Verhalten

Ruhig und konstruktiv mit anderen umgehen

Selbsthilfe, kein Ersatz für ärztliche oder psychologische Behandlung. Bei akuter Lebensgefahr oder medizinischem Notfall zuerst 144 (Sanität) oder 112 anrufen. Bei akuter seelischer Not: 143 (Die Dargebotene Hand), für Kinder und Jugendliche 147.

Du musst kein Profi sein, um anderen in einer Krise zu helfen. Oft genügt eine ruhige Präsenz, ein offenes Ohr und ein paar klare Worte. Die folgenden Grundsätze stammen aus der psychischen Ersten Hilfe und sind für jeden anwendbar.

Grundhaltung: ruhig, freundlich, nicht urteilend

  • Ruhe ausstrahlen. Deine Ruhe überträgt sich. Sprich langsam, mit gesenkter Stimme.
  • Zuhören statt bewerten. Lass Menschen reden, ohne ihre Gefühle kleinzureden. Niemand muss „funktionieren".
  • Einfache, klare Sprache. Kurze Sätze. Unter Stress versteht man komplizierte Erklärungen schlecht.
  • Würde wahren. Behandle Betroffene respektvoll, bevormunde nicht, entscheide nicht über ihren Kopf hinweg.

Halt geben — was konkret hilft

  • Orientierung und Information geben. Sag, was bekannt ist und was als Nächstes passiert. „Ich weiss es nicht, ich versuche es herauszufinden" ist in Ordnung — nichts erfinden.
  • Kleine, konkrete Aufgaben verteilen („Hältst du bitte die Taschenlampe?") — gibt Kontrolle zurück und löst aus der Angststarre.
  • Grundbedürfnisse sichern: eine Decke, etwas Wasser, ein geschützter Platz.
  • Dableiben. Niemanden in akuter Belastung allein lassen.

Auf dich selbst achten — erst die eigene Sauerstoffmaske

  • Kenne deine Grenzen — du musst nicht alles auffangen.
  • Mache Pausen, trinke, iss etwas.
  • Du darfst Hilfe an andere oder an Profis weitergeben.
  • Für Einsteiger: Da sein, zuhören und ehrlich sein reicht völlig. „Ich bin bei dir" ist oft das Wichtigste.
  • Experten-Tipp: Vermeide Floskeln wie „Wird schon wieder". Besser das Gefühl anerkennen („Das war gerade viel") und dann ins konkrete Handeln führen.
Diese Inhalte dienen der Information und ersetzen keine ärztliche oder psychologische Behandlung. Halten Beschwerden an oder verschlimmern sie sich, hole Hilfe — bei akuter seelischer Not 143, bei akuter Lebensgefahr 144 oder 117.