Verhalten

Kinder und Familie im Notfall psychisch begleiten

Selbsthilfe, kein Ersatz für ärztliche oder psychologische Behandlung. Bei akuter Lebensgefahr oder medizinischem Notfall zuerst 144 (Sanität) oder 112 anrufen. Bei akuter seelischer Not: 143 (Die Dargebotene Hand), für Kinder und Jugendliche 147.

Kinder orientieren sich stark an den Erwachsenen um sie herum. Wie du dich verhältst, prägt, wie sicher sich dein Kind fühlt. Mit ein paar Grundsätzen gibst du Halt — auch wenn du selbst angespannt bist.

Was Kindern Sicherheit gibt

  • Deine Ruhe zuerst. Kinder lesen Tonfall und Körpersprache. Erst dich selbst stabilisieren.
  • Ehrlich, aber kindgerecht. Altersgerecht und einfach erklären; nicht überfordern, aber auch nicht belügen.
  • Nähe. Körperkontakt, Hand halten, in den Arm nehmen, wenn das Kind das mag.
  • Struktur und Rituale. Vertraute Abläufe (Essenszeiten, Gute-Nacht-Ritual) geben Halt.
  • Zuhören und Gefühle zulassen. Angst, Wut und Traurigkeit sind erlaubt — nicht wegreden.
  • Kleine Aufgaben. Mithelfen dürfen gibt Kindern das Gefühl, etwas tun zu können.

Worauf du achtest

Nach belastenden Ereignissen können Kinder anhänglicher werden, schlechter schlafen, wieder einnässen oder sich zurückziehen. Das ist meist normal und vorübergehend. Hält es lange an oder verschlimmert es sich, sprich mit der Kinderärztin/dem Kinderarzt oder wende dich an 147 (Pro Juventute).

  • Für Einsteiger: Das Wichtigste ist deine ruhige Präsenz. „Ich bin da, ich kümmere mich um dich" wirkt stärker als jede Erklärung.
  • Experten-Tipp: Begrenze die Nachrichten-/Bildschirmflut. Wiederholte Katastrophenbilder verstärken Angst bei Kindern besonders.

Weiterführende Verweise

Diese Inhalte dienen der Information und ersetzen keine ärztliche oder psychologische Behandlung. Halten Beschwerden an oder verschlimmern sie sich, hole Hilfe — bei akuter seelischer Not 143, bei akuter Lebensgefahr 144 oder 117.