Anleitung · GUIDE 28

Kochen & Heizen ohne Strom

Auf Aktualität geprüft am 04.07.2026

Verbrenne drinnen niemals Kohle, Benzin, Petrol oder Gasgrills – sie bilden Kohlenmonoxid, ein farb- und geruchloses Gas, das in Minuten tötet; ein offenes Fenster genügt nicht als Schutz. Koche mit offener Flamme im Freien. Drinnen setzt du auf kalt essbare Vorräte. Zum Warmbleiben heizt du nur einen kleinen Raum, dichtest ihn ab und nutzt Schichtkleidung, Schlafsäcke und Decken.

Fällt der Strom aus, sind Herd, Backofen und oft auch die Heizung tot. Die grösste Gefahr in dieser Lage ist nicht der Hunger oder die Kälte, sondern ein unsichtbares Gas: Kohlenmonoxid. Jedes Jahr sterben Menschen, weil sie einen Holzkohlegrill, einen Gaskocher oder einen Benzingenerator in die Wohnung, den Keller oder die Garage stellen. Dieser Ratgeber zeigt, wie du ohne Strom sicher warme Mahlzeiten zubereitest, wie du einen Raum warm hältst und welche drei Regeln über Leben und Tod entscheiden. Er ersetzt keine Beratung durch Feuerwehr, Brandschutzstelle oder Arzt – im Notfall gilt in der Schweiz: Sanität 144, Vergiftungsnotruf 145.

Die tödliche Gefahr: Kohlenmonoxid verstehen

Kohlenmonoxid (CO) entsteht bei jeder Verbrennung, bei der zu wenig Sauerstoff da ist – also genau dann, wenn ein Grill, Kocher oder Ofen in einem geschlossenen Raum brennt. Das Gas ist farblos, geruchlos und geschmacklos; man kann es mit den Sinnen nicht wahrnehmen. Es reizt weder Augen noch Atemwege, es gibt also keine natürliche Warnung.

Im Körper dockt CO an denselben Stellen des roten Blutfarbstoffs an wie Sauerstoff – und zwar viel stärker. Dadurch wird das Blut mit CO statt mit Sauerstoff beladen, und die Zellen und Organe ersticken innerlich. Genau deshalb kann eine hohe CO-Konzentration innert Minuten bewusstlos und tot machen, und die Zeitspanne zwischen den ersten Symptomen und der Bewusstlosigkeit ist kurz.

Die ersten Anzeichen einer CO-Vergiftung sind unspezifisch und werden leicht verkannt: Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit und Benommenheit, später Erbrechen, Atemnot und Verwirrtheit bis zur Bewusstlosigkeit. Weil mehrere Personen im selben Raum gleichzeitig erkranken, ist das ein wichtiges Warnzeichen.

Für Einsteiger: Merke dir eine einzige Regel, die fast alle Unfälle verhindert – nichts mit Flamme oder Motor verbrennt drinnen. Kein Grill, kein Gaskocher als Dauerbetrieb, kein Heizpilz, kein Generator, auch nicht «nur kurz» und auch nicht bei offenem Fenster.

Experten-Tipp: Ein Kohlenmonoxid-Melder (Norm EN 50291 für den Wohnbereich) warnt, bevor gefährliche Konzentrationen entstehen – anders als ein Rauchmelder, der CO nicht erkennt. Sinnvoll ist er überall dort, wo mit Flamme geheizt oder gekocht wird, besonders bei Cheminée, Holz- oder Petroleumofen. Er ersetzt aber keine der Verhaltensregeln, sondern ist die letzte Rückfalllinie.

  1. Sofort raus an die frische Luft – Betroffene und dich selbst; bei Eigengefahr zuerst die Feuerwehr rufen
  2. Fenster und Türen weit öffnen und den Raum verlassen (nicht darin verweilen, um zu lüften)
  3. Verbrennungsquelle nur abstellen, wenn das ohne Aufenthalt im Raum möglich ist
  4. Notruf: bei schweren Symptomen oder Bewusstlosigkeit Sanität 144; zur Beratung Vergiftungsnotruf 145 (Tox Info Suisse)
  5. Bewusstlose mit normaler Atmung in die stabile Seitenlage; bei fehlender Atmung sofort Reanimation

Empfohlene Produkte

Kohlenmonoxid-Melder

Sicherheit

Warnt vor dem unsichtbaren, geruchlosen Gas, das ein Rauchmelder nicht erkennt – besonders bei Cheminée, Holz- oder Petroleumofen.

  • Norm EN 50291 für den Wohnbereich
  • klar ablesbare Anzeige und lauter Alarm
  • fest verbaute Batterie mit mehrjähriger Lebensdauer oder Batteriewarnung
  • Ende der Nutzungsdauer (Sensoralterung) gekennzeichnet

Wie koche ich ohne Strom – drinnen und draussen?

Am sichersten überbrückst du einen Stromausfall mit Lebensmitteln, die du ohne Kochen essen kannst – Brot und Knäckebrot, Konserven, Hartkäse, Trockenfleisch, Schokolade, Zwieback, Trockenfrüchte. Der Bund empfiehlt solche kalt geniessbaren Vorräte ausdrücklich für den Fall, dass die Herdplatten kalt bleiben. Damit brauchst du im Innenraum gar keine offene Flamme.

Willst du warm kochen, gehört die offene Flamme ins Freie: auf den Balkon, die Terrasse oder in den Garten. Ein Campingkocher mit Gaskartusche, ein Grill oder ein Hobo-Kocher erledigt das zuverlässig. Die Schweizer Beratungsstelle für Brandverhütung rät ausdrücklich davon ab, Campingkocher in Innenräumen zu verwenden – wegen des hohen Risikos einer Kohlenmonoxidvergiftung. Eine gelbe statt blauer Flamme ist ein Warnzeichen für unvollständige Verbrennung.

Auch das Fondue-Rechaud verdient Respekt: Die Hauptgefahr ist hier Brand und Verpuffung. Brennpaste ist deutlich sicherer als flüssiger Brennsprit. Ein heisses Rechaud niemals nachfüllen – es besteht Explosionsgefahr –, Stichflammen nie ausblasen, und das brennende Rechaud nie unbeaufsichtigt lassen. Für gute Belüftung sorgen.

Für Einsteiger: Plane einen kleinen Gaskocher mit mehreren Reservekartuschen ein und benutze ihn draussen. So bist du unabhängig vom Herd, ohne dich in Gefahr zu bringen. Einen manuellen Dosenöffner nicht vergessen – elektrische funktionieren ohne Strom nicht.

Experten-Tipp: Rechne deinen Gasbedarf grob durch. Als robuster Richtwert braucht ein Liter Wasser rund vier bis fünf Minuten und grössenordnungsmässig 10 bis 15 Gramm Gas zum Aufkochen – abhängig von Kocher, Wind und Wassertemperatur. Eine 450-Gramm-Kartusche liefert damit grob rund drei Stunden Brennbetrieb bzw. genügt für etwa 25 bis 30 Liter Wasser; eine 230-Gramm-Kartusche etwa die Hälfte. Kalkuliere für den Vorrat pro warmer Mahlzeit eher grosszügig und halte Reservekartuschen bereit.

Kochen ohne Strom: Optionen im Vergleich
Methode Wo erlaubt Wichtigste Sicherheitsregel
Kalt essbarer Vorrat (Konserven, Käse, Brot) drinnen & draussen keine Flamme nötig – sicherste Option
Gaskocher / Campingkocher (Kartusche) nur im Freien Beratungsstelle für Brandverhütung rät von Innenraumbetrieb ab (CO)
Grill (Holzkohle/Gas) nur im Freien mind. 1 m zu Brennbarem; nie in Wohnung/Garage
Hobo-Kocher / Feuerstelle nur im Freien Sorgfaltspflicht, Wind/Feuerverbote beachten
Fondue-Rechaud (Brennpaste) drinnen mit Belüftung nie heiss nachfüllen, nie unbeaufsichtigt

Offene Flamme und Verbrennungsgeräte gehören grundsätzlich ins Freie. Drinnen ist der kalt essbare Vorrat die sichere Wahl. Waldrand- und Feuerverbote sind in der Schweiz kantonal geregelt und können bei Trockenheit kurzfristig gelten.

Empfohlene Produkte

Gaskocher mit Reservekartuschen

Zubereitung

Macht Kochen unabhängig vom Herd – ausschliesslich im Freien verwenden (Kohlenmonoxid). Genügend Reservekartuschen einplanen.

  • Kartuschen nach Norm EN 417 (weit verbreitet, gut verfügbar)
  • Ventil-/Schraubkartusche (wiederverschliessbar) statt Stechkartusche
  • windstabil und standsicher für grössere Töpfe
  • Reservekartuschen passend zum Gasbedarf (Richtwert ~10–15 g pro Liter Wasser)
  • Piezo-Zündung plus separates Feuerzeug als Reserve

Fondue-/Rechaud-Set mit Brennpaste

Zubereitung (Innenraum, mit Vorsicht)

Für warme Mahlzeiten am Tisch. Brennpaste ist sicherer als flüssiger Brennsprit; für gute Belüftung sorgen.

  • Brennpaste statt flüssigem Brennsprit
  • standsicherer Rechaud-Aufbau, kippsicher
  • nie heiss nachfüllen (Explosionsgefahr) – Konstruktion beachten
  • Löschdecke/Deckel griffbereit (Fettbrand nie mit Wasser löschen)

Brandschutz beim Kochen im Freien

Auch draussen gelten klare Abstände. Ein Grill steht standfest auf stabiler Unterlage, und brennbares Material – Möbel, Sonnenschirm, Hecke, Hausfassade – gehört mindestens einen Meter weg. Eine Feuerschale oder ein Feuerkorb braucht mehr Platz: mindestens drei Meter Abstand zu Brennbarem und niemals unter einer Überdachung. Asche kann tagelang glühen; lass sie mindestens 48 Stunden vollständig auskühlen, bevor du sie entsorgst.

Einen allgemeingültigen Schweizer Mindestabstand offener Feuerstellen zum Gebäude gibt es nicht – hier gilt die Sorgfaltspflicht: je grösser das Feuer und je mehr Wind, desto grösser der Abstand. Bei Trockenheit können Kantone kurzfristig Feuerverbote erlassen; informiere dich vorher.

Für Einsteiger: Halte immer Löschmittel bereit – einen Eimer Wasser oder Sand, bei Fettbränden (Rechaud, Pfanne) niemals Wasser, sondern einen Deckel oder eine Löschdecke.

  1. Platz im Freien wählen, standfest und windgeschützt, nie unter Dach oder Vordach
  2. Brennbares entfernen: mind. 1 m beim Grill, mind. 3 m bei Feuerschale/Feuerkorb
  3. Löschmittel bereitstellen (Wasser/Sand; Löschdecke für Fettbrand)
  4. Feuer/Kocher nie unbeaufsichtigt lassen, Kinder und Haustiere fernhalten
  5. Asche mind. 48 Stunden auskühlen lassen, bevor sie entsorgt wird

Wie halte ich einen Raum ohne Strom warm?

Ohne Heizung ist die wirksamste Strategie, nicht die Wohnung, sondern einen einzigen kleinen Raum warm zu halten. Schliesse die Türen zu allen übrigen Zimmern, dichte Türritzen mit Decken oder Handtüchern ab und dämme die Fenster nachts mit Vorhängen, Rollläden oder Decken. Alle Personen halten sich zusammen in diesem Raum auf – Körperwärme zählt.

Gegen die Kälte am Körper hilft das Zwiebelprinzip: mehrere dünne Schichten übereinander, die isolierende Luft einschliessen, wärmen besser als ein einzelnes dickes Kleidungsstück. Nachts sind ein guter Schlafsack und zusätzliche Decken die beste Wärmequelle. Bei Schlafsäcken ist die Komforttemperatur nach Norm der massgebliche Kaufwert – nicht die Extremtemperatur, die nur eine Überlebensgrenze markiert.

Kerzen und Teelichter taugen nicht zum Heizen. Ein Teelicht liefert nur rund 30 bis 40 Watt Wärme, während ein Raum je nach Grösse einige hundert bis über tausend Watt braucht. Auch der beliebte «Teelichtofen» mit umgestülptem Blumentopf erzeugt physikalisch keine zusätzliche Wärme – er verteilt sie nur um. Gefährlich ist er trotzdem: Feuerwehren und Kaminfeger warnen, weil eng stehende Teelichter sich gegenseitig entzünden und einen Wachsbrand mit Stichflamme auslösen können, der sich – wie ein Fettbrand – nicht mit Wasser löschen lässt.

Für Einsteiger: Bewege dich, iss und trinke warm (falls sicher zubereitbar), und lege eine isolierende Schicht zwischen dich und den kalten Boden – eine Isomatte oder gefaltete Decke. Mütze auf: über jede unbedeckte Körperstelle geht Wärme verloren – der Kopf gibt sie etwa proportional zu seiner Oberfläche ab (rund 7–10 %), nicht überproportional. Die Mütze hilft trotzdem, weil der Kopf oft die einzige unbedeckte Stelle ist.

Experten-Tipp: Wer über ein Cheminée oder einen Holzofen verfügt, hat eine echte Wärmequelle – aber nur bei korrekter Bedienung. Der Kaminzug muss jederzeit gewährleistet sein; er baut sich erst nach einigen Minuten auf. Wird die Luftzufuhr zu früh oder zu stark gedrosselt oder ist der Kamin verstopft, entsteht durch Luftmangel Kohlenmonoxid, das in den Wohnraum gelangen kann. Nie unbeaufsichtigt brennen lassen, Kinder nie allein im Raum lassen und einen CO-Melder installieren.

  1. Einen kleinen Raum wählen und alle übrigen Türen schliessen
  2. Türritzen abdichten, Fenster nachts mit Decken/Vorhängen dämmen
  3. Zusammenrücken – Körperwärme und gemeinsamer Raum
  4. Zwiebelprinzip anziehen, Kopf bedecken, vom Boden isolieren
  5. Nachts in Schlafsack (Komforttemperatur beachten) und Decken
  6. Warme Getränke/Mahlzeiten nur mit sicher (im Freien) erhitztem Essen

Empfohlene Produkte

Winterschlafsack & Wolldecken

Wärme

Die zuverlässigste Wärmequelle ohne Strom. Schlafsack nach Komforttemperatur wählen, nicht nach der Extremangabe.

  • Komforttemperatur passend zur erwarteten Raumtemperatur (Norm EN ISO 23537)
  • Mumienform mit Kapuze speichert mehr Wärme
  • Isomatte/Unterlage gegen Kälte von unten einplanen
  • zusätzliche Woll- oder Fleecedecken zum Kombinieren

Zusatzheizungen mit Flamme: nur mit grösster Vorsicht

Petroleum- und Katalytöfen werden als netzunabhängige Zusatzheizung angeboten. Sie verbrennen Brennstoff im Raum und bergen damit dieselbe Grundgefahr wie jede offene Verbrennung: Sie verbrauchen Sauerstoff und können bei unvollständiger Verbrennung Kohlenmonoxid bilden. Wer sie überhaupt einsetzt, tut das nur mit dauerhafter Belüftung (Fenster einen Spalt offen), nie über Nacht und nicht im Schlafraum, und ergänzend mit einem CO-Melder. Sicherer und ganz ohne Abgas ist eine Powerstation mit elektrischer Wärmequelle – oder einfach die Strategie «einen Raum warm halten».

Sicherheitshinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine Beratung durch Feuerwehr oder Brandschutzstelle. Verbrennungsgeräte ohne Abgasführung gehören nicht in geschlossene Wohn- und Schlafräume. Im Zweifel gilt: kein Feuer im Innenraum.

  1. Nur in gut belüfteten Räumen betreiben – ein Fenster dauerhaft einen Spalt offen
  2. Niemals im Schlafraum und nicht über Nacht / im Schlaf betreiben
  3. CO-Melder im Raum installieren
  4. Abstand zu Brennbarem halten, standsicher aufstellen, nie unbeaufsichtigt
  5. Nur den vom Hersteller vorgeschriebenen Brennstoff verwenden, nie im heissen Zustand nachfüllen

Schweizer Kontext: Frostschutz & Strommangellage

Fällt die Heizung im Winter länger aus, drohen eingefrorene und geplatzte Wasserleitungen. Bleibt ein Gebäude über längere Zeit unbeheizt oder unbenutzt, sollte man den Hauptwasserhahn schliessen, danach alle Wasserhähne öffnen, damit das Restwasser abfliesst, und Leitungen, Einrichtungen und Apparate entleeren. Wichtig: Die reine Frostschutzstellung der Heizung schützt nur den Heizkörper, nicht die Leitungen – lass die Heizung deshalb bei kurzer Abwesenheit mindestens auf Stufe 1 laufen. Exponierte Leitungen zusätzlich dämmen.

Die Schweiz unterscheidet zwei Ausfallszenarien. Eine Strommangellage bedeutet, dass Strom vorhanden, aber über längere Zeit knapp ist; sie kündigt sich an und wird über einen vierstufigen Massnahmenplan bewirtschaftet: zuerst Sparappelle, dann Verbrauchseinschränkungen und -verbote, danach die Kontingentierung von Grossverbrauchern und – als letzte Massnahme – zyklische Netzabschaltungen, bei denen Teilgebiete jeweils rund vier Stunden abgeschaltet und danach wieder zugeschaltet werden. Ein Blackout dagegen ist ein plötzlicher, grossflächiger Netzzusammenbruch von einem Moment auf den anderen. Für das Kochen und Heizen heisst das: Bei einer angekündigten Mangellage kannst du die planbaren Abschaltfenster überbrücken; auf einen Blackout musst du jederzeit vorbereitet sein.

Für Einsteiger: Ein kleiner Gasvorrat, warme Kleidung, Schlafsäcke und ein kalt essbarer Notvorrat decken beide Szenarien ab. Mehr braucht es für den Anfang nicht.

Experten-Tipp: Nutze eine angekündigte zyklische Abschaltung, um in der Stromphase Warmwasser vorzubereiten, Akkus zu laden und den Wohnraum aufzuheizen, bevor das nächste Vier-Stunden-Fenster beginnt. So verschiebst du Verbrauch gezielt in die Versorgungsphasen.

Strommangellage und Blackout im Vergleich
Merkmal Strommangellage (OSTRAL) Blackout
Eintritt angekündigt, planbar plötzlich, unerwartet
Dauer Tage bis Wochen/Monate meist kürzer, aber grossflächig
Steuerung 4-Stufen-Plan, zuletzt zyklische Abschaltung (~4 h) keine Steuerung, Netz zusammengebrochen
Vorbereitung Verbrauch in Stromphasen verschieben jederzeit autark essen/wärmen können

Zyklische Netzabschaltungen sind die letzte von vier OSTRAL-Massnahmenstufen; Teilgebiete werden jeweils rund vier Stunden abgeschaltet und im Wechsel wieder versorgt.

Häufige Fehler

  1. Einen Holzkohle- oder Gasgrill in Wohnung, Keller oder Garage stellen – auch «nur kurz» oder bei offenem Fenster ist es lebensgefährlich (Kohlenmonoxid)
  2. Einen Gaskocher als Dauerbetrieb im Innenraum nutzen – die Brandschutzstelle rät davon ab
  3. Sich darauf verlassen, dass ein gekipptes Fenster vor CO schützt – tut es nicht
  4. Kerzen oder einen «Teelichtofen» mit Blumentopf als Raumheizung einsetzen – heizt kaum und kann einen Wachsbrand auslösen
  5. Ein Cheminée mit zu früh gedrosselter Luftzufuhr oder verstopftem Kamin betreiben (CO im Wohnraum) oder unbeaufsichtigt brennen lassen
  6. Einen Petroleum-/Katalytofen im Schlafraum oder über Nacht laufen lassen
  7. Die ganze Wohnung heizen wollen, statt einen einzigen Raum warm zu halten und abzudichten
  8. Bei längerem Heizungsausfall im Winter das Wasser nicht abstellen – Frostschäden an den Leitungen
  9. Nur einen Gaskocher, aber keine Reservekartuschen und keinen manuellen Dosenöffner einplanen

Häufige Fragen

Darf ich bei Stromausfall einen Grill oder Gaskocher in der Wohnung benutzen?

Nein. Holzkohle-, Gasgrill, Benzin- und Petroleumkocher sowie Heizpilze bilden Kohlenmonoxid – ein farb- und geruchloses Gas, das innert Minuten tödlich sein kann. Ein offenes oder gekipptes Fenster genügt nicht als Schutz. Offene Flamme gehört ins Freie. Drinnen setzt du auf kalt essbare Vorräte.

Woran erkenne ich eine Kohlenmonoxid-Vergiftung?

An unspezifischen Symptomen: Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit, später Erbrechen, Atemnot und Verwirrtheit bis zur Bewusstlosigkeit. Verdächtig ist, wenn mehrere Personen im selben Raum gleichzeitig erkranken. Sofort raus an die frische Luft, bei schweren Symptomen Sanität 144, zur Beratung Vergiftungsnotruf 145.

Kann ich einen Campingkocher im Notfall drinnen benutzen?

Die Schweizer Beratungsstelle für Brandverhütung rät davon ab – auch Gaskocher bilden bei unvollständiger Verbrennung Kohlenmonoxid. Betreibe den Kocher im Freien (Balkon, Terrasse). Drinnen ist der kalt essbare Vorrat die sichere Lösung; eine gelbe statt blauer Flamme wäre ein Warnzeichen.

Wie halte ich ohne Heizung eine Wohnung warm?

Heize nicht die ganze Wohnung, sondern halte einen kleinen Raum warm: übrige Türen schliessen, Ritzen abdichten, Fenster nachts mit Decken dämmen, zusammenrücken. Am Körper hilft das Zwiebelprinzip mit mehreren Schichten, nachts ein guter Schlafsack und Decken.

Wärmt ein Teelichtofen mit Blumentopf einen Raum?

Nein. Ein Teelicht liefert nur rund 30 bis 40 Watt; ein Raum braucht ein Vielfaches. Der Blumentopf erzeugt keine zusätzliche Wärme, sondern verteilt sie nur. Zudem warnen Feuerwehren vor Brandgefahr: eng stehende Teelichter können einen Wachsbrand mit Stichflamme auslösen.

Wie viel Gas brauche ich zum Kochen?

Als Richtwert braucht ein Liter Wasser rund vier bis fünf Minuten und grob 10 bis 15 Gramm Gas zum Aufkochen – je nach Kocher, Wind und Wassertemperatur. Eine 450-Gramm-Kartusche reicht grob für rund drei Stunden Brennbetrieb bzw. etwa 25 bis 30 Liter Wasser. Halte Reservekartuschen bereit.

Was mache ich mit den Wasserleitungen, wenn die Heizung länger ausfällt?

Bei längerem, unbeheiztem Ausfall im Winter drohen Frostschäden. Hauptwasserhahn schliessen, alle Hähne öffnen, damit das Restwasser abfliesst, Leitungen und Apparate entleeren. Die reine Frostschutzstellung der Heizung schützt nur den Heizkörper, nicht die Leitungen.

Was ist der Unterschied zwischen Strommangellage und Blackout?

Eine Strommangellage ist knapper Strom über längere Zeit – angekündigt und über einen vierstufigen Plan bewirtschaftet, zuletzt mit zyklischen Abschaltungen von rund vier Stunden. Ein Blackout ist ein plötzlicher, grossflächiger Netzzusammenbruch. Auf die Mangellage kannst du dich vorbereiten, auf einen Blackout musst du jederzeit gefasst sein.

Offizielle Quellen