Gefahr · Naturgefahr

Hochwasser

Betreten Sie Keller, Tiefgaragen und Unterführungen nicht mehr und schalten Sie in gefährdeten Räumen den Strom ab. Meiden Sie fliessendes Wasser — schon wenige Dezimeter können Sie umreissen — und befolgen Sie die Anweisungen der Einsatzkräfte. Beim Naturgefahrenportal gilt ab Warnstufe 3 erhöhte Gefahr; verfolgen Sie die Pegel des BAFU.

Hochwasser entsteht in der Schweiz meist durch lang anhaltenden Regen, lokale Gewitterzellen oder Schneeschmelze — oft in Kombination. Grosse Seen (Bieler-, Thuner-, Vierwaldstättersee) können mit Verzögerung über die Ufer treten, während Bäche und kleine Flüsse innert Minuten anschwellen.

Besonders gefährlich sind Keller, Tiefgaragen und Unterführungen: Dort steht das Wasser innert Minuten meterhoch, und schon wenige Dezimeter schnell fliessendes Wasser können einen Menschen umreissen. In steilen Lagen kommen Murgänge und Hangrutsche hinzu.

Hochwasser ist die teuerste Naturgefahr der Schweiz: Das Ereignis von 2005 verursachte rund 3 Milliarden Franken Schaden. Die Gefährdungskarten der Gemeinden zeigen, ob die eigene Adresse in einer gefährdeten Zone liegt — der wichtigste erste Schritt der Vorsorge.

Risiko-Einstufung

Risiko · Hoch (Stufe 4 von 5)

Eintrittswahrscheinlichkeit: Hoch · Schadensausmass: Mittel → Gesamtrisiko: Hoch.

Risikomatrix: senkrecht die Eintrittswahrscheinlichkeit (oben hoch), waagrecht das Schadensausmass (rechts hoch). Die markierte Zelle zeigt die Einstufung dieser Gefahr.
Schadensausmass
Gering Mittel Hoch
Hoch Einstufung dieser Gefahr
Mittel
Gering

Legende: Gering (grün) · Mittel (gelb) · Hoch (rot). Das Gesamtrisiko ergibt sich aus Eintrittswahrscheinlichkeit mal Schadensausmass.

Starkregen und Schneeschmelze lassen Flüsse und Seen über die Ufer treten. Keller und Tiefgaragen füllen sich oft innert Minuten.

Sofortmassnahmen

  • Keller räumen, Schächte sichern
  • Tiefgaragen & Unterführungen meiden
  • Strom in Flutbereichen abschalten

Warnanzeichen

  • Naturgefahrenportal / MeteoSchweiz: Hochwasser-Warnstufe 3 und höher (max. Stufe 5)
  • Steigende Pegel auf den Live-Hydrodaten des BAFU (hydrodaten.admin.ch)
  • Anhaltender Starkregen über Stunden, gesättigte Böden, bereits volle Bäche
  • Trübes, schnell fliessendes Wasser, mitgeführtes Treibgut, gluckernde Kanalisation/Rückstau
  • Behördliche Warnungen oder Strassensperrungen

Vorher · Während · Nachher

Vorher

  • Gefährdungskarte deiner Gemeinde kennen
  • Wertsachen & Technik aus dem Keller
  • Rückstauklappen & Schächte prüfen
  • Sandsäcke / Dichtungsmaterial bereithalten

Während

  • Keller & Tiefgaragen NICHT mehr betreten
  • Strom in gefährdeten Räumen abschalten
  • Fliessendes Wasser meiden – schon wenige Dezimeter reichen, um dich umzureissen
  • Anweisungen der Einsatzkräfte befolgen

Nachher

  • Erst zurück, wenn Behörden freigeben
  • Schäden dokumentieren, dann erst räumen
  • Trinkwasser-Hinweise der Gemeinde beachten

Das ist real passiert

  1. 2024 Unwetter Maggiatal

    In der Nacht auf den 30. Juni 2024 fielen im oberen Maggiatal (TI) rund 200 mm Regen in 24 Stunden; Überschwemmungen und Murgänge zerstörten Gebäude in Cevio und der Lavizzara und forderten mehrere Todesopfer.

    Quelle
  2. 2024 Unwetter Misox

    Am 21. Juni 2024 riss ein Murgang in Lostallo (GR) Häuser und ein Stück der Autobahn A13 weg und forderte mehrere Todesopfer.

    Quelle
  3. 2021 Unwettersommer

    Wochenlange Gewitter im Juli 2021 brachten Bieler-, Thuner- und Vierwaldstättersee auf die höchste Gefahrenstufe; der Bielersee erreichte einen Rekordpegel, der Gesamtschaden lag bei rund 450 Mio. Franken.

    Quelle
  4. 2005 Jahrhundert-Hochwasser

    Am 21./22. August 2005 forderte das teuerste Naturereignis der Schweizer Geschichte 6 Todesopfer und rund 3 Milliarden Franken Schaden; am stärksten betroffen waren Bern, Luzern, Uri, Ob- und Nidwalden.

    Quelle

Häufige Fragen

Wie bereite ich mich auf Hochwasser vor?

Prüfen Sie auf der Gefährdungskarte Ihrer Gemeinde, ob Ihre Adresse in einer gefährdeten Zone liegt. Räumen Sie Wertsachen und Technik aus dem Keller, kontrollieren Sie Rückstauklappen und Schächte und halten Sie Sandsäcke bereit.

Warum sind Keller und Tiefgaragen bei Hochwasser so gefährlich?

Dort steigt das Wasser innert Minuten meterhoch. Schon wenige Dezimeter schnell fliessendes Wasser können einen Menschen umreissen. Betreten Sie Keller, Tiefgaragen und Unterführungen bei Hochwasser deshalb nicht mehr.

Was ist nach einem Hochwasser zu tun?

Kehren Sie erst zurück, wenn die Behörden freigeben. Dokumentieren Sie Schäden, bevor Sie mit dem Räumen beginnen, und beachten Sie die Trinkwasser-Hinweise Ihrer Gemeinde.

Offizielle Quellen