Fortbewegung im Notfall: welches Mittel wann?
Auf Aktualität geprüft am 04.07.2026
Das hängt vom Szenario ab. Bei einer Evakuierung mit verstopften Strassen oder Stromausfall sind Velo und Zufuss oft besser als das Auto — Zufuss schafft man mit Gepäck realistisch rund 15 bis 25 Kilometer pro Tag. Am wichtigsten: den Anweisungen der Behörden folgen und nicht eigenmächtig losfahren.
Das „beste“ Fortbewegungsmittel im Notfall gibt es nicht — es hängt vom Szenario ab. Bei einer Massenevakuierung in der Stadt ist das Auto oft die schlechteste Wahl: Strassen verstopfen, und ohne Strom können Tankstellen keinen Treibstoff mehr abgeben. Velo und Zufuss sind dann häufig realistischer, weil sie staufrei und von keiner Infrastruktur abhängig sind. Die wichtigste Regel steht aber über der Fahrzeugwahl: Im Ereignisfall gilt die amtliche Linie des BABS/Alertswiss — Radio hören, den Anweisungen der Behörden und Einsatzkräfte folgen und Verkehrsmittel nur für wichtige, dringende Bedürfnisse nutzen. Nicht in Panik losfahren.
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Zuerst: das Szenario bestimmt das Mittel
Kein Fortbewegungsmittel ist grundsätzlich „das beste“. Entscheidend sind Distanz, Gelände, Wetter, wer mitkommt (Kinder, ältere oder eingeschränkte Personen) und vor allem die Lage: Ist die Strasse frei oder verstopft? Gibt es Strom und Treibstoff? Musst du überhaupt weg, oder ist Zuhausebleiben sicherer?
In der Schweiz gilt im Ereignisfall die Linie des Bundesamts für Bevölkerungsschutz (BABS) und von Alertswiss: Nach einem Alarm läuft die Information stets über Radio und die Alertswiss-App. Der amtliche Rat lautet wörtlich, den Anweisungen der Behörden und Einsatzkräfte zu folgen. Ebenso ausdrücklich: Autos und andere Verkehrsmittel nur für wichtige und dringende Bedürfnisse nutzen und sich im Strassenverkehr besonders vorsichtig verhalten. Genau das ist der Grund, warum unkoordiniertes, panisches Losfahren aller gleichzeitig das schlechteste Szenario ist.
Eine Evakuierung wird angeordnet und koordiniert. Als Sammelstellen dienen die Notfalltreffpunkte, die jede Gemeinde ausgewiesen hat und von wo hilfsbedürftige Personen an einen sicheren Ort gebracht werden. Deinen nächsten Notfalltreffpunkt findest du vorab auf der BABS-Karte.
Auto (Benzin/Diesel)
Stärken: grosse Reichweite, viel Platz für Personen und Material, Wetter- und ein gewisser Aufprallschutz, hohes Tempo auf freien Strecken. Ein voller Tank fasst bei einem Personenwagen im Schnitt 55 bis 70 Liter und reicht als Richtwert für rund 600 bis 1000 Kilometer.
Schwächen: In einer Massenevakuierung ist genau die Stärke – dass alle das Auto nehmen – das Problem. Verstopfte Autobahnen bedeuten faktisch null Kilometer pro Stunde. Dazu die Treibstofffalle: Tankstellen brauchen Strom. Bei einem Stromausfall funktioniert keine Zapfsäule – wer nicht vorher getankt hat, kommt nicht mehr an Treibstoff. Das Auto ist ausserdem auf befahrbare Strassen und Brücken angewiesen; eine überflutete oder blockierte Route stoppt es sofort.
Wichtig zur Treibstoffversorgung Schweiz: Es gibt keine allgemeine Notstrompflicht für Tankstellen, und die meisten haben kein Notstromaggregat. Einzelne Kantone rüsten freiwillig wenige „Not-Tankstellen“ mit Aggregaten aus – diese sind im Ernstfall aber für die Rettungsorganisationen (Feuerwehr, Sanität, Zivilschutz) reserviert, nicht für die Allgemeinbevölkerung. Verlass dich also nicht darauf, im Krisenfall noch tanken zu können.
Am besten geeignet: frühe, koordinierte Abfahrt über nachweislich freie Routen; Transport von viel Material oder mehreren, auch weniger mobilen Personen; grosse Distanzen ausserhalb von Ballungsräumen.
E-Auto
Stärken: leise, keine Tankstelle nötig – vorausgesetzt, der Akku ist geladen. In einer Lage mit Treibstoffknappheit, aber vorhandenem Strom kann das ein Vorteil sein.
Schwächen: Bei einem Blackout lässt sich der Akku nicht laden, und die öffentliche Ladeinfrastruktur ist bei einer Grosslage rasch ausgelastet oder ausser Betrieb. Die Reichweite sinkt bei Kälte spürbar. Ein E-Auto ist im Notfall nur so weit einsatzbereit, wie es vorher geladen wurde.
Am besten geeignet: nur bei vorab voll geladenem Akku und überschaubarer Distanz. Wer daheim eine Notstrom-/Solaranlage hat, sollte deren Kapazität kennen (ein E-Auto zu laden verbraucht ein Vielfaches dessen, was eine typische Notstromlösung liefert).
Motorrad und Roller
Stärken: kann sich zwischen stehenden Kolonnen hindurch bewegen und Staus umfahren, ist sparsam und wendig, braucht wenig Treibstoff für viel Strecke.
Schwächen: wenig Ladekapazität, kein Wetter- und kaum Aufprallschutz, und wie das Auto treibstoffabhängig (gleiche Tankstellen-Problematik bei Stromausfall). Bei Nässe, Schnee oder Trümmern auf der Strasse steigt das Sturzrisiko deutlich.
Am besten geeignet: Einzelperson mit wenig Gepäck auf verstopften, aber grundsätzlich befahrbaren Strecken.
Fahrrad und E-Bike
Stärken: staufrei, kein Treibstoff nötig (beim E-Bike der Akku), günstig, fast überall einsetzbar und mit guter Tagesreichweite. In einer verstopften Stadt oft das schnellste Mittel überhaupt.
Schwächen: begrenzter Transportraum, Wetterexposition, Anstrengung bei Steigung und Gelände, beim E-Bike die Akkuladung. Der Engpass ist die Ladung: Ein Fahrrad trägt deutlich weniger als ein Auto.
Realistische Ladung: Ein normaler Gepäckträger ist meist bis rund 25 Kilogramm zugelassen (einzelne Modelle bis 40 kg – die Herstellerangabe ist massgeblich). Ein Paar Packtaschen fasst grob 40 Liter (rund 20 Liter je Tasche). Mit Gepäckträger und zwei Taschen lassen sich praktisch etwa 20 bis 25 Kilogramm mitführen. Ein Fahrradanhänger erhöht das deutlich – gängige Anhänger sind für rund 40 Kilogramm Zuladung ausgelegt, Lastenanhänger mehr. Das zulässige Gesamtgewicht (Rad plus Fahrer plus Gepäck) liegt bei üblichen Rädern grob bei 120 bis 150 Kilogramm; beachte die Herstellerangabe.
Am besten geeignet: Kurz- bis Mitteldistanz-Evakuierung, verstopfte Städte, Lagen mit Treibstoffknappheit. Fürs E-Bike gilt: nur mit geladenem Akku und im Wissen, dass die Reichweite ohne Nachladen begrenzt ist.
Zu Fuss
Stärken: überall möglich, keinerlei Abhängigkeit von Treibstoff, Strom oder Infrastruktur, staufrei, in jedem Gelände. Die letzte Option, die immer bleibt.
Schwächen: langsam, begrenzte Traglast, stark wetter- und konditionsabhängig. Eine Gruppe ist nur so schnell wie ihr langsamstes Mitglied.
Realistische Tagesdistanz: Auf gutem Untergrund geht ein durchschnittlich fitter Mensch mit etwa 4 bis 5 Kilometern pro Stunde; mit Gepäck und im Gelände eher 3,5 bis 5 km/h. Über einen Tag sind mit Rucksack grob 15 bis 25 Kilometer realistisch – Ungeübte, schwieriges Gelände oder eine langsame Gruppe drücken das rasch auf 10 bis 15 Kilometer. Diese Werte sind Planungs-Grössenordnungen, keine amtlichen Vorgaben. Mit Kindern, älteren oder eingeschränkten Personen, im Winter/Schnee oder nachts sinkt die Tagesleistung deutlich – belastbare Prozentzahlen dafür gibt es nicht, plane grosszügig.
Faustregel Zeit statt Distanz: Für Bergiges rechnet man in der Schweiz mit der SAC-Marschzeitberechnung – die Zeit ergibt sich aus Weglänge plus Höhenmetern, nicht aus der Luftlinie. Grobe Norm (DIN 33466): rund 4 km horizontal pro Stunde plus etwa eine Stunde je 300 Höhenmeter Aufstieg. Jeder Aufstieg kostet also spürbar Zeit.
Am besten geeignet: kurze Distanzen, wenn alles andere blockiert ist, oder als Ergänzung (Fahrzeug abstellen und das letzte Stück laufen). Voraussetzung ist tragbares Notgepäck und robustes Schuhwerk.
Pferd (situativ, ländlich)
Einordnung vorab: Das Pferd ist für die allermeisten Menschen kein realistisches Krisen-Fortbewegungsmittel. Es ist nur für die wenigen eine Option, die ohnehin Pferde halten und über Erfahrung und Ausbildung verfügen. Für Laien ist es keine spontane Alternative.
Stärken: kein Treibstoff und kein Strom nötig, kommt durch Gelände und über Wege, wo Fahrzeuge scheitern, staufrei, kann Last (Packtaschen, Wagen) und Personen tragen und „tankt“ unterwegs über Weide und Wasser.
Schwächen: braucht täglich Futter, Wasser und Pflege, ist bei Lärm und Chaos schreckhaft, kann sich verletzen, und Tempo wie Reichweite sind ermüdungsabhängig. Grobe Grössenordnungen (keine amtlichen Werte): Ein Reitpferd frisst pro Tag rund 6 bis 15 Kilogramm Heu und trinkt etwa 20 bis 40 Liter Wasser – bei Hitze und Arbeit deutlich mehr. Im Schritt kommt es auf etwa 5 bis 8 km/h; über einen ganzen Reittag sind im Wander-/Distanzreiten grob 20 bis 30 Kilometer eine übliche Grössenordnung (sportliche Höchstleistungen liegen weit darüber, taugen aber nicht als Alltagsplanwert).
Am besten geeignet: ländliche Regionen und Gelände abseits der Strassen bei langanhaltender Treibstoff- oder Stromnot – ausschliesslich für erfahrene Halter. Für die Allgemeinheit spielt es in der Krisenplanung keine Rolle.
ÖV und Boot
Öffentlicher Verkehr (Bahn/Bus): grosse Transportkapazität, aber du steuerst weder Route noch Zeitpunkt. Bei einer Strom- oder Grosslage fällt der ÖV früh und grossflächig aus (Bahn ist stromabhängig). Als alleiniger Evakuierungsplan ungeeignet – als koordiniertes Mittel bei angeordneter Evakuierung aber möglich.
Boot/Wasser: nur situativ relevant, etwa bei Hochwasser oder in Seenähe. Für die meisten keine Standardoption; bei Hochwasser gilt zudem der Grundsatz, nicht in überflutetes Gebiet zu fahren, sondern höher gelegene Wege zu wählen.
Szenario-Matrix: welches Mittel wann?
Die folgende Übersicht ist eine Entscheidungshilfe, kein Automatismus. Sie ersetzt nicht die konkrete Anweisung der Behörden im Ereignisfall – diese hat immer Vorrang.
| Szenario | Eher geeignet | Eher meiden |
|---|---|---|
| Städtische Massenevakuierung (Stau) | Velo, zu Fuss | Auto (Kolonnen) |
| Blackout / Treibstoffknappheit | Velo, zu Fuss, E-Auto nur falls geladen | Auto/Motorrad ohne Tankreserve |
| Winter / alpin | Auto mit Winterausrüstung (vorsichtig) | zu Fuss ohne Ausrüstung |
| Hochwasser | höher gelegene Routen, situativ Boot | Fahrt durch überflutete Strassen |
| Kurze Distanz, verstopft | zu Fuss, Velo | Auto |
| Grosse Distanz, freie Route | Auto | zu Fuss |
| Gruppe mit Kindern/älteren Personen | Auto (wenn Route frei) oder ÖV | reines Zufuss über lange Distanz |
Grundregel bei Hochwasser: nie durch überflutetes Gebiet fahren oder gehen. Bei Sonderlagen gelten die amtlichen Anweisungen vor jeder Tabelle.
Welche Probleme drohen bei der Fortbewegung im Notfall?
Stau und Blockaden: Wenn alle gleichzeitig mit dem Auto losfahren, steht der Verkehr. Genau deshalb rät der Bund, Verkehrsmittel nur für Dringendes zu nutzen und Anweisungen zu folgen.
Treibstoff- und Ladefalle: Tankstellen und Ladesäulen brauchen Strom. Bei einem Blackout gibt es weder Benzin noch Ladung. Reserve entsteht nur vorher, im Alltag.
Ladung gegen Reichweite: Je unabhängiger das Mittel (zu Fuss, Velo), desto weniger kannst du mitnehmen. Dein Notgepäck muss also tragbar bleiben – Gewicht vor Vollständigkeit.
Wetter, Gelände, Verletzung: Nässe, Kälte, Schnee und Trümmer verlangsamen alles und erhöhen das Verletzungsrisiko – zu Fuss, auf dem Velo und dem Motorrad besonders.
Unterschiedliches Tempo in der Gruppe: Kinder, ältere oder eingeschränkte Personen bestimmen das Tempo. Plane danach, nicht nach der schnellsten Person.
Orientierung ohne Strom: Bei Stromausfall können Ampeln, Navigation und Mobilfunk ausfallen. Eine gedruckte Karte und eine offline verfügbare Route sind Gold wert.
Wie bereite ich mich auf Fortbewegung im Notfall vor?
- Tank oder Akku im Alltag möglichst nie unter halbvoll fallen lassen
- Velo fahrtüchtig halten (Reifen, Bremsen, Licht) und Packtaschen oder Anhänger bereit haben
- Robustes Schuhwerk und tragbares Notgepäck griffbereit halten
- Offline-Karte der Region und eine gedruckte Route zum vereinbarten Ziel bereitlegen
- Mit der Familie Treffpunkt und Route festlegen; den nächsten Notfalltreffpunkt der Gemeinde kennen
- Radioempfang sicherstellen (batteriebetriebenes UKW/DAB+-Radio) für Behördeninformationen
- Mehrere Optionen offenhalten: nicht auf ein einziges Fortbewegungsmittel verlassen
Häufige Fehler
- In Panik mit vollem Tank losfahren und im Massenstau stranden, statt die Lage und die Behördeninformation abzuwarten
- Sich allein auf das Auto verlassen und Stromausfall oder Treibstoffknappheit nicht einplanen
- Zufuss oder Velo ohne realistische Distanz- und Traglast-Planung angehen (zu weit, zu schwer)
- Tank oder Akku regelmässig fast leer fahren, statt eine Reserve zu halten
- Keine gedruckte Karte oder Offline-Route – und bei Stromausfall ohne Navigation dastehen
- Anweisungen der Behörden ignorieren und eine eigene Route „quer“ durch das gesperrte Gebiet nehmen
- Das Pferd (oder ein anderes Spezialmittel) für krisentauglich halten, obwohl weder Tier noch Erfahrung vorhanden sind
| Mittel | Reichweite/Tempo (Richtwert) | Ladung/Kapazität | Hauptabhängigkeit | Am besten wenn |
|---|---|---|---|---|
| Auto (Benzin/Diesel) | ~600–1000 km pro Tankfüllung | hoch (Personen + Material) | Treibstoff, freie Strasse | frühe Abfahrt, freie Route, viel Ladung |
| E-Auto | akkuabhängig, weniger bei Kälte | hoch | Strom/Ladung (Blackout = Stopp) | Akku voll, kurze Distanz |
| Motorrad/Roller | gross, umfährt Staus | gering | Treibstoff | Einzelperson, verstopfte Strassen |
| Fahrrad/E-Bike | staufrei, gute Tagesreichweite | ~20–25 kg (mit Anhänger mehr) | Muskelkraft / E-Bike-Akku | Kurz-/Mitteldistanz, Stau, Blackout |
| Zu Fuss | ~15–25 km/Tag mit Gepäck | Traglast des Rucksacks | Kondition, Wetter | kurze Distanz, alles andere blockiert |
| Pferd | Schritt 5–8 km/h, ~20–30 km/Tag | Last + Person (Packtaschen) | Futter/Wasser, Erfahrung | ländlich, nur für erfahrene Halter |
| ÖV (Bahn/Bus) | hohe Kapazität | sehr hoch | Strom, Betrieb (fällt früh aus) | koordinierte Evakuierung |
| Boot | situativ | mittel | Gewässer/Wetter | Hochwasser, Seenähe |
Zahlen sind Richt-/Planungswerte (Fahrzeug-, Wander- und Reitsport-Fachquellen), keine amtlichen Normen. Die amtliche CH-Linie (BABS/Alertswiss): Anweisungen der Behörden befolgen, Verkehrsmittel nur für Dringendes nutzen. Stand Juli 2026.
Häufige Fragen
Ist das Auto in einer Evakuierung sinnvoll?
Es kommt auf die Lage an. Bei einer frühen, koordinierten Abfahrt über freie Routen ist das Auto stark – viel Ladung, grosse Reichweite. Bei einer Massenevakuierung mit verstopften Strassen ist es dagegen oft die schlechteste Wahl, weil im Stau die Reichweite nichts nützt. Deshalb rät der Bund, Verkehrsmittel nur für wichtige, dringende Bedürfnisse zu nutzen.
Wie weit komme ich zu Fuss pro Tag?
Mit Gepäck auf gutem Untergrund grob 15 bis 25 Kilometer pro Tag; das Gehtempo liegt bei etwa 4 bis 5 km/h. Ungeübte, schwieriges Gelände, Winter oder eine langsame Gruppe drücken das rasch auf 10 bis 15 Kilometer. Das sind Planungs-Grössenordnungen, keine garantierten Werte – plane grosszügig.
Was, wenn die Tankstellen keinen Strom haben?
Dann kannst du nicht tanken: Zapfsäulen brauchen Strom, ohne Strom funktioniert keine Tanksäule. Die meisten Schweizer Tankstellen haben kein Notstromaggregat, und eine Notstrompflicht besteht nicht. Einzelne „Not-Tankstellen“ mit Aggregat sind für die Rettungsorganisationen reserviert. Fazit: Tankreserve entsteht nur vorher – halte den Tank möglichst über halbvoll.
Fahrrad oder Auto in der Stadt?
In einer verstopften Stadt ist das Velo oft schneller und zuverlässiger, weil es staufrei ist und keinen Treibstoff braucht. Der Nachteil ist die begrenzte Ladung. Für kurze bis mittlere Distanzen in Ballungsräumen ist das Velo dem Auto meist überlegen.
Wie viel Material kann ich per Fahrrad mitnehmen?
Mit Gepäckträger (meist bis rund 25 kg zugelassen, Herstellerangabe beachten) und einem Paar Packtaschen (grob 40 Liter) sind praktisch etwa 20 bis 25 Kilogramm realistisch. Mit einem Anhänger – üblich sind rund 40 Kilogramm Zuladung – deutlich mehr. Achte auf das zulässige Gesamtgewicht deines Rads (grob 120–150 kg inklusive Fahrer und Gepäck).
Lohnt sich ein E-Auto im Notfall?
Nur, wenn der Akku vorab voll geladen ist und die Distanz überschaubar. Bei einem Blackout lädt der Akku nicht, und öffentliche Ladesäulen sind rasch überlastet oder ausser Betrieb. Bei Kälte sinkt die Reichweite zusätzlich. Ein E-Auto ist im Notfall nur so weit einsatzbereit, wie es vorher geladen war.
Ist ein Pferd eine sinnvolle Notfall-Option?
Für die allermeisten nein. Ein Pferd braucht täglich Futter (grob 6–15 kg Heu), Wasser (etwa 20–40 Liter, bei Hitze mehr) sowie Erfahrung und Ausbildung, und es ist bei Lärm schreckhaft. Nur für Menschen, die ohnehin Pferde halten und ländlich wohnen, kann es bei langanhaltender Treibstoff- oder Stromnot eine Rolle spielen. Als spontane Alternative für Laien taugt es nicht.
Was sagt der Bund zum Verhalten bei einer Evakuierung?
Nach einem Alarm läuft die Information über Radio und die Alertswiss-App. Die amtliche Linie: den Anweisungen der Behörden und Einsatzkräfte folgen, Verkehrsmittel und Kommunikationsnetze nur für wichtige, dringende Bedürfnisse nutzen und sich im Strassenverkehr besonders vorsichtig verhalten. Als Sammelstellen dienen die Notfalltreffpunkte der Gemeinde. Nicht eigenmächtig oder in Panik losfahren.
Offizielle Quellen
- Anleitung: Notgepäck packen Tragbares Gepäck fürs Losgehen
- Anleitung: 72-Stunden-Plan für die Familie Treffpunkt, Route, Kontakte
- Anleitung: Notvorrat anlegen Bleiben statt gehen: Zuhausebleiben ist oft sicherer
- Anleitung: Verhalten bei Sirenenalarm Die Anordnung erkennen, Radio hören
- Anleitung: Schutz bei Hochwasser Nicht durch überflutete Strassen
- Anleitung: Notstrom und Solar E-Auto/Akku laden – Kapazität kennen
- Anleitung: Karte und Kompass Zu Fuss navigieren: Marschzeit rechnen, Standort bestimmen
- Aktuelle Gefahrenlage: Lagebild Aktuelle Gefahren- und Ereignislage vor dem Losfahren prüfen
- Alertswiss Bei Gefahr richtig reagieren
- Alertswiss Notfallplan (PDF)
- BABS Alertswiss
- Notfalltreffpunkte (BABS-Karte) Sammelstellen der Gemeinde finden
- BWL Elektrizität / Treibstoffversorgung bei Stromausfall
- SRF Tankstelle im Emmental wappnet sich gegen Blackout
- SAC Marschzeitberechnung