Anleitung · GUIDE 10

Schutz bei Sturm & Unwetter

Auf Aktualität geprüft am 05.07.2026

Geh ins Gebäude, halte Abstand zu Fenstern und meide Wälder, Einzelbäume, Baugerüste, Dächer und offenes Gelände. Sichere vorher lose Gegenstände und schliesse Fenster und Storen. MeteoSchweiz warnt in fünf Stufen; ab Stufe 3 (orange) werden Bevölkerung und Behörden aktiv benachrichtigt. Nimm die Warnungen ernst und befolge die Anweisungen der Behörden.

Winterstürme und heftige Sommergewitter mit Orkanböen, Hagel und Starkregen gehören zu den häufigsten Naturereignissen der Schweiz. Die grösste Gefahr geht von umstürzenden Bäumen, abgedeckten Dächern und herumfliegenden Gegenständen aus – der wirksamste Schutz ist einfach: Warnungen ernst nehmen und rechtzeitig ins Gebäude gehen. MeteoSchweiz warnt vor Wind, Gewitter und Regen in fünf Stufen (1 = keine oder geringe Gefahr bis 5 = sehr grosse Gefahr); ab Stufe 2 (gelb) wird gewarnt, ab Stufe 3 (orange) werden Bevölkerung und Behörden aktiv benachrichtigt. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Sturm/Wind und Gewitter/Blitz: Beim Sturm zählt vor allem, was herumfliegt oder umstürzt; beim Gewitter kommt die Blitzgefahr hinzu, für die eigene Faustregeln gelten.

Wie verstehe ich die MeteoSchweiz-Warnstufen?

MeteoSchweiz warnt vor Naturgefahren auf einer fünfstufigen Skala: Stufe 1 grün (keine oder geringe Gefahr), Stufe 2 gelb (mässige Gefahr), Stufe 3 orange (erhebliche Gefahr), Stufe 4 rot (grosse Gefahr) und Stufe 5 dunkelrot (sehr grosse Gefahr). Diese Farbskala ist über alle Naturgefahren des Bundes einheitlich.

Gewarnt wird ab Stufe 2. Ab Stufe 3 werden Bevölkerung und Behörden aktiv benachrichtigt – spätestens dann solltest du deine Aktivitäten anpassen. Zu jeder Warnung gehören konkrete Verhaltensempfehlungen, die das Naturgefahrenportal des Bundes (naturgefahren.ch) bereitstellt.

Die Stufen sind nicht direkt zwischen den Gefahrenarten vergleichbar: Eine orange Windwarnung und eine orange Gewitterwarnung bedeuten nicht dasselbe Ausmass. Wichtig für dich ist die Farbe und die dazugehörige Empfehlung, nicht der Vergleich zwischen den Phänomenen.

Getrennte Warnungen gibt es unter anderem für Wind/Sturm, Gewitter und Regen. Hagel ist dabei Teil der Gewitterwarnung, nicht ein eigenes Warnprodukt. Hochwasserwarnungen verantwortet das Bundesamt für Umwelt (BAFU) auf derselben fünfstufigen Skala – dazu siehe die eigene Anleitung «Schutz bei Hochwasser».

Vorher: vorbereiten

  1. Warnungen von MeteoSchweiz und der MeteoSwiss-App sowie das Naturgefahrenportal (naturgefahren.ch) verfolgen; bei Alarmierung zusätzlich Alertswiss beachten
  2. Balkon und Garten räumen: Gartenmöbel, Blumentöpfe, Sonnenschirme, Fahrräder und andere lose Gegenstände wegräumen oder befestigen
  3. Sonnenstoren einfahren/hochziehen, Fenster und Türen schliessen und verriegeln
  4. Fahrzeuge möglichst in die Garage stellen, nicht unter Bäume oder an exponierte Stellen
  5. Befestigung von Antennen, Solaranlagen und Ähnlichem prüfen (lassen)
  6. Geladene Powerbank und Kurbel- oder Batterieradio bereithalten – ein Sturm kann den Strom ausfallen lassen

Während: im Sturm

  1. Im Gebäude bleiben und Abstand zu Fenstern halten (Glasbruch durch Hagel und fliegende Gegenstände)
  2. Wälder, Waldränder, einzelne Bäume und Baumgruppen meiden – bei Sturm keine Waldstrassen oder Baumalleen befahren
  3. Dächer, Gebäudekanten und Felsvorsprünge sowie Baugerüste meiden
  4. Offenes Gelände, Masten, Türme und Antennen meiden; auf herabfallende Gegenstände (Dachziegel, Äste, Stromleitungen) achten
  5. Gewässer und Seeufer meiden, Aktivitäten auf dem Wasser sofort abbrechen
  6. Beim Autofahren auf starke Seitenwinde an exponierten Stellen (z. B. Brücken) achten, langsam fahren und Abstand halten
  7. Keine Reparaturen während des Sturms; Anweisungen der Behörden befolgen

Gewitter & Blitz: die Sonderregeln

Ein Gewitter bringt zusätzlich zur Windgefahr die Blitzgefahr. MeteoSchweiz gibt Gewitterwarnungen nur in Stufe 3 (orange) und Stufe 4 (rot) aus – eine Gewitterwarnung bedeutet also immer schon erhebliche oder grosse Gefahr.

Sichere Orte sind ein festes Gebäude oder ein Auto mit geschlossener Metallkarosserie. Das Auto schützt, weil die geschlossene Metallhülle die Ladung aussen ableitet (Prinzip des Faradayschen Käfigs) – nicht wegen der Gummireifen. Das ist eine physikalische Erklärung, keine amtliche Vorschrift des Bundes.

Am gefährlichsten sind offenes Gelände, Bergkämme, Grate und Gipfel, einzelne Bäume und Waldränder, Gewässer sowie Masten, Türme und Antennen. Diese Orte nennt MeteoSchweiz ausdrücklich als zu meiden.

  1. Zeit zwischen Blitz und Donner beobachten: Sekunden geteilt durch drei ergibt grob die Entfernung in Kilometern (Schall braucht rund drei Sekunden pro Kilometer)
  2. Konservative Regel der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu): Liegen weniger als 10 Sekunden zwischen Blitz und Donner (Gewitter näher als rund 3 km), nicht mehr im Freien aufhalten – sofort Schutz suchen
  3. 30/30-Regel (SAC / SRF Meteo): Bei unter 30 Sekunden zwischen Blitz und Donner sofort ins Gebäude oder Auto; den Schutz erst 30 Minuten nach dem letzten Blitz oder Donner wieder verlassen
  4. Lässt sich im offenen Gelände kein Schutz erreichen: in die Schutzhocke gehen (Füsse eng zusammen, möglichst wenig Bodenkontakt) und sich nicht flach hinlegen
  5. Beim Baden oder auf dem Wasser: sofort raus und Abstand zum Ufer gewinnen

Nachher: aufräumen

  1. Erst nach Aufhebung der Warnung nach draussen; Haus, Balkon und Garten auf Sturmschäden prüfen
  2. Vorsicht vor losen Ästen, Dachteilen und herabhängenden Leitungen
  3. Abgerissene oder herabhängende Stromleitungen nie berühren oder anheben – dem Versorger melden
  4. Schäden fotografieren und der Gebäudeversicherung melden
  5. Baumbestand prüfen und exponierte Äste zurückschneiden lassen
  6. Nachbarn und hilfsbedürftige Personen unterstützen, besonders ältere Menschen

Was gehört zur Notausrüstung bei Sturm?

Die Ausrüstung überschneidet sich mit Notvorrat und Stromausfall-Vorsorge – ein Sturm zieht häufig einen Stromausfall nach sich. Besorge das Material vor der Saison; im Ereignisfall ist es oft ausverkauft.

  1. Kurbel- oder Batterieradio (UKW/DAB+) und Ersatzbatterien für Warnmeldungen
  2. Taschen- oder Stirnlampe, Kerzen und Feuerzeug
  3. Klebeband und Folie, um zerbrochene Fenster provisorisch abzudichten
  4. Eimer und Lappen gegen eindringendes Wasser
  5. Geladenes Handy und Powerbank, wichtige Nummern auf Papier

Häufige Fehler

  1. Warnstufen ignorieren oder bei Gewitter im Freien bleiben
  2. Während des Sturms aufs Dach oder auf den Balkon steigen, um etwas zu sichern oder zu reparieren
  3. Unter einzelnen Bäumen, an Waldrändern oder neben Baugerüsten Schutz suchen
  4. Mit dem Auto durch überschwemmte Unterführungen oder über von Ästen blockierte Waldstrassen fahren
  5. Herabhängende oder abgerissene Stromleitungen berühren oder anheben
  6. Nach dem Gewitter zu früh nach draussen – der letzte Donner liegt keine 30 Minuten zurück
  7. Sich bei Blitzschlag im offenen Gelände flach hinlegen statt in die Schutzhocke zu gehen
MeteoSchweiz-Warnstufen und richtiges Verhalten
Stufe Farbe Bedeutung Empfohlenes Verhalten
1 Grün Keine oder geringe Gefahr Keine besonderen Massnahmen nötig
2 Gelb Mässige Gefahr Wetterentwicklung beobachten, lose Gegenstände sichern
3 Orange Erhebliche Gefahr Aktivierung von Bevölkerung/Behörden; exponierte Aktivitäten meiden, im Gebäude bleiben, Wälder und offenes Gelände meiden
4 Rot Grosse Gefahr Gefahrenbereiche unbedingt meiden, drinnen bleiben, Anweisungen der Behörden befolgen
5 Dunkelrot Sehr grosse Gefahr Grösste Vorsicht; Aufforderungen der Behörden strikt befolgen

Farben und Bedeutungen der fünfstufigen Skala: MeteoSchweiz / Naturgefahrenportal des Bundes (naturgefahren.ch), Stand Juli 2026. Gewarnt wird ab Stufe 2; ab Stufe 3 werden Bevölkerung und Behörden aktiv benachrichtigt. Die stufengenauen Verhaltensempfehlungen je Gefahr stehen auf naturgefahren.ch. Gewitterwarnungen gibt es nur in Stufe 3 und 4.

Häufige Fragen

Was tun bei einem Sturm?

Im Gebäude bleiben, Abstand zu Fenstern halten, Fenster und Türen schliessen und Storen einfahren. Vorher lose Gegenstände sichern. Draussen Wälder, Waldränder, einzelne Bäume, Dächer, Felsvorsprünge und Baugerüste meiden. Anweisungen der Behörden befolgen und keine Reparaturen während des Sturms.

Was bedeuten die MeteoSchweiz-Warnstufen?

Es gibt fünf Stufen: 1 grün (keine oder geringe Gefahr), 2 gelb (mässige Gefahr), 3 orange (erhebliche Gefahr), 4 rot (grosse Gefahr) und 5 dunkelrot (sehr grosse Gefahr). Gewarnt wird ab Stufe 2; ab Stufe 3 werden Bevölkerung und Behörden aktiv benachrichtigt. Die Stufen sind zwischen verschiedenen Gefahren nicht direkt vergleichbar.

Draussen bei Gewitter – was tun?

Sofort ein festes Gebäude oder ein Auto aufsuchen. Als Faustregel gilt: Liegen weniger als 10 Sekunden zwischen Blitz und Donner, sich nicht mehr im Freien aufhalten (Regel der bfu); nach der 30/30-Regel den Schutz erst 30 Minuten nach dem letzten Blitz oder Donner verlassen. Meide offenes Gelände, Bergkämme, einzelne Bäume, Gewässer, Masten und Türme. Ohne Schutz in die Schutzhocke gehen und sich nicht hinlegen.

Ist das Auto bei Sturm und Gewitter sicher?

Ein Auto mit geschlossener Metallkarosserie schützt bei Blitzschlag, weil die Metallhülle die Ladung aussen ableitet (Faradayscher Käfig) – nicht wegen der Gummireifen. Bei Sturm gilt: nicht unter Bäumen oder an exponierten Stellen parken und beim Fahren auf starke Seitenwinde an Brücken und offenen Stellen achten. Nicht durch überschwemmte Unterführungen fahren.

Wann ist es vorbei und wieder sicher?

Bei Gewitter erst 30 Minuten nach dem letzten Blitz oder Donner den Schutz verlassen. Beim Sturm zurück ins Freie, sobald die Warnung aufgehoben ist. Danach auf lose Äste, Dachteile und herabhängende Stromleitungen achten; abgerissene Leitungen nie berühren, sondern dem Versorger melden.

Wo finde ich aktuelle Unwetterwarnungen?

Beim Naturgefahrenportal des Bundes (naturgefahren.ch) und bei MeteoSchweiz (Website und MeteoSwiss-App). Bei behördlicher Alarmierung zusätzlich über Alertswiss (App und Website), Sirenen und Radio (UKW/DAB+).

Offizielle Quellen