Verhalten bei Sirenenalarm
Auf Aktualität geprüft am 05.07.2026
Der allgemeine Alarm ist ein regelmässig an- und abschwellender Heulton von einer Minute. Er bedeutet: möglicherweise Gefahr – Radio hören (z. B. SRF 1), die Alertswiss-App bzw. alert.swiss öffnen und den Anweisungen der Behörden folgen. Der Wasseralarm (nur unterhalb von Stauanlagen) besteht aus zwölf tiefen Dauertönen und heisst: Gebiet sofort verlassen, höher gelegenes Gelände aufsuchen. Der jährliche Sirenentest ist am ersten Mittwoch im Februar ab 13:30 Uhr.
Die Schweiz verfügt über rund 7’200 Sirenen (etwa 5’000 stationäre und rund 2’200 mobile). Sie kennen zwei Signale: Der allgemeine Alarm – ein regelmässig an- und abschwellender Heulton von einer Minute – bedeutet «möglicherweise Gefahr, informiere dich jetzt»: Radio einschalten (z. B. SRF 1), die Alertswiss-App und alert.swiss konsultieren und den Anweisungen der Behörden folgen. Der Wasseralarm ertönt nur im Gebiet unterhalb von Stauanlagen; er verlangt, das gefährdete Gebiet sofort zu verlassen und höher gelegenes Gelände aufzusuchen. Getestet werden die Sirenen jedes Jahr am ersten Mittwoch im Februar ab 13:30 Uhr – dann ist kein Handeln nötig.
Was bedeutet der Sirenenalarm in der Schweiz?
Der allgemeine Alarm sagt nicht, was passiert ist – er sagt nur: Es besteht möglicherweise Gefahr, hol dir jetzt Informationen. Die konkrete Anweisung (drinnen bleiben, Fenster und Türen schliessen, Gebiet verlassen oder Jodtabletten bereitlegen) kommt anschliessend über Radio und Alertswiss.
Es gibt zwei verschiedene Signale: den allgemeinen Alarm und – nur im Gebiet unterhalb von Stauanlagen – den Wasseralarm. Sie zu verwechseln kann gefährlich sein: Beim Wasseralarm bleibt keine Zeit, erst Informationen abzuwarten; hier zählt sofortiges Handeln.
Für die Entwarnung («Gefahr vorüber») gibt es kein eigenes Sirenensignal. Das Ende eines Alarms und die Rückkehr zum Normalzustand werden über Radio und Alertswiss mitgeteilt – nicht über einen Sirenenton. Wer keine Entwarnung gehört hat, bleibt bei den zuletzt gegebenen Anweisungen.
Die beiden Signale im Detail
Allgemeiner Alarm: regelmässig an- und abschwellender Heulton von einer Minute Dauer; er wird innerhalb von fünf Minuten wiederholt. Bedeutung: informiere dich sofort.
Wasseralarm: zwölf tiefe Dauertöne von je 20 Sekunden im Abstand von 10 Sekunden. Er ertönt ausschliesslich im Gefährdungsgebiet unterhalb von Stauanlagen. Bedeutung: das gefährdete Gebiet unverzüglich verlassen (und gemäss örtlichem Merkblatt höher gelegenes Gelände aufsuchen).
Die Signaltöne werden am jährlichen Sirenentest zur Übung ausgestrahlt. Ausserhalb des Tests bedeutet ein Signal immer einen echten Anlass, sich zu informieren bzw. zu handeln.
| Signal | Tonbild | Bedeutung | Sofort-Handlung |
|---|---|---|---|
| Allgemeiner Alarm | regelmässig an-/abschwellender Heulton, 1 Minute (innerhalb 5 Min wiederholt) | möglicherweise Gefahr – informieren | Radio hören (z. B. SRF 1), Alertswiss/alert.swiss, Anweisungen befolgen |
| Wasseralarm | 12 tiefe Dauertöne à 20 s, Abstand 10 s (nur unterhalb Stauanlagen) | akute Überflutungsgefahr | Gebiet sofort verlassen, höher gelegenes Gelände aufsuchen |
| Entwarnung | kein eigenes Sirenensignal | Gefahr vorüber | Ende wird über Radio/Alertswiss mitgeteilt; bis dahin Anweisungen folgen |
| Sirenentest | Allgemeiner Alarm ab 13:30 (unterhalb Stauanlagen Wasseralarm ab 14:00) | jährliche Funktionsprüfung | keine Massnahmen nötig – 1. Mittwoch im Februar |
Quelle: BABS / Alertswiss. Die Schweiz kennt zwei Sirenensignale (Allgemeiner Alarm, Wasseralarm) und kein eigenes Entwarnungssignal – die Entwarnung erfolgt über Radio und Alertswiss.
Was muss ich tun, wenn die Sirene heult?
- Radio einschalten: SRF 1 oder ein regionales/lokales Radio (UKW/DAB+)
- Alertswiss-App bzw. alert.swiss öffnen und die aktuelle Meldung lesen
- Anweisungen der Behörden befolgen (z. B. drinnen bleiben, Fenster und Türen schliessen)
- Nachbarn und Mitmenschen informieren – nicht alle hören oder verstehen die Sirene
- Telefonnetz für Notrufe freihalten – nicht unnötig telefonieren
- Nur bei Wasseralarm: nicht auf Informationen warten, sondern das Gebiet sofort verlassen und höher gelegenes Gelände aufsuchen
Der Sirenentest im Februar
Einmal im Jahr, am ersten Mittwoch im Februar, prüfen Bund, Kantone und Gemeinden die Sirenen. Der allgemeine Alarm wird schweizweit ab 13:30 Uhr ausgelöst. Im Gebiet unterhalb von Stauanlagen wird zusätzlich der Wasseralarm getestet – ab 14:00 Uhr (bis spätestens 16:30 Uhr).
Beim Test ist kein Handeln nötig – kein Grund zur Beunruhigung, keine Massnahmen. Der Test stellt sicher, dass die Sirenen im Ernstfall funktionieren.
Der Test ist ein guter Anlass, die eigene Vorsorge zu prüfen: Ist die Alertswiss-App installiert und sind Push-Meldungen aktiviert? Funktioniert ein netzunabhängiges Radio (Batterie/Kurbel)? Sind Reservebatterien und eine geladene Powerbank vorhanden? Merke dir das Datum, damit du den Test nicht mit einem echten Alarm verwechselst.
Sirene gehört, aber keine Information – was tun?
Ein Alarm ausserhalb des Februar-Tests ist immer ein echter Anlass. Wenn du die Sirene hörst, aber keine Meldung findest, liegt das meist daran, dass die Information erst über Radio und Alertswiss nachkommt oder dein üblicher Kanal gerade nicht erreichbar ist. Bleibe ruhig und arbeite die Kanäle der Reihe nach ab.
Wichtig: Bei einem Stromausfall können Mobilfunkantennen ausfallen. Ein netzunabhängiger Empfangsweg – ein Batterie- oder Kurbelradio – ist dann der zuverlässigste Weg an Informationen. UKW/FM durchdringt Keller und Schutzräume besser als DAB+.
- Radio einschalten – zuerst SRF 1, dann ein Lokal-/Regionalradio (UKW und DAB+ probieren)
- Alertswiss-App und alert.swiss prüfen (Website des Bundes)
- Netzunabhängiges Batterie-/Kurbelradio nutzen, falls Strom oder Mobilfunk ausfallen
- Nicht rausgehen, um «nachzuschauen»; nicht das Telefonnetz mit Anrufen verstopfen
- Auf die Entwarnung über Radio/Alertswiss warten; bis dahin den letzten Anweisungen folgen
Was du bereithalten solltest
Damit du im Alarmfall sofort an Informationen kommst, lohnt sich ein netzunabhängiger Empfangsweg – die Mobilfunkantennen und das Internet können bei einem Stromausfall ausfallen.
- Batterie- oder Kurbelradio (UKW/DAB+) mit Reservebatterien
- Geladene Powerbank fürs Smartphone
- Alertswiss-App installiert und Push-Meldungen aktiviert
- Wissen, welche Sender in deiner Region informieren (SRF 1, Lokal-/Regionalradio)
Häufige Fehler / Missverständnisse
- Sirene ignorieren oder rausgehen, um «nachzuschauen», statt sich zu informieren
- Sofort telefonieren und damit das Netz für Notrufe verstopfen
- Allgemeinen Alarm und Wasseralarm verwechseln – beim Wasseralarm zählt sofortiges Handeln
- Auf eine «Entwarnungs-Sirene» warten – die gibt es nicht; die Entwarnung kommt nur über Radio/App
- Den Sirenentest im Februar mit einem echten Alarm verwechseln (Datum kennen!)
- Sich nur auf das Smartphone verlassen – bei Stromausfall fällt der Mobilfunk unter Umständen aus
Häufige Fragen
Was bedeutet der Sirenenton in der Schweiz?
Der allgemeine Alarm ist ein regelmässig an- und abschwellender Heulton von einer Minute. Er bedeutet: möglicherweise Gefahr – jetzt Radio (z. B. SRF 1) einschalten, die Alertswiss-App bzw. alert.swiss öffnen und den Anweisungen der Behörden folgen.
Was ist der Unterschied zwischen Allgemeinem Alarm und Wasseralarm?
Der allgemeine Alarm ist ein an-/abschwellender Heulton von einer Minute und heisst «informiere dich». Der Wasseralarm besteht aus zwölf tiefen Dauertönen (je 20 Sekunden, Abstand 10 Sekunden), ertönt nur im Gebiet unterhalb von Stauanlagen und heisst: das Gebiet sofort verlassen und höher gelegenes Gelände aufsuchen – ohne auf weitere Informationen zu warten.
Wann werden die Sirenen getestet?
Jedes Jahr am ersten Mittwoch im Februar. Der allgemeine Alarm wird ab 13:30 Uhr ausgelöst; im Gebiet unterhalb von Stauanlagen wird ab 14:00 Uhr zusätzlich der Wasseralarm getestet. Beim Test sind keine Massnahmen nötig.
Was muss ich bei Wasseralarm tun?
Nicht auf Informationen warten: das gefährdete Gebiet sofort verlassen und höher gelegenes Gelände aufsuchen. Der Wasseralarm ertönt nur im Gefährdungsgebiet unterhalb von Stauanlagen und warnt vor einer plötzlichen Überflutung.
Ich habe die Sirene gehört, finde aber keine Information – was nun?
Ruhig bleiben und die Kanäle der Reihe nach prüfen: SRF 1, dann Lokal-/Regionalradio (UKW und DAB+), danach die Alertswiss-App und alert.swiss. Bei Stromausfall ein netzunabhängiges Batterie- oder Kurbelradio nutzen. Nicht rausgehen, um nachzuschauen, und das Telefonnetz für Notrufe freihalten.
Gibt es eine Alarm-App, und woher kommt die Entwarnung?
Ja: Alertswiss ist die offizielle Warn-App des Bundes (auch als Website alert.swiss), gratis für iOS und Android. Verhaltensanweisungen und die Entwarnung laufen über Radio und Alertswiss – ein eigenes Entwarnungs-Sirenensignal gibt es nicht.
Warum sollte ich mich bei Sirenenalarm nicht nur auf das Smartphone verlassen?
Bei einem Stromausfall können die Mobilfunkantennen ausfallen und das Handynetz sowie das Internet zusammenbrechen. Ein netzunabhängiges Batterie- oder Kurbelradio (UKW/DAB+) ist dann der zuverlässigste Weg an Informationen. UKW/FM durchdringt zudem Keller und Schutzräume besser als DAB+. Halte Reservebatterien und eine geladene Powerbank bereit.
Wie viele Sirenen gibt es in der Schweiz?
Die Schweiz verfügt über rund 7’200 Sirenen – etwa 5’000 stationäre und rund 2’200 mobile. Sie kennen zwei Signale: den allgemeinen Alarm (ein an- und abschwellender Heulton von einer Minute) und den Wasseralarm im Gebiet unterhalb von Stauanlagen. Getestet werden sie jährlich am ersten Mittwoch im Februar.
Offizielle Quellen
- BABS Alarmierung & Sirenen
- Alertswiss Meldungen & Verhalten
- Szenario: Staudammbruch Wasseralarm verstehen
- Szenario: Chemieunfall Bei Chemiealarm rein ins Haus, Fenster zu
- Anleitung: Schutz bei Gefahren Grundverhalten im Ereignisfall
- Anleitung: Notvorrat anlegen Vorbereitet in den Ernstfall
- Anleitung: Notgepäck packen Falls du das Gebiet verlassen musst
- Anleitung: Notvorsorge mit besonderen Bedürfnissen Alarmierung bei Hörbehinderung (Alertswiss-App)
- Aktuelle Lage: Lagebild Aktuelle Gefahren- und Warnlage Schweiz
- Notfallkontakte Notrufnummern auf einen Blick