Anleitung · GUIDE 23

MRE, Notrationen & gefriergetrocknet

Auf Aktualität geprüft am 30.06.2026

Notrationsriegel wie NRG-5 liefern auf kleinem Raum viel Energie (eine 500-Gramm-Packung rund 2300 Kilokalorien) und sind ohne Wasser oder Kochen sofort essbar – ideal fürs Notgepäck. MRE bringen einen Wärmebeutel mit, gefriergetrocknete Gerichte brauchen heisses Wasser. Für den Vorrat zu Hause bleibt der rotierte Alltagsvorrat die günstigste Basis.

Neben dem klassischen Alltagsvorrat gibt es Spezialnahrung für besondere Lagen: Notrationsriegel fürs Notgepäck, MRE-Fertiggerichte mit eigenem Wärmebeutel und gefriergetrocknete Tütengerichte für sehr lange Lagerung. Dieser Überblick erklärt die Typen und hilft bei der Wahl – die Basis der Vorsorge zu Hause bleibt aber der gut rotierte Alltagsvorrat.

Was sind Notrationen, MRE und gefriergetrocknete Nahrung?

Notrationsriegel sind kompakte, energiedichte Riegel, die ohne Wasser und ohne Kochen sofort essbar sind. Verbreitet sind etwa NRG-5, BP-5 (die WHO/UNICEF-Hungerhilferation) oder Seven Oceans. Eine 500-Gramm-Packung NRG-5 enthält 9 Riegel und liefert rund 2300 Kilokalorien (etwa 460 kcal pro 100 Gramm): 500 Gramm decken damit den Tagesbedarf, eine halbe Packung (250 Gramm, rund 1150 kcal) sichert das Überleben. Als Standardration rechnet man rund 250 Gramm pro Tag. Mit etwas Wasser lassen sich die Riegel auch als Brei essen – ideal fürs Notgepäck.

Vakuumverpackt sind solche Riegel mindestens fünf Jahre haltbar, real oft deutlich länger. Für NRG-5 wird eine 20-Jahre-Herstellergarantie angegeben – das ist eine Herstellerangabe, keine unabhängig geprüfte Zusage.

MRE («Meal, Ready-to-Eat») sind fertig gegarte Gerichte im Retortenbeutel, ursprünglich für das US-Militär. Ein beigelegter flammenloser Wärmebeutel (Magnesium-Eisen + rund 30 ml Wasser) erhitzt das Essen in 12–15 Minuten ohne Feuer auf etwa 60 °C. Ein MRE liefert rund 1200–1300 kcal; eine Tagesration sind drei MRE. Sie sind schwer, salzig und vergleichsweise teuer (grob 7–15 CHF pro Mahlzeit).

Gefriergetrocknete Nahrung wird durch Sublimation um rund 98 % ihres Wassers befreit. Sie ist sehr leicht und in Mylar-Beuteln mit Sauerstoffabsorber bis etwa 25–30 Jahre haltbar – braucht zur Zubereitung aber (heisses) Wasser und ist teurer.

Welche Notrationen-Typen gibt es – und was passt wozu?

Die wichtigste Unterscheidung im Notfall ist: Braucht die Nahrung Wasser oder eine Wärmequelle? Notrationsriegel und MRE kommen ohne aus, gefriergetrocknete Gerichte nicht. Plane Notnahrung deshalb immer zusammen mit deinem Wasservorrat.

Notnahrung im Vergleich
Typ Wasser/Kochen Energie Haltbarkeit Typischer Einsatz
Notrationsriegel (NRG-5, BP-5, Seven Oceans) nein ca. 2300–2500 kcal pro Tagespack ca. 5 bis 20 Jahre Notgepäck, sofort essbar
MRE (Fertiggericht im Beutel) Wärmebeutel dabei, kein Feuer ca. 1200–1300 kcal pro MRE (Tagesration 3) ca. 3 J bei 27 °C / 6 Mt bei 38 °C unterwegs, warme Mahlzeit
Gefriergetrocknet (Tütengericht) ja, (heisses) Wasser je nach Gericht bis ca. 25–30 Jahre leichtes Langzeit-/Tourengepäck
Alltags-Notvorrat (Konserven, Teigwaren) teils kochen je nach Lebensmittel Monate bis Jahre Basis zu Hause

Eckwerte. Die Haltbarkeit sinkt mit steigender Lagertemperatur – bei MRE etwa halbiert sie sich je rund 5,5 °C mehr. MRE-Kosten grob 7–15 CHF pro Mahlzeit.

Empfohlene Produkte

Notrationsriegel (Tagespack)

Kompaktverpflegung

Liefern ohne Wasser oder Kochen viel Energie auf kleinem Raum; ideal fürs Notgepäck. Mit etwas Wasser auch als Brei essbar.

  • hohe Energiedichte (rund 2300+ kcal pro Pack)
  • sehr lange Haltbarkeit
  • ohne Zubereitung essbar

Gefriergetrocknete Tütengerichte

Langzeitnahrung

Sehr leicht und bis zu Jahrzehnten haltbar (Mylar-Beutel mit Sauerstoffabsorber); brauchen aber heisses Wasser.

  • Wasser- und Wärmequelle einplanen
  • Mylar-Verpackung mit O₂-Absorber
  • Geschmack vor dem Ernstfall testen

Wie lagere ich Notrationen richtig?

Auch lang haltbare Notnahrung verdirbt schneller, wenn sie falsch gelagert wird. Die wichtigsten Killfaktoren sind in dieser Reihenfolge: Wärme, Sauerstoff, Licht, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen.

  1. Kühl, dunkel, trocken und möglichst gleichmässig temperiert lagern
  2. Nach dem FIFO-Prinzip rotieren: zuerst Gekauftes zuerst verbrauchen
  3. Vor Schädlingen und Feuchtigkeit schützen
  4. Verfalldaten beschriften und halbjährlich kontrollieren

Häufige Fehler

  1. Gefriergetrocknete Nahrung kaufen, aber kein Wasser und keine Wärmequelle einplanen
  2. Notnahrung warm lagern (z. B. im Estrich) und damit die Haltbarkeit verkürzen
  3. Nur Spezialnahrung horten statt einen rotierten Alltagsvorrat als Basis aufzubauen
  4. Geschmack und Verträglichkeit nie vor dem Ernstfall getestet zu haben

Häufige Fragen

Wie lange sind MRE haltbar?

Belastbar sind nur Eckwerte: rund 3 Jahre bei etwa 27 °C Lagertemperatur, aber nur etwa 6 Monate bei 38 °C. Je rund 5,5 °C wärmer halbiert sich die Haltbarkeit grob. Kühl gelagert halten MRE also deutlich länger.

Was ist der Unterschied zwischen MRE und gefriergetrockneter Nahrung?

MRE sind fertig gegarte Gerichte im Retortenbeutel mit flammenlosem Wärmebeutel – essfertig ohne Feuer und ohne Zusatzwasser. Gefriergetrocknete Gerichte sind sehr leicht und extrem lange haltbar, brauchen aber heisses Wasser zur Zubereitung.

Welche Notnahrung eignet sich fürs Notgepäck?

Fürs Notgepäck eignen sich Notrationsriegel am besten: Sie sind kompakt, sehr lange haltbar und ohne Wasser oder Kochen sofort essbar. Gefriergetrocknete Gerichte sind leicht, brauchen aber Wasser und Wärme.

Offizielle Quellen