Szenarien-Spiele

Das Hochwasser

«Das Hochwasser» ist ein kostenloses, textbasiertes Entscheidungsspiel: Dauerregen, der Bach schwillt, der Naturgefahrenkanal warnt. Dein Haus steht am Wasser, mit Keller und Tiefgarage — und im Parterre nebenan wohnt die Nachbarin, allein. Das Wasser steigt über Tage langsam, dann kommt die Gewitternacht und der Pegel springt. Nicht das Wasser selbst tötet meist, sondern die eigene Fehlreaktion — in den flutenden Keller steigen, durch überflutete Strassen fahren — und die Vernachlässigung der Verletzlichsten. Jede Entscheidung — Rückstauklappe und Schott oder abwarten, das Auto rechtzeitig hochfahren, die Nachbarin nach oben holen, bei eingeschlossener Person 118 rufen oder zögern — hat realistische Folgen.

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  • Rückstauklappe gewartet, Lichtschächte aufgekantet
  • Schottbretter nummeriert, Sandsäcke unter der Kellertreppe
  • Tauchpumpe mit Kabelrolle im Regal
  • Kurbelradio und geladene Powerbank
  • Notgepäck gepackt, Dokumentenmappe im Obergeschoss
  • Elementar- und Gebäudewasser-Deckung in der Police, Öltank verankert
  • Nummer von Frau Vogels Tochter im Handy
  • Auto auf Platz 12 der Tiefgarage
  • Fotoalben, Ski und Versicherungsordner im Keller
  • Weder Schott noch Sandsäcke, Lichtschächte offen
  • Das Handy: Pegel-App, Taschenlampe und Radio in einem
  • Police seit dem Einzug nicht mehr angeschaut
  • Frau Vogel kennt man vom Schwatz im Treppenhaus

Das Wasser tötet selten im Haus — meist im Wasser.

Die meisten Hochwassertoten sterben nicht im eigenen Haus, sondern bei vermeidbaren Handlungen im oder am Wasser: Autofahrten durch überflutete Strassen, das Betreten überschwemmter Keller (Strom!), das Bergen von Sachwerten in der Gefahrenzone. Innerhalb von Gebäuden ist die Gefahr am grössten in Parterre und Keller — genau dort, wo die ebenerdig wohnende Nachbarin lebt. Der überwiegende Schaden ist materiell: Keller, Tiefgarage, Erdgeschoss, Fahrzeug, Dokumente.

Kein Blackout — die Gefahr ist das steigende Wasser.

Anders als beim Stromausfall gibt es hier keinen landesweiten Zusammenbruch: Ein Hochwasser löst in der Schweiz keinen grossflächigen Blackout aus, die Infrastruktur-Ausfälle bleiben lokal und temporär. Die stärkste Lehre steckt in der zweiten Nacht: Tagelang steigt der Pegel langsam und angekündigt — dann kommt die Gewitternacht mit der Sturzflut-Spitze, und im Dunkeln, müde, werden die vorbereitenden Entscheidungen der ruhigen Tage eingelöst oder bestraft.

Was in 72 Stunden wirklich passiert

  1. Freitag — Die Vorwarnung.

    Der Naturgefahrenkanal warnt, der Pegel steigt. Jetzt fallen die Weichen — Objektschutz beginnen, Auto und Wertsachen hochbringen, die Nachbarin einbinden. Die langsame Vorwarnzeit ist das entscheidende Zeitfenster.

  2. Nacht auf Samstag — Das stetige Steigen.

    Das langsame Flusshochwasser: Der Pegel steigt über Nacht gleichmässig weiter. Wer im Dunkeln, müde, das Wasser zu spät sieht, verliert Keller und Tiefgarage.

  3. Samstag — Der Pegel am Limit.

    Die amtliche Lage empfiehlt für tiefliegende Quartiere die Evakuierung. Nachbarschaftshilfe, die Kontrolle der gefährdeten Person, überflutete Wege — nicht durchs Wasser fahren.

  4. Nacht auf Sonntag — Die Gewitternacht.

    Die Sturzflut-Spitze: Eine Gewitterzelle lässt den Pegel in Schüben springen. Genau jetzt zahlt sich der Objektschutz aus — oder sein Fehlen rächt sich.

  5. Sonntag / Montag — Scheitel und Rückgang.

    Der höchste Stand, die Rettung der eingeschlossenen Person — 118 Feuerwehr. Am Montag sinkt der Pegel; erst auspumpen, wenn das Grundwasser gesunken ist, Schäden für die Versicherung dokumentieren.

Die tödlichsten Fehler

  • In den flutenden Keller steigen.

    Die zentrale Todesgefahr liegt innerhalb von Gebäuden, besonders in Keller und Tiefgarage. Ein Keller läuft in unter einer Minute voll, das trübe Wasser nimmt die Sicht, und bei eingeschaltetem Strom ist er lebensgefährlich. Kein Sachwert wiegt das auf — Raum meiden, Strom nur gefahrlos trennen, sonst 118.

  • Durch überflutete Strassen fahren oder waten.

    «Turn around, don't drown»: Man sieht dem Wasser die Tiefe nicht an. Rund 30 cm fliessendes Wasser reissen ein Fahrzeug mit, wenige Zentimeter genügen für einen Menschen (Faustregel). Ein Auto im Wasser versinkt in drei bis vier Minuten; der Ausstieg gelingt in der ersten Minute durch die Seitenscheibe — Fenster runter, Gurt lösen, Auto aufgeben. Wer zu Fuss watet, kann zudem in einen vom Wasserdruck weggehobenen, unsichtbaren Schacht- oder Kanaldeckel treten und weggerissen werden. Unterführungen und Tiefgaragen sind Senken — der Fluchtweg führt bergauf, gegen das Wasser.

  • Die ebenerdig wohnende Nachbarin nicht rechtzeitig hochbringen.

    Wer im Parterre oder Keller wohnt und allein ist, ist am stärksten gefährdet. Vertikale Evakuierung — nach oben, nicht hinaus ins Wasser — rettet Leben. Feste Absprachen und regelmässiger Kontakt mit den Verletzlichsten sind die entscheidende Vorsorge.

  • Ohne Deckung und ohne gesicherte Dokumente ins Wasser gehen.

    Derselbe Sachschaden endet beim Versicherten als «ersetzt» und beim Unversicherten als finanzielle Katastrophe. Elementarschäden sind meist gedeckt, doch Grundwasser ist ausgeschlossen und Kanalrückstau nur mit dem Zusatz «Gebäudewasser». Dokumente wasserdicht und erhöht sichern, Schäden vor dem Aufräumen fotografieren.

Funk im Blackout — deine Rückfallebene

Beim Hochwasser bricht keine Kommunikation zusammen — hier zählt, dass du die Warnungen liest und die Verletzlichsten erreichst. Vier Kanäle tragen im Spiel wie in der Realität:

  • Naturgefahrenkanal & MeteoSchweiz. Die amtliche Hochwasserwarnung ist fünfstufig (grün bis dunkelrot) und an die Abflussmengen gekoppelt. Ab Stufe 3 gilt: Lage verfolgen; ab Stufe 4/5 von Gewässern fernhalten. Die Vorwarnzeit ist das entscheidende Zeitfenster.
  • Alertswiss & Sirenen. Alertswiss (Alarm/Warnung/Information) und die Sirenen: Der Allgemeine Alarm (auf- und absteigender Heulton, eine Minute) heisst Radio hören und abwarten. Der Wasseralarm unterhalb von Stauanlagen — 12 tiefe Dauertöne à 20 Sekunden — heisst: das Gebiet verlassen, höher gelegen, ohne auf Anweisungen zu warten.
  • Radio bei Stromausfall. Fällt in einem gefluteten Quartier der Strom aus, trägt das batterie- oder kurbelbetriebene Radio die Behördendurchsagen und Evakuierungsaufrufe — auch wenn Handy und App längst leer sind.
  • 118 — der Notruf im Hochwasser. Für Überflutung, eingeschlossene Personen und Pumpeinsätze ist die 118 (Feuerwehr) der richtige Notruf; 144 (Sanität) gilt Verletzten und Beinahe-Ertrinken. Ein Keller unter Wasser ohne Personengefahr ist kein Notruf-Fall.

Merksatz (im Spiel wie im Ernstfall): Die Vorwarnzeit nutzen — Rückstauklappe, Schott, Auto und Dokumente nach oben. Nie durch überflutete Strassen fahren, nie in den flutenden Keller. Die ebenerdig Wohnenden vertikal in Sicherheit bringen. Und bei eingeschlossener Person: 118 rufen. Der grösste Schaden ist materiell — und versicherbar.

Mehr dazu in unserem Funk-Bereich: Schutz bei Hochwasser Erste Hilfe: Wiederbelebung Lagebild Schweiz

Häufige Fragen

Ist das Szenario realistisch?

Der Ablauf folgt den zwei belegten Hochwassertypen: dem langsamen, angekündigten Flusshochwasser über Tage und der nächtlichen Sturzflut aus einer Gewitterzelle. Fiktiv sind das konkrete Haus, die Figuren und der genaue Verlauf. Wichtig ist der Realitäts-Anker: Ein Hochwasser löst in der Schweiz keinen grossflächigen Blackout aus — die Infrastruktur-Ausfälle bleiben lokal und temporär.

Warum ist die zweite Nacht so gefährlich?

Weil der langsame und der schnelle Hochwassertyp zusammenkommen: Tagelang steigt der Pegel angekündigt, dann bringt eine Gewitterzelle die Sturzflut-Spitze — nachts, im Dunkeln, wenn man müde ist und das Wasser zu spät sieht. Genau dann werden die vorbereitenden Entscheidungen der ruhigen Tage — Objektschutz, Auto hoch, Evakuierungsplan — eingelöst oder ihr Fehlen bestraft.

Stimmen die Zentimeter-Angaben?

Die genauen cm-Stände sind eine begründete Skalierung, keine Messung. Die Schwellen (etwa 15/30/60 cm) sind als Faustregel gedacht, nicht als amtliche Schweizer Zahl. Qualitativ ist belegt: Schon wenige Zentimeter fliessendes Wasser reissen einen Menschen um, rund 30 cm ein Fahrzeug. Die amtlichen Warnungen sind fünfstufig und an die Abflussmengen gekoppelt.

Was zahlt die Versicherung — und was nicht?

Elementarschäden (Hochwasser, Überschwemmung) sind in den meisten Kantonen obligatorisch gedeckt. Aber es gibt Lücken: Grundwasser ist ausgeschlossen, Kanalrückstau nur mit dem Zusatz «Gebäudewasser» gedeckt — genau die Prozesse, die den Keller fluten. Gebäude versichert die Gebäudeversicherung, Hausrat der Mieter selbst. Deckung und Selbstbehalt variieren je Kanton; die eigene Police prüfen.

Speichert das Spiel Daten?

Nein. Kein Cookie, kein Konto, keine Anmeldung, kein Tracking. Dein Spielstand steckt ausschliesslich in der Adresse (URL) dieser Seite — schliesst du den Tab, ist er weg. Du kannst die URL teilen oder als Lesezeichen sichern; sie enthält keine persönlichen Daten, nur deine Entscheidungen.

Warum trifft es fast immer die Nachbarin und nicht mich?

Weil sie ebenerdig und allein wohnt: Innerhalb von Gebäuden ist die Gefahr am grössten in Parterre und Keller, und wer allein ist, bemerkt die Not zu spät und kann sich schwerer selbst nach oben bringen. Der handelnde Spieler übersteht das Hochwasser meist — es sei denn, er überschätzt sich und geht selbst ins Wasser oder in den flutenden Keller.