Gefahr · Naturgefahr

Sturm & Unwetter

Bleiben Sie im Gebäude, halten Sie Abstand zu Fenstern und verschieben Sie Reparaturen. Meiden Sie Wälder, Einzelbäume und Baugerüste; sichern oder räumen Sie lose Gegenstände auf Balkon und Garten. MeteoSchweiz warnt in mehreren Stufen — ab Warnstufe 3 gelten verbindliche Verhaltensempfehlungen, die Sie ernst nehmen sollten.

Winterstürme und Sommergewitter mit Orkanböen, Hagel und Starkregen gehören zu den häufigsten Naturereignissen der Schweiz. Winterstürme (wie Lothar oder Burglind) ziehen über das ganze Mittelland; Sommergewitter sind kleinräumiger, aber lokal extrem heftig mit Hagel und Sturzfluten.

Die grösste Gefahr geht von umstürzenden Bäumen, abgedeckten Dächern und herumfliegenden Gegenständen aus. Schon Böen ab etwa 100 km/h können Bäume entwurzeln; auf exponierten Gipfeln wurden in der Schweiz über 270 km/h gemessen. Stürme verursachen zudem Folgeschäden: Stromausfälle, blockierte Strassen und Bahnlinien.

MeteoSchweiz warnt in fünf Stufen (1 = gering bis 5 = sehr gross). Ab Stufe 3 gelten konkrete Verhaltensempfehlungen — diese Warnungen ernst zu nehmen ist der wirksamste Schutz.

Risiko-Einstufung

Risiko · Hoch (Stufe 4 von 5)

Eintrittswahrscheinlichkeit: Hoch · Schadensausmass: Mittel → Gesamtrisiko: Hoch.

Risikomatrix: senkrecht die Eintrittswahrscheinlichkeit (oben hoch), waagrecht das Schadensausmass (rechts hoch). Die markierte Zelle zeigt die Einstufung dieser Gefahr.
Schadensausmass
Gering Mittel Hoch
Hoch Einstufung dieser Gefahr
Mittel
Gering

Legende: Gering (grün) · Mittel (gelb) · Hoch (rot). Das Gesamtrisiko ergibt sich aus Eintrittswahrscheinlichkeit mal Schadensausmass.

Orkanböen, Hagel und umstürzende Bäume gefährden Gebäude, Strom­leitungen und den Verkehr. Warnstufen über MeteoSchweiz beachten.

Sofortmassnahmen

  • Lose Gegenstände sichern
  • Fenster & Storen schliessen
  • Wald & freie Flächen meiden

Warnanzeichen

  • MeteoSchweiz-Warnstufe 3, 4 oder 5 (orange/rot) für Wind, Gewitter oder Hagel
  • Rasch aufziehende, dunkle Wolkenwände, böiger auffrischender Wind, plötzlicher Temperatursturz
  • Fernes Donnergrollen / sichtbare Blitze (Faustregel: bei unter 10 s zwischen Blitz und Donner ins Gebäude)
  • Push-Warnungen der MeteoSwiss-App oder Alertswiss
  • Ungewöhnliche Ruhe und Druckgefühl vor schweren Gewittern

Vorher · Während · Nachher

Vorher

  • Warnungen von MeteoSchweiz verfolgen
  • Balkon & Garten räumen, Lose sichern
  • Fahrzeuge nicht unter Bäume stellen
  • Storen schliessen, Fenster verriegeln

Während

  • Im Gebäude bleiben, Abstand zu Fenstern
  • Wald, Einzelbäume & Baugerüste meiden
  • Bei Gewitter: keine offenen Flächen & Gewässer
  • Keine Reparaturen während des Sturms

Nachher

  • Schäden fotografieren & der Versicherung melden
  • Vorsicht vor losen Ästen & Dachteilen
  • Nachbarn unterstützen

Das ist real passiert

  1. 2023 Sturm La Chaux-de-Fonds

    Am 24. Juli 2023 fegte innert Minuten ein heftiger Sturm (Sekundenböe von 217 km/h gemessen) über La Chaux-de-Fonds (NE); eine Person starb durch einen umstürzenden Baukran, rund 40 wurden verletzt. Die kantonale Gebäudeversicherung bezifferte den Schaden auf rund 117 Mio. Franken.

    Quelle
  2. 2021 Hagel-Schadensommer

    Die heftigen Hagel- und Gewitterunwetter im Sommer 2021 (u. a. Wolhusen, Zofingen) verursachten in der Schweiz rund 2 Milliarden Franken Schaden an Gebäuden, Fahrzeugen und Hausrat — der höchste Wert seit 2007.

    Quelle
  3. 2020 Sturm Sabine

    Am 9./10. Februar 2020 brachte das Orkantief Sabine verbreitet Orkanböen (Rekord 148 km/h in Rünenberg BL); in der Schweiz gab es ein Todesopfer, beschädigte Gebäude und erhebliche Beeinträchtigungen im Bahnverkehr.

    Quelle
  4. 2018 Sturm Burglind

    Am 3. Januar 2018 fegte der stärkste Sturm seit Lothar über die Schweiz (Spitze 201 km/h auf dem Gütsch ob Andermatt) und verursachte zweistellige Millionenschäden.

    Quelle
  5. 1999 Orkan Lothar

    Am 26. Dezember 1999 fegte Lothar mit Böen bis 272 km/h über die Schweiz, forderte 14 Todesopfer (weitere bei den späteren Aufräumarbeiten) und warf rund 12,7 Mio. m³ Holz — etwa das Dreifache der jährlichen Schweizer Holznutzung.

    Quelle
  6. 1990 Orkan Vivian

    Ende Februar 1990 verursachte Vivian rund 4,9 Mio. m³ Sturmholz; auf dem Grossen St. Bernhard wurde eine Böe von 268 km/h gemessen.

    Quelle

Häufige Fragen

Wie bereite ich mich auf Sturm und Unwetter vor?

Verfolgen Sie die Warnungen von MeteoSchweiz, räumen Sie Balkon und Garten und sichern Sie lose Gegenstände. Stellen Sie Fahrzeuge nicht unter Bäume, schliessen Sie die Storen und verriegeln Sie die Fenster.

Woran erkenne ich ein aufziehendes Unwetter?

Achten Sie auf rasch aufziehende, dunkle Wolkenwände, böig auffrischenden Wind und einen plötzlichen Temperatursturz. Als Faustregel gilt: Liegen zwischen Blitz und Donner weniger als 10 Sekunden, sollten Sie sofort ein Gebäude aufsuchen.

Was ist nach einem Sturm zu tun?

Fotografieren Sie Schäden und melden Sie sie der Versicherung. Achten Sie auf lose Äste und Dachteile, die noch herunterfallen können, und unterstützen Sie betroffene Nachbarn.

Offizielle Quellen