Anleitung · GUIDE 43

Karte und Kompass: navigieren wie es die Schweiz lehrt

Auf Aktualität geprüft am 17.07.2026

Karte so drehen, dass sie mit dem Gelände übereinstimmt, den Standort laufend mitführen und Ist gegen Soll vergleichen. Für Richtungen gilt die 3-Punkte-Regel, nicht «Kreuzpeilung». Die Landeskarte 1:25'000 zeigt in den Alpen 20 Meter Äquidistanz. Auf Bergwanderwegen ist eine topografische Karte Norm-Anforderung, nicht Kür.

Es gibt für dieses Thema ein amtliches Schweizer Lehrmittel, und die meisten Leute kennen es nicht: Das SAC-Alpinmerkblatt «Orientierung» ist zugleich das J+S-Handbuch Bergsport 30.905.1003 d des Bundesamts für Sport (BASPO). Dieser Guide folgt ihm – nicht deutschen oder militärischen Navigationsschulen, deren Begriffe in der Schweiz gar nicht gelten. Und die Karte ist am Berg keine Prepper-Marotte: Die Norm SN 640 829a verlangt für weiss-rot-weiss signalisierte Bergwanderwege ausdrücklich eine topografische Karte, für weiss-blau-weiss zusätzlich Höhenmesser und Kompass. SAC-Ausrüstungsliste und BFU-Packliste nennen sie unabhängig voneinander ebenfalls.

Wie lese ich eine Schweizer Landeskarte?

Die Landeskarte 1:25'000 hat laut J+S «am meisten Details für Bergtouren»; 1:50'000 «bietet gute Übersicht, genügt für Wanderungen und Biketouren». Rechnerisch: 1:25'000 heisst 1 cm = 250 m, 1:50'000 heisst 1 cm = 500 m.

Höhenkurven: Der vertikale Abstand heisst Äquidistanz. J+S wörtlich: «1:25 000 Mittelland und Jura: 10 m, Alpen: 20 m. Fels: Die 100-m-Zählkurven sind durchgezogen. 1:50 000 ganze Schweiz: 20 m.»

Die wichtigste Falle, J+S wörtlich: «In den Alpen wirkt der gleiche Hang auf der LK 1:25 000 verglichen mit der LK 1:50 000 viel flacher!» – weil beide dort 20 m Äquidistanz haben, die 1:50'000 die Kurven aber auf halbem Raum zeigt.

Die Karte lügt nicht, aber sie glättet. J+S: «Die Karte zeigt eine durchschnittliche Hangneigung», «Zwischen den Höhenkurven können kurze, steilere oder flachere Partien vorkommen», «Kleine senkrechte Felsbänder sind evtl. schwer zu erkennen».

Aktualität: J+S: «Jede Karte wird alle 6 Jahre auf den neuesten Stand gebracht.» Das Ausgabejahr steht auf dem Titel, der Stand der Überarbeitung innen unten links. «Die Landschaft ändert sich laufend.»

Signaturen-Fallen, alle wörtlich J+S: «Bach: Strichbreite ist kein Hinweis auf Wassermenge!» · «Trockenrinne: Bei Schneeschmelze oder Gewitter teils unpassierbar!» · «Offener Wald: Baumringel sind ein Flächensymbol, sie stehen nicht für einzelne Bäume.» · «Gebüsch: Meist weniger als 3 m hoch, oft schlecht oder gar nicht begehbar.» · «Wegspur: Oft sind nur Markierungen sichtbar.» · «Hochspannungsleitung: Kein Weg, oft aber hörbar.»

Wie orientiere ich mich unterwegs mit der Karte?

Diese acht Schritte sind der laufende Orientierungs-Zyklus des amtlichen J+S-Merkblatts – das, was du während der ganzen Tour immer wieder tust, nicht erst dann, wenn etwas schiefgeht.

  1. Karte falten, «dass der Standort und die nächste Wegstrecke oben liegen»
  2. Karte so drehen, dass sie mit dem Gelände übereinstimmt – das ist das Einnorden in seiner praktischen Form
  3. Standort laufend verfolgen – «mit dem Daumen drauf»
  4. Nächsten Abschnitt einprägen: Landmarken und Zeit (Distanz und Höhendifferenz)
  5. Laufend Ist gegen Soll vergleichen: «Laufend die Wirklichkeit (Ist) mit dem nach der Karte zu erwartenden Soll vergleichen.»
  6. Bei Abweichungen anhalten, sich orientieren, evtl. zurück zum letzten bekannten Punkt
  7. Instrumente einsetzen, bevor man nichts mehr sieht – besonders den Kompass
  8. Auf die Zeit achten, «ehe man übers Ziel hinaus geht»

Die 3-Punkte-Regel: Richtung von der Karte ins Gelände

Die Schweizer Lehre kennt die Begriffe «Kreuzpeilung», «Rückwärtseinschneiden» und «Marschzahl» nicht. Das amtliche J+S-Merkblatt verwendet 3-Punkte-Regel, Azimut und Marschkroki. Wer die deutschen Begriffe benutzt, ist nicht falsch unterwegs – aber sie sind nicht die hiesige Terminologie und nicht amtlich empfohlen.

  1. Kompass auf der Karte in die gewünschte Richtung legen
  2. Dose drehen, bis die Süd-Nord-Linien parallel zu jenen auf der Karte sind – falls nötig, Azimut ablesen
  3. Kompass wegnehmen und drehen, bis der rote Teil der Nadel zwischen den Markierungen eingependelt ist

Kompass, Azimut und die Sache mit der Deklination

J+S dämpft die Erwartung ausdrücklich: «Keine grosse Genauigkeit erwarten. Möglichst kurze Strecken, auf Linien und evtl. bewusst ‹falsch› zielen.» Und: «Auf der Karte die Azimute zuerst schätzen (z. B. Südwest = 135°), dann mit dem Kompass messen.»

Kompass-Regeln, J+S: «Eisenteile möglichst fern halten (auch das LVS).» · «Schnur zeigt gegen den Körper oder Startpunkt.» · Auf die Gradeinteilung achten: «360°, 6400 Art‰ oder 400 gon». · «In der Hütte eventuell ein Marschkroki erstellen mit Distanzen und Azimuten der Teilstrecken.»

Deklination: In der Schweiz beträgt die magnetische Deklination heute rund 3 bis 4 Grad Ost und nimmt weiter zu (rund +0,1 bis +0,2 Grad pro Jahr). Die alte Pauschale «in der Schweiz rund 2 Grad, vernachlässigbar» ist veraltet – historisch war die Deklination westlich (SAC 1914: Genf 11,3 Grad West) und ist über null nach Osten gewandert. Den tagesaktuellen Wert für deinen Ort liefert der swisstopo-Deklinationsrechner.

Ehrlich dazu: Das amtliche J+S-Merkblatt erwähnt die Deklination mit keinem Wort, obwohl es Azimute lehrt – die Schweizer Bergsport-Lehre hält die Korrektur in der Praxis offensichtlich für vernachlässigbar. Für normales Wandern ist sie das auch. Bei Azimut-Navigation über längere Strecken in Nebel oder weglosem Gelände ist sie mit 3 bis 4 Grad messbar.

Für Einsteiger: Ignoriere die Deklination und übe stattdessen das Kartendrehen. Die 3 bis 4 Grad sind das kleinste deiner Probleme, solange die Karte falsch herum liegt.

Experten-Tipp: Ziele bei Nebel bewusst «falsch» – peile neben das Ziel, damit du beim Erreichen einer Linie (Bach, Weg, Grat) weisst, in welche Richtung du abbiegen musst. J+S nennt genau das.

Was ist der Unterschied zwischen LV95 und LV03?

LV03 (CH1903) ist die Landesvermessung von 1903, Fundamentalpunkt: alte Sternwarte Bern (600'000 / 200'000). LV95 (CH1903+) ist die Satellitenvermessung, aufgebaut 1988–1995, Fundamentalpunkt Geostation Zimmerwald. Bern-Nullpunkt LV95: E 2'600'000 / N 1'200'000. LV95 ist «Anfang 2017 in Kraft getreten» (swisstopo).

Die Stellenzahl-Regel: Der 6-stelligen Koordinate wurde eine 7. Ziffer vorangestellt. swisstopo wörtlich: «In der Nord-Süd-Richtung ist es eine 1, in der West-Ost-Richtung eine 2.» Also: LV95 ist 7-stellig, LV03 6-stellig. Daran erkennst du sofort, welches System du vor dir hast.

Und hier die Korrektur, die fast überall fehlt: «+2'000'000 Ost / +1'000'000 Nord» ist die offizielle Zuschlagsregel zur Systemunterscheidung – aber keine exakte Transformation. swisstopo wörtlich: «Eine exakte Transformation ist aufgrund der grossen Verzerrungen (bis 1.6 m) nicht möglich.» Exakt geht es nur mit dem Werkzeug REFRAME und dem Datensatz CHENyx06.

Was das fürs Wandern heisst: nichts. 1,6 Meter sind für die Vermessung entscheidend und beim Wandern irrelevant – dein GPS liegt ohnehin um ±10 Meter daneben (J+S). Die Faustregel reicht zum Lesen und Erkennen völlig. Sie ist bloss kein Transformationswerkzeug, und so solltest du sie auch niemandem weitergeben. (Einordnung der Redaktion, kein amtlicher Satz.)

Koordinaten ablesen, J+S wörtlich: «Erst kommt die grosse Zahl (Ostwert, nach rechts), dann die kleine (Nordwert, nach oben). Eselsbrücke: In den Gang, dann die Treppe hoch.» Und ausdrücklich: «Nicht von X- und Y-Achse reden, diese liegen anders als in der Geometrie!»

Genauigkeit genügt, J+S: «Schätzen: Auf 100 m genau möglich, weniger fehleranfällig und rascher.» · «Koordinaten mit 2 × 6 Zahlen angeben, schätzen auf 100 m genügt meistens.» Das Merkblatt stammt von 2009, also aus der LV03-Zeit – heute sind es 7 Stellen. Die Logik bleibt.

Immer dazugeben, J+S: «Neben den Koordinaten und der Höhe noch den Flurnamen, das Tal und die Gemeinde melden.» Bei einer verhörten Ziffer hat die Rettung sonst nichts.

Digital oder Papier

Die swisstopo-App speichert Karten «kostenlos und uneingeschränkt» offline; die App selbst braucht rund 50 MB, alle Landeskarten der Schweiz samt angrenzendem Ausland rund 18 GB. Sie zeigt standardmässig LV95 und lässt sich in den Einstellungen auf WGS84 umstellen. SchweizMobil Plus kostet CHF 35.– pro Jahr, für SAC-Mitglieder CHF 20.–.

Die amtliche Abwägung, J+S wörtlich: «Eine digitale Karte braucht immer Strom. Auf den meist eher kleinen Displays hat man keine Übersicht.» Fazit des Merkblatts: «Digitale Karten sind ideal für die Tourenvorbereitung (inkl. GPS) zu Hause. Für unterwegs ist die gedruckte Landeskarte oft ein sicherer Datenspeicher.»

Zum GPS, J+S: «Das GPS sieht keine Hindernisse (wie Spalten oder Felsriegel). Man muss die Karte dabei haben.» · «Die Genauigkeit (horizontal) liegt in der Regel innerhalb ±10 m.» · «Steile Wände (vor allem gegen Süden) können Messungen behindern, ebenso Bäume.» · «Es braucht mindestens 4 Satelliten.»

Kälte: J+S: «Bei tiefen Temperaturen kann der Bildschirm Probleme bekommen oder ausfallen.» Und die Geräte «sind Stromfresser; ein Satz Batterien reicht für 4 bis maximal 10 Stunden Dauerbetrieb». Kälte senkt zudem die nutzbare Akkukapazität deutlich; der Effekt ist weitgehend reversibel, wenn das Gerät wieder warm wird – deshalb das Handy körpernah tragen. (Zur Grösse dieses Verlusts kursieren widersprüchliche Zahlen; eine belastbare, gerätespezifische Quelle dafür gibt es nicht, deshalb nennen wir keine.)

BFU wörtlich: «Aktuelles Kartenmaterial – offline oder auf Papier: auch das Handy kann mal aussteigen oder keinen Empfang haben.» SAC: «Die klassischen Navigationshilfen wie Papierkarten, Kompass, Höhenmeter gehören nach wie vor zur Grundausrüstung.»

Für Einsteiger: Die swisstopo-App offline laden reicht für den Anfang völlig – kostenlos und besser als jede Papierkarte, die du nicht dabei hast.

Experten-Tipp: Der Höhenmesser ist das unterschätzteste Instrument. J+S: «Laufend, spätestens nach 1 Stunde an einem Punkt mit bekannter Höhe justieren.» Er misst relativ, driftet mit dem Luftdruck – und genau diese Drift ist eine Wettervorhersage: «In der Hütte am Abend einstellen, am Morgen kontrollieren. Höhere Anzeige = der Luftdruck steigt = schönes Wetter; tiefere Anzeige: Luftdruck sinkt = schlechtes Wetter.» Dazu: «Die Auflösung der Anzeige (z. B. auf 1 m) ist nicht die Genauigkeit!» Und: «Das GPS misst die Höhe zwei- bis dreimal weniger genau als die Lage.»

Wie rechne ich die Marschzeit in den Bergen?

Die swisstopo-Faustregel ist der Kanon (Tabelle unten). Pausen sind nicht enthalten – auch nicht in den Zeiten auf den gelben Wegweisern: Die Schweizer Wanderwege sagen wörtlich, die Zeitangaben bezögen sich «auf die reine Wanderzeit – Pausen sind nicht eingerechnet».

Hinter den offiziellen Zeiten steckt kein Bauchgefühl: Die Formel wurde in den 1980er-Jahren entwickelt, mathematisch hergeleitet von Stephan Weber, und ist seit 2006 schweizweit im Einsatz. Sie ist ein Polynom; die Faustregel ist die Näherung. swisstopo selbst: «die Faustregel berechnet die Zeiten grosszügig» – und rät, «immer etwas mehr Zeit als nötig einplanen».

Eine ehrliche Reibung zwischen zwei amtlichen Quellen: swisstopo addiert für den Abstieg (+15 min pro 200 Hm), das J+S-Merkblatt zieht ab («Abzug für leichten Abstieg pro 400 m: ¼ Stunde»). Kein Fehler, sondern zwei Modelle: Steiler Abstieg kostet Zeit, leichter spart welche. Wir rechnen mit swisstopo, weil konservativer.

Zeitfresser und Beschleuniger, J+S wörtlich: «Mit einer Gruppe ist man immer langsamer unterwegs!» Schneller: «am frühen Morgen · auf hartem Schnee · in einer eingespielten Gruppe · mit wenig Gepäck · auf guten Wegen». Langsamer: «Anseilen · Steigeisen montieren · Felle aufziehen · schwerer Schnee · volle Bäuche · Nachmittagssonne · Engpässe».

Zum Vergleich: Die international bekannte Naismith-Regel von 1892 rechnet rund 10 Minuten pro 100 Höhenmeter Aufstieg, die Schweizer Regel 15 – die Schweizer Regel ist am Aufstieg deutlich grosszügiger. Naismith kennt weder Pausen noch einen Abstiegsterm. (Umrechnung der Redaktion aus dem Originaltext.)

Schweizer Marschzeit-Faustregel und Kartengrundlagen
Grösse Wert Quelle / Hinweis
Pro 1 km horizontal 15 Minuten (ca. 4 km/h) swisstopo-Faustregel
Pro 100 m Aufstieg +15 Minuten swisstopo-Faustregel
Pro 200 m mittelsteilem Abstieg +15 Minuten swisstopo; J+S rechnet umgekehrt (−15 min pro 400 m leichtem Abstieg)
Pausen +5–10 Minuten pro Stunde, separat swisstopo – in Wegweiser-Zeiten NICHT enthalten
Äquidistanz 1:25'000 10 m Jura/Mittelland · 20 m Alpen swisstopo / J+S
Äquidistanz 1:50'000 20 m (ganze Schweiz) swisstopo / J+S
Zählkurve alle 100 Höhenmeter, bei Fels durchgezogen J+S
Massstab 1:25'000 1 cm = 250 m; «am meisten Details für Bergtouren» J+S
Massstab 1:50'000 1 cm = 500 m; «gute Übersicht, genügt für Wanderungen» J+S
Koordinaten LV95 7-stellig (Ost beginnt mit 2, Nord mit 1) swisstopo
Koordinaten LV03 6-stellig (Bern: 600'000 / 200'000) swisstopo
GPS-Genauigkeit horizontal «in der Regel innerhalb ±10 m» J+S (Höhe: 2–3× ungenauer)

Quellen: swisstopo (Zeitplanung, Höhenlinien, Koordinatensystem) · J+S-Handbuch Bergsport 30.905.1003 d (BASPO), Ausgabe 2009 · Schweizer Wanderwege. Das J+S-Merkblatt stammt aus der LV03-Zeit und zeigt 6-stellige Koordinaten. Stand: Juli 2026.

Häufige Fragen

Wie norde ich eine Karte ein?

Das J+S-Merkblatt formuliert es ohne Fachwort: «Die Karte so drehen, dass sie mit dem Gelände übereinstimmt.» Mit Kompass legst du ihn auf die Karte und drehst Karte samt Kompass, bis die Nadel nach Norden zeigt und die Nord-Süd-Linien parallel liegen. Ohne Kompass genügen oft markante Geländeformen – Grat, Tal, See. Danach führst du den Standort «mit dem Daumen drauf» laufend mit.

Was ist die 3-Punkte-Regel?

Die Schweizer Technik, um eine Richtung von der Karte ins Gelände zu übertragen: Kompass auf der Karte in die gewünschte Richtung legen; Dose drehen, bis die Süd-Nord-Linien parallel zu jenen der Karte sind, Azimut ablesen; Kompass wegnehmen und drehen, bis die rote Nadelspitze eingependelt ist. Das amtliche J+S-Merkblatt nennt sie so – die Begriffe «Kreuzpeilung» oder «Marschzahl» kommen darin nicht vor.

Reicht die «+2 Millionen»-Regel, um LV03 in LV95 umzurechnen?

Zum Erkennen und Lesen ja, zum Umrechnen nein. Sie ist die offizielle Zuschlagsregel zur Unterscheidung der Systeme, aber keine exakte Transformation: swisstopo hält fest, dass eine exakte Transformation «aufgrund der grossen Verzerrungen (bis 1.6 m) nicht möglich» ist – exakt geht es nur mit REFRAME und CHENyx06. Fürs Wandern sind 1,6 Meter bedeutungslos; dein GPS liegt um ±10 Meter daneben.

Muss ich in der Schweiz die Deklination korrigieren?

Für normales Wandern praktisch nicht – das amtliche J+S-Merkblatt erwähnt sie nicht einmal, obwohl es Azimute lehrt. Wissen solltest du: Sie beträgt heute rund 3 bis 4 Grad Ost und nimmt zu. Die verbreitete Pauschale «rund 2 Grad, vernachlässigbar» ist veraltet. Bei Azimut-Navigation über längere Strecken in Nebel oder weglosem Gelände wird sie messbar; den Wert für deinen Ort liefert der swisstopo-Deklinationsrechner.

Brauche ich überhaupt eine Papierkarte, wenn ich die swisstopo-App habe?

Die Norm SN 640 829a verlangt auf weiss-rot-weiss markierten Bergwanderwegen eine topografische Karte, ohne das Medium vorzuschreiben – eine offline geladene App erfüllt das. BFU und SAC empfehlen aber unabhängig voneinander eine zusätzliche Papier- oder Offline-Karte, und J+S ist deutlich: «Eine digitale Karte braucht immer Strom», «für unterwegs ist die gedruckte Landeskarte oft ein sicherer Datenspeicher».

Offizielle Quellen