Der Feind ist die Kaskade über Wochen.
Nicht ein dramatischer Moment trifft dich, sondern die Kette der Ausfälle: Ohne Strom stehen die Elektropumpen, das Wasser bleibt aus — Hochzonen und obere Stockwerke zuerst. Karten- und TWINT-Zahlung fallen aus, nur Bargeld kauft noch. Die Mobilfunkmasten laufen nur eine gute Stunde auf Batterie, dann ist das Handynetz tot. Die Kühlkette reisst, Regale leeren sich in Tagen, und im Winter fällt mit dem Strom auch die Heizung aus — Gas, Öl, Wärmepumpe und Fernwärme brauchen alle Strom. Wer VOR dem Ereignis vorgesorgt hat, puffert jeden dieser Schläge; dem Unvorbereiteten schlägt jeder Tick voll durch.
Der Sonnensturm ist der Auslöser — der Blackout die Schweizer Gefahr.
Der Bund führt den Sonnensturm als nationale Gefährdung und ausdrücklich als möglichen Auslöser eines Stromausfalls (Nationale Risikoanalyse KNS 2025). Die eigentliche, offiziell geführte Gefahr für die Bevölkerung heisst «Stromausfall / Blackout». Ehrlich bleibt dabei: Das amtliche Stromausfall-Szenario dauert zwei bis vier Tage; der monatelange Blackout durch zerstörte Grosstransformatoren, den dieses Spiel dramaturgisch ausspielt, ist eine Worst-Case-Studienschätzung, kein Schweizer Behördenfakt. Genau deshalb trägt der lange Bogen den Lerneffekt: Er macht die Kaskade erlebbar, die eine gewohnte kurze Störung nie zeigt.
Was in 72 Stunden wirklich passiert
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Vorwarnung — Stunden.
Eine Weltraumwetter-Warnung meldet den Sturm; die konkrete Vorwarnfrist ist kurz. Jetzt fallen die Weichen: Wasser fassen, Bargeld holen, Radio prüfen, die Nachbarin einbinden. Wer jetzt handelt, puffert die kommenden Wochen.
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Tag 1 — Der Netzkollaps.
Die geomagnetisch induzierten Ströme treffen die Grosstransformatoren, das Netz bricht zusammen. Aufzüge stehen, Ampeln sind tot, der Kühlschrank verstummt. Die erste Nacht entscheidet, wie sicher du kochst und wärmst.
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Tag 2–3 — Die Grundversorgung kippt.
Der Hahn gibt nur noch ein Rinnsal, das Handynetz ist weg, Kartenzahlung tot. Was du vorher gefasst und geholt hast, ist jetzt alles, was du hast.
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Woche 1 — Der Graben öffnet sich.
Zapfsäulen tot, Regale leer, nur Bargeld kauft. Der Vorbereitete zehrt vom Vorrat und wirkt fast normal; dem Unvorbereiteten fehlt an allen Ecken das Nötigste.
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Woche 2–3 — Kühlkette und Kälte.
Das kühlpflichtige Medikament der Nachbarin wird zum Problem, im Winter zehrt die kalte Wohnung an allen. Nachbarschaft und Rationierung tragen jetzt — oder eben nicht.
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Woche 4 — Der Höhepunkt.
Die Krise der Nachbarin, die geruchlose CO-Gefahr durch Grill und Generator im Innenraum, der Druck auf die Vorräte. Hier fällt, wer rechtzeitig organisierte Hilfe holt und die Warnzeichen deutet.
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Monat 2 — Rollierende Teilversorgung.
Der Strom kehrt zonenweise in Fenstern zurück; der Bund kann zyklische Abschaltungen anordnen (etwa vier Stunden Strom, vier Stunden keiner). Wer die Fenster kennt, plant Laden, Kochen und Zahlen gezielt.
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Danach — Teil-Wiederkehr.
Das Netz stabilisiert sich langsam; Geräte schaltet man einzeln nacheinander ein. Wer vorbereitet war, kommt gestärkt heraus — für den Unvorbereiteten bleiben Verluste an Gesundheit, Gut und Vertrauen.
Die tödlichsten Fehler
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Grill oder Generator im Innenraum betreiben.
Der klassische, tödlichste Blackout-Fehler. Kohlenmonoxid ist farb-, geruch- und geschmacklos; Kopfweh und Übelkeit sind die einzige Warnung, und im Schlaf kommt sie gar nicht. Holzkohle- und Gasgrill sowie Benzin-Generatoren gehören ausnahmslos ins Freie — auch nicht «nur kurz» bei gekipptem Fenster. Der gelüftete Gaskocher ist der einzige sichere Weg drinnen.
Schützt dich: Kochen und Heizen ohne Strom Erste Hilfe: Vergiftung
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Sich auf Karte und TWINT statt Bargeld verlassen.
Fällt der Strom, sind Bankomat, Karten- und mobile Zahlung tot — nur Bargeld kauft noch. Wer nichts in kleinen Noten zuhause hat, steht im Laden mit leeren Händen, während die Regale sich leeren. Bargeldreserve anlegen, bevor der Automat ausfällt.
Schützt dich: Bargeldreserve anlegen Gefahr: Stromausfall
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Das Handy als Informationsquelle einplanen.
Die Mobilfunkmasten laufen bei Stromausfall nur etwa eine Stunde auf Batterie, wichtige Knoten bis vier Stunden — danach ist das Netz tot, egal wie voll dein Akku ist. Dann ist das batteriebetriebene Radio oder Kurbelradio der einzige verlässliche Kanal. Ohne Radio bleiben nur Gerüchte, die in die Irre führen.
Schützt dich: Gefahr: Ausfall der Kommunikation Satellitenkommunikation
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Die vulnerable Person zu spät ernst nehmen.
Die kühlpflichtigen Medikamente einer allein lebenden Nachbarin sind der eigentliche Verlustkanal. Wer nicht regelmässig nach ihr sieht und keinen Kühlplan bedenkt, bemerkt zu spät, wie kritisch es wird. Tägliche Checks und der im Voraus gekannte Notfalltreffpunkt sind die entscheidende Frühwarnung.
Schützt dich: Hausapotheke Notvorrat anlegen
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Die brennende Kerze beim Einschlafen.
Wochenlang sind Kerzen Licht, Uhr und Gesellschaft — und genau darin liegt die Gefahr: Man hört auf, sie zu sehen. Eine umgekippte Kerze, ein Vorhang, ein Stapel Zeitungen, und der stromlose Blackout bekommt seinen stillsten Todeskanal. Brände durch unsachgemässen Kerzengebrauch sind eine dokumentierte Todesursache im Stromausfall. Kerzen immer beaufsichtigen, auf feuerfeste Unterlagen stellen, nichts Brennbares darüber — und beim Rausgehen oder Einschlafen löschen. Eine flammenlose LED- oder Stirnlampe ist die sichere Alternative.
Schützt dich: Stromausfall überstehen Warm bleiben ohne Heizung
Funk im Blackout — deine Rückfallebene
Im Sonnensturm-Blackout bricht die gewohnte Kommunikation zusammen — hier zählt, dass du empfangen kannst und die Verletzlichsten erreichst. Vier Kanäle tragen im Spiel wie in der Realität:
- NOAA / Weltraumwetter — die Vorwarnung. Die amtliche Weltraumwetter-Warnstelle (NOAA SWPC) beobachtet Flares und koronale Massenauswürfe. Der L1-Satellit DSCOVR liefert vor dem Erd-Eintritt nur eine kurze, minuten- bis stundenkurze konkrete Warnung — und ein G5-Sturm bedeutet nicht automatisch einen Blackout. Aber er kann einer werden.
- Batterie- und Kurbelradio — die Lage. Wenn das Handynetz nach Stunden weg ist, ist das batteriebetriebene Radio (SRF) der wichtigste und verlässlichste Info-Kanal. Es meldet die Behördenlage und, bei rollierender Versorgung, die Stromfenster. Ersatzbatterien und ein Kurbelradio gehören in jeden Notvorrat.
- Alertswiss & Behörden. Die Alertswiss-App (vorab installieren) und die kantonalen Kanäle bündeln die Verhaltensempfehlungen: netzbetriebene Geräte ausschalten, nach dem Ausfall einzeln nacheinander wieder ein, Notrufe und Netze nur im echten Notfall nutzen, Nachbarn informieren und unterstützen.
- Notfalltreffpunkt — wenn alles schweigt. Fallen Handy, Radio und TV aus, ist der Notfalltreffpunkt die Anlaufstelle: Dort gibt es Lage-Informationen, und man kann Notrufe an die Blaulichtorganisationen absetzen. Den eigenen NTP im Voraus kennen — im Blackout lädt keine Online-Karte.
Merksatz (im Spiel wie im Ernstfall): Wasser fassen und rationieren, Bargeld in kleinen Noten, Batterie-Radio statt Handy, drinnen nur mit gelüftetem Gaskocher — Grill und Generator NIE im Innenraum (Kohlenmonoxid). Im Winter einen Raum halten, Decken und Schichten, zusammenrücken. Nach der vulnerablen Person sehen, ihr Medikament kühl sichern, den Notfalltreffpunkt kennen. Und: Man verhindert den Blackout nicht — man verhindert, dass er einen ruiniert.
Mehr dazu in unserem Funk-Bereich: Stromausfall überstehen Warm bleiben ohne Heizung Notstrom und Solar Gefahr: Energiemangel Gefahr: Sonnensturm
Häufige Fragen
Ist das Szenario realistisch?
Die Phänomen-Kette ist gesichert: Ein Sonnensturm (Flare, koronaler Massenauswurf, geomagnetischer Sturm) kann über geomagnetisch induzierte Ströme Grosstransformatoren schädigen und einen grossflächigen Stromausfall auslösen. Der Bund führt den Sonnensturm als Gefährdung und als möglichen Auslöser eines Stromausfalls (KNS 2025). Wichtig und ehrlich: Das amtliche Stromausfall-Szenario dauert zwei bis vier Tage; der monatelange Blackout, den dieses Spiel ausspielt, ist eine Worst-Case-Studienschätzung, kein Schweizer Behördenfakt. Figuren, Wohnung und genauer Verlauf sind fiktiv.
Warum dauert der Blackout hier Wochen und nicht Tage?
Weil ein Sonnensturm im Extremfall nicht nur den Strom abschaltet, sondern Grosstransformatoren beschädigen kann — und die sind massgefertigt, nicht ab Lager. Studien (Lloyd’s, US-NAS, Metatech) rechnen dann mit Wochen bis Monaten Wiederherstellung. Das ist das plausible Extrem, das dieses Spiel dramaturgisch ausspielt, um die Kaskade erlebbar zu machen — nicht die amtliche Schweizer Erwartung, die bei zwei bis vier Tagen liegt.
Warum ist Kohlenmonoxid der gefährlichste Fehler?
Weil es die häufigste tödliche Blackout-Falle ist und ohne Vorwarnung zuschlägt. Grill oder Generator im Innenraum setzen Kohlenmonoxid frei — farb-, geruch- und geschmacklos. Es verdrängt den Sauerstoff im Blut; Kopfweh und Übelkeit sind die einzige Warnung, im Schlaf fehlt auch die. Grill und Generator gehören ausnahmslos ins Freie; drinnen ist nur der gut gelüftete Gaskocher vertretbar, möglichst kurz.
Was unterscheidet «vorbereitet» und «unvorbereitet»?
Nur der Startzustand und die verfügbaren Optionen — nie ein besserer Tipp. Der Vorbereitete hat Wasser, Bargeld, Radio, Kocher, Medikamentenvorrat und Nachbarschaftskontakte und kann deshalb wirksamere Handlungen wählen. Der Unvorbereitete sieht dieselben Szenen, aber die ressourcengebundenen Optionen fehlen ihm. Der Unterschied wird nur über die erlebte Konsequenz spürbar — und er zeigt sich bewusst erst über die Wochen.
Speichert das Spiel Daten?
Nein. Kein Cookie, kein Konto, keine Anmeldung, kein Tracking. Dein Spielstand steckt ausschliesslich in der Adresse (URL) dieser Seite — schliesst du den Tab, ist er weg. Du kannst die URL teilen oder als Lesezeichen sichern; sie enthält keine persönlichen Daten, nur deine Entscheidungen.
Was soll ich konkret vorbereiten?
Die amtliche Notvorrat-Liste ist der beste Anfang: neun Liter Trinkwasser pro Person und Woche, Lebensmittel für rund eine Woche, batteriebetriebenes Radio und Kurbelradio mit Ersatzbatterien, Taschenlampe, Kerzen, Gaskocher, Powerbank, etwas Bargeld, persönliche Medikamente und Hygieneartikel. Dazu: den Notfalltreffpunkt kennen, mit der Nachbarschaft reden und für kühlpflichtige Medikamente einen Plan haben.