Gebäude Schutz suchen (Center-Durchsage, Untergeschoss).
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ab 15:00 — Das Warten.
Die Freisetzung endet. Jetzt gilt: auf die echte Entwarnung warten, nicht auf ein Gerücht. Wer draussen war, hat Dosis und Kontamination mitgenommen; wer drinnen blieb, kam mit geringer Belastung durch. Die geordnete, geschützte Evakuierung — falls nötig — kommt später, auf Anweisung.
Die tödlichsten Fehler
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Ins Auto und heim zu den Jodtabletten.
Der tödlichste Instinkt. Im Auto bist du kaum geschützt, im Freien voll exponiert, und die Ausfallstrassen sind verstopft — genau dort passieren die Verkehrsunfälle, die im BABS-Szenario die meisten Opfer fordern. Die Tabletten zu Hause helfen nichts, wenn ihr nie ankommt. Bleib, wo Beton über dir ist.
Schützt dich: Gefahr: Radioaktivität Schutzraum Schweiz
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Jodtabletten zu früh schlucken.
Jod schützt nur die Schilddrüse und nur im richtigen Zeitfenster — kurz vor bis unmittelbar bei der Gefährdung, und nur auf behördliche Anordnung. Zu früh eingenommen verpufft die Wirkung. Das Einkaufszentrum als Betrieb in der Zone hält eigene Tabletten bereit; die Regel bleibt: erst die Anordnung, dann die Tablette.
Schützt dich: Jodtabletten richtig einnehmen
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Raus an die «frische Luft» für die Kinder.
Der gut gemeinte Innenraum-Fehler: ein offenes Fenster oder eine offene Tür hebt den Schutz der Gebäudehülle auf. Die Durchsage sagt es deutlich — Fenster und Türen zu, Lüftung aus. Drinnen bei geschlossener Hülle ist die Luft für die Kinder sicherer als draussen.
Schützt dich: Schutzraum Schweiz Gefahr: Radioaktivität
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Einem Gerücht statt der Entwarnung folgen.
«Es soll vorbei sein» ist keine Entwarnung. Frühbewegung während oder kurz nach der Freisetzung heisst: nochmal hinein in die Belastung. Warte auf die bestätigte behördliche Anweisung über Radio und Alertswiss — auch wenn die Kinder quengeln und das Warten hart ist.
Schützt dich: Lagebild Schweiz Funk & Information
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Nur kurz raus — etwas holen.
Das Kuscheltier im Auto, der Hund am Veloständer, die Jacke im Kofferraum: Der kurze Weg fühlt sich harmlos an, weil man nichts sieht und nichts riecht. Aber während einer Freisetzung zählt jede ungeschützte Minute im Freien — und «zwei Minuten» sind nie zwei Minuten. Was draussen liegt, bleibt draussen, bis die Entwarnung kommt.
Schützt dich: Gefahr: Radioaktivität Schutzraum Schweiz
Funk im Blackout — deine Rückfallebene
Kein Funkgerät — aber dieselbe Frage: Woher weisst du, was gilt? Vier Kanäle zählen im Spiel wie in der Realität, und im Gebäude ist der zuverlässigste ausgerechnet der, den du nicht dabei hast:
- Radio (SRF). Die verbreitungspflichtige Meldung bringt die amtliche Lage und später die Jod-Anordnung. Ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio empfängt auch dann, wenn das Handynetz zusammengebrochen ist. Im Auto klar über die Dachantenne.
- Alertswiss & Teletext 680. Alertswiss pusht amtliche Warnungen aufs Handy — solange das Netz trägt. Über Teletext 680 prüfst du, ob deine Gemeinde oder dein Sektor betroffen ist. Bei Massen-Anrufen wird der Mobilfunk unzuverlässig; verlass dich nicht allein darauf.
- Center-Durchsage. Im Gebäude die konkreteste Quelle: Die Centerleitung sagt an, wo Schutz ist (Untergeschoss, Tiefgarage) und wann der Betrieb Jodtabletten ausgibt. In der Tiefgarage ist der Mobilfunk tot — die Durchsage erreicht dich trotzdem. Das ist der Lehreffekt: der sichere Ort ist der, wo dein Handy nichts mehr taugt.
- Anruf nach Hause. Emotional das Wichtigste — und praktisch das Unzuverlässigste. Das Netz ist überlastet, der Anruf oft besetzt, und jeder Versuch kostet Akku, Zeit und Nerven. Ein kurzes «uns geht's gut» statt langer Telefonate schont beides.
Merksatz (im Spiel wie im Ernstfall): Die Sirene informiert, sie instruiert nicht — schalte Radio und Alertswiss ein und folge der Anweisung. Bleib drinnen, halte Fenster und Lüftung zu, und nimm Jodtabletten nur auf behördliche Anordnung. Beton schützt, Eile tötet.
Mehr dazu in unserem Funk-Bereich: Gefahr: Radioaktivität Jodtabletten Funk & Information
Häufige Fragen
Ist das Szenario realistisch?
Der Ablauf folgt dem BABS-Referenzszenario eines KKW-Unfalls und den ENSI-Notfallschutzzonen: rund neun Stunden Vorphase, eine ungefilterte Freisetzung von etwa zwei Stunden, Zonen von 3–5 km (Zone 1) und rund 20 km (Zone 2) mit 120°-Gefahrensektoren. Fiktiv sind das Center, die Figuren und die exakte Windlage. Wichtig: Die BABS-Zahlen sind eine Planungs-Projektion, keine gemessene Statistik eines realen Schweizer Ereignisses.
Stimmt es, dass die Strahlung kaum jemanden tötet?
Ja — im Referenzszenario «gross» rechnet das BABS mit 1 bis 2 akuten Strahlentoten (nur Anlagenpersonal), aber rund 180 Toten insgesamt, überwiegend durch die Evakuierung: Verkehrsunfälle, Stress, verspätete Rettung. Fukushima zeigt dasselbe Muster: keine akuten Strahlentoten, aber eine erhöhte Sterblichkeit unter den evakuierten älteren Menschen durch Stress und verspätete Hilfe. Deshalb ist im Spiel der akute Strahlentod ein extrem seltener Ausnahmefall — der Tod kommt fast immer über den Unfall.
Wann nimmt man Jodtabletten?
Nur auf behördliche Anordnung, und nur im richtigen Zeitfenster — kurz vor bis unmittelbar bei der Gefährdung. Zu früh eingenommen verpufft die Wirkung. Jod schützt ausschliesslich die Schilddrüse, vor allem die von Kindern, Jugendlichen und Schwangeren, und nicht vor der äusseren Strahlung. Vorverteilte Tabletten liegen zu Hause; Betriebe in der Zone halten eigene bereit.
Was schützt am besten?
Drinnen bleiben und die Gebäudehülle schliessen. Ein guter Keller senkt die Belastung um ein Vielfaches — massive Gebäude und Untergeschosse bis etwa um den Faktor 200, ein Schutzraum noch stärker. Fenster und Türen zu, Lüftung aus, Betroffenheit über Alertswiss oder Teletext 680 prüfen — und auf die Anweisung warten. Der Schutzfaktor des Betons ist der stärkste Hebel des ganzen Tages.
Speichert das Spiel Daten?
Nein. Kein Cookie, kein Konto, keine Anmeldung, kein Tracking. Dein Spielstand steckt ausschliesslich in der Adresse (URL) dieser Seite — schliesst du den Tab, ist er weg. Du kannst die URL teilen oder als Lesezeichen sichern; sie enthält keine persönlichen Daten, nur deine Entscheidungen.
Warum genau zwei Stunden?
Weil die kritische Phase eines solchen Ereignisses so lang ist: Die ungefilterte Freisetzung dauert im Referenzszenario rund zwei Stunden. Das Spiel setzt mit dem Sirenenalarm zu Beginn dieser Phase ein und endet, wenn sich entscheidet, wer geschützt war. Es ist bewusst ein Nachmittag, kein mehrtägiges Überleben — die folgenreichsten Entscheidungen fallen in diesen zwei Stunden.