Gefahr · Sicherheit

Terror & Gewalt

Es gilt die Faustregel Flüchten – Verstecken – Alarmieren. Flüchten hat Vorrang: weg aus der Gefahrenzone, Sachen zurücklassen, andere mitnehmen. Ist Flucht unmöglich, verstecken Sie sich hinter massivem Mauerwerk, verriegeln Türen und schalten das Handy lautlos. Erst wenn Sie selbst in Sicherheit sind, alarmieren Sie die Polizei über 117.

Anschläge, Amokläufe oder Schusswaffengewalt in der Öffentlichkeit sind in der Schweiz selten, können aber in wenigen Minuten viele Menschen treffen. Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) stuft die terroristische Bedrohung als «erhöht» ein, geprägt vor allem durch online radikalisierte Einzelpersonen. Realistisch betrachtet ist die persönliche Wahrscheinlichkeit gering – Vorbereitung schadet aber nicht und kann im Ernstfall Leben retten.

Für das Verhalten bei einem Anschlag gilt eine international etablierte und vom fedpol vermittelte Faustregel: Flüchten – Verstecken – Alarmieren. Flüchten hat Vorrang; ist das nicht möglich, verstecken; erst wenn man selbst in Sicherheit ist, die Polizei über 117 alarmieren. Diese klare Reihenfolge hilft, in einer chaotischen Lage handlungsfähig zu bleiben.

Wie schnell und verheerend solche Taten ablaufen, zeigte das Zuger Attentat 2001, bei dem ein Einzeltäter in kurzer Zeit 14 Menschen tötete. Wichtig ist auch das Verhalten in Menschenmengen: ruhig bleiben, sich mit der Bewegungsrichtung bewegen und früh Ausgänge im Blick behalten.

Risiko-Einstufung

Risiko · Mittel (Stufe 3 von 5)

Eintrittswahrscheinlichkeit: Mittel · Schadensausmass: Mittel → Gesamtrisiko: Mittel.

Risikomatrix: senkrecht die Eintrittswahrscheinlichkeit (oben hoch), waagrecht das Schadensausmass (rechts hoch). Die markierte Zelle zeigt die Einstufung dieser Gefahr.
Schadensausmass
Gering Mittel Hoch
Eintritts­wahrscheinlichkeit Hoch
Mittel Einstufung dieser Gefahr
Gering

Legende: Gering (grün) · Mittel (gelb) · Hoch (rot). Das Gesamtrisiko ergibt sich aus Eintrittswahrscheinlichkeit mal Schadensausmass.

Anschläge oder Gewalttaten in der Öffentlichkeit sind selten, aber folgenschwer. Im Ernstfall gilt das einfache Prinzip: Flüchten – Verstecken – Alarmieren.

Sofortmassnahmen

  • Flüchten: weg aus der Gefahrenzone, Sachen zurücklassen
  • Verstecken, wenn Flucht unmöglich – Handy lautlos (auch Vibration aus)
  • Alarmieren: Polizei 117, sobald man selbst in Sicherheit ist

Warnanzeichen

  • Schüsse, Explosionen oder unvermittelt panisch flüchtende Menschen
  • Bewaffnete oder auffällig aggressive Personen in der Öffentlichkeit
  • Herrenlose, verdächtige Gegenstände an belebten Orten
  • Aufforderungen von Polizei oder Lautsprecherdurchsagen, einen Bereich zu verlassen
  • Warnmeldungen über Alertswiss oder Radio

Vorher · Während · Nachher

Vorher

  • Prinzip «Flüchten – Verstecken – Alarmieren» verinnerlichen
  • An öffentlichen Orten beiläufig Notausgänge und Fluchtwege wahrnehmen
  • Polizei-Notruf 117 kennen; ruhig und besonnen bleiben üben

Während

  • FLÜCHTEN: Fluchtweg nutzen, andere mitnehmen und warnen
  • VERSTECKEN: hinter massivem Mauerwerk, Türen verriegeln/blockieren, weg von Fenstern, Licht aus, Handy lautlos
  • ALARMIEREN: Polizei 117 anrufen, sobald gefahrlos möglich
  • Bei Annäherung der Polizei: keine hektischen Bewegungen, Hände offen zeigen
  • In Menschenmengen ruhig mit der Bewegungsrichtung gehen, Ränder/Ausgänge suchen

Nachher

  • Anweisungen der Einsatzkräfte befolgen, Sperrungen respektieren
  • Beobachtungen der Polizei melden, als Zeuge zur Verfügung stehen
  • Bei psychischer Belastung Hilfe annehmen (z. B. Die Dargebotene Hand 143)

Das ist real passiert

  1. 2024 Messerangriff in Zürich

    Am 2. März 2024 stach ein 15-jähriger, online radikalisierter Jugendlicher in Zürich einen orthodoxen Juden nieder und verletzte ihn lebensgefährlich; das Opfer überlebte. Die Tat wird als antisemitisch und terroristisch motiviert eingestuft.

    Quelle
  2. 2020 Messerangriff Lugano

    Am 24. November 2020 griff eine Frau im Warenhaus Manor in Lugano (TI) zwei Frauen mit einem Messer an und verletzte eine schwer. Die Bundesanwaltschaft wertete die Tat als terroristisch (IS-Bezug).

    Quelle
  3. 2020 Attentat von Morges (VD)

    Am 12. September 2020 erstach ein den Behörden bekannter Islamist in Morges (VD) einen Mann; es gilt als erster dschihadistisch motivierter Terroranschlag auf Schweizer Boden.

    Quelle
  4. 2001 Zuger Attentat

    Am 27. September 2001 stürmte ein Einzeltäter das Zuger Kantonsparlament und tötete 14 Menschen (drei Regierungsräte und elf Parlamentarier), 18 weitere wurden verletzt; danach nahm sich der Täter das Leben. Es ist der schwerste Gewaltakt dieser Art in der Schweiz.

    Quelle

Häufige Fragen

Was bedeutet die Regel «Flüchten – Verstecken – Alarmieren»?

Es ist eine international etablierte, vom fedpol vermittelte Reihenfolge für Anschläge und Schusswaffengewalt. Flüchten hat immer Vorrang – raus aus der Gefahrenzone, ohne auf Gegenstände zu achten. Ist das unmöglich, verstecken: hinter massivem Mauerwerk, Türen blockiert, weg von Fenstern, Licht aus, Handy lautlos. Erst in Sicherheit alarmieren Sie die Polizei über 117.

Wie verhalte ich mich in einer Menschenmenge oder bei Panik?

Bleiben Sie ruhig, gehen Sie mit der Bewegungsrichtung der Menge statt dagegen und suchen Sie die Ränder und Ausgänge. Behalten Sie an öffentlichen Orten früh die Notausgänge im Blick. Nähern sich Einsatzkräfte, vermeiden Sie hektische Bewegungen und zeigen Sie die offenen Hände, damit Sie nicht für eine Bedrohung gehalten werden.

Wie hoch ist die Terrorgefahr in der Schweiz?

Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) stuft die terroristische Bedrohung als «erhöht» ein, geprägt vor allem durch online radikalisierte Einzelpersonen. Anschläge sind selten, können aber in wenigen Minuten viele Menschen treffen – das zeigte das Zuger Attentat 2001 mit 14 Todesopfern. Die persönliche Wahrscheinlichkeit bleibt gering; Vorbereitung kann im Ernstfall dennoch Leben retten.

Offizielle Quellen