Gefahr · Sicherheit

Cyberangriff

Trennen Sie betroffene Geräte sofort vom Netz, öffnen Sie keine verdächtigen Links oder Anhänge und zahlen Sie bei Ransomware kein Lösegeld. Melden Sie den Vorfall dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS), bei Straftaten der Polizei über 117. Bewahren Sie Ruhe und wechseln Sie auf offizielle Informationskanäle wie Radio.

Ein Cyberangriff ist die vorsätzliche Störung oder Übernahme von IT- und Steuerungssystemen. Häufige Formen sind Ransomware (Verschlüsselung von Daten mit Erpressung, oft samt Datendiebstahl), DDoS (Überlastung, sodass Dienste nicht mehr erreichbar sind) und Angriffe über die Lieferkette (über Software oder Drittanbieter). Manche Angriffe wirken in Sekunden, andere bleiben wochenlang unbemerkt, bevor sie zuschlagen.

Trifft es kritische Infrastrukturen, spürt es die Bevölkerung direkt: Behördendienste fallen aus, Spitäler müssen auf Papier umstellen, Zahlungsverkehr, Kommunikation oder Verwaltungssysteme stehen still. In der Schweiz ist das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) zuständig, das seit dem 1. Januar 2024 als eigenständiges Bundesamt besteht. Für Betreiberinnen kritischer Infrastrukturen gilt seit dem 1. April 2025 eine Meldepflicht: Cyberangriffe sind innert 24 Stunden zu melden.

Privatpersonen sind dem nicht hilflos ausgeliefert. Wer regelmässig Offline-Backups macht, die Zwei-Faktor-Authentisierung aktiviert, Updates einspielt und Phishing erkennt, ist deutlich besser geschützt. Eine kleine Bargeldreserve hilft, wenn der Zahlungsverkehr vorübergehend ausfällt.

Risiko-Einstufung

Risiko · Hoch (Stufe 4 von 5)

Eintrittswahrscheinlichkeit: Hoch · Schadensausmass: Mittel → Gesamtrisiko: Hoch.

Risikomatrix: senkrecht die Eintrittswahrscheinlichkeit (oben hoch), waagrecht das Schadensausmass (rechts hoch). Die markierte Zelle zeigt die Einstufung dieser Gefahr.
Schadensausmass
Gering Mittel Hoch
Hoch Einstufung dieser Gefahr
Mittel
Gering

Legende: Gering (grün) · Mittel (gelb) · Hoch (rot). Das Gesamtrisiko ergibt sich aus Eintrittswahrscheinlichkeit mal Schadensausmass.

Angriffe auf kritische Infrastrukturen können Behördendienste, Spitäler, Zahlungsverkehr und Kommunikation lahmlegen. Offline-Backups, Zwei-Faktor und etwas Bargeld machen widerstandsfähig.

Sofortmassnahmen

  • Bei Verdacht: betroffenes Gerät vom Netz trennen
  • Keine Links/Anhänge aus unerwarteten Mails öffnen
  • Wichtige Daten regelmässig offline sichern (3-2-1-Regel)

Warnanzeichen

  • Unerwartete Sperrbildschirme oder Erpressernachrichten (Ransomware)
  • Dienste von Banken, Behörden oder Spitälern fallen aus oder sind langsam
  • Auffällige E-Mails/SMS mit Links, Anhängen oder Zahlungsaufforderungen (Phishing)
  • Unbekannte Anmeldungen oder Aktivitäten in den eigenen Konten
  • Offizielle Warnmeldungen des BACS oder der Betreiber

Vorher · Während · Nachher

Vorher

  • Offline-Backups wichtiger Daten anlegen (3 Kopien, 2 Medien, 1 ausser Haus)
  • Zwei-Faktor-Authentisierung aktivieren, starke und einmalige Passwörter nutzen
  • Updates für Geräte und Programme zeitnah einspielen
  • Phishing erkennen lernen; kleine Bargeldreserve bereithalten

Während

  • Betroffene Geräte vom Netz trennen, kein Lösegeld zahlen
  • Vorfall melden: BACS und – bei Straftaten – die Polizei
  • Auf offizielle Informationskanäle (Radio, Behörden) ausweichen
  • Bei Ausfall des Zahlungsverkehrs Bargeldreserve nutzen

Nachher

  • Passwörter ändern, Konten und Kontobewegungen überwachen
  • Systeme aus einem sauberen Backup wiederherstellen
  • Aus dem Vorfall lernen: Backups und Schutzmassnahmen verbessern

Das ist real passiert

  1. 2023 Datendiebstahl bei Xplain

    Bei einem Ransomware-Angriff auf den IT-Dienstleister Xplain wurden 2023 grosse Datenmengen gestohlen und im Darknet veröffentlicht. Betroffen waren auch sensible Daten der Bundesverwaltung – einer der grössten Datenabflüsse beim Bund.

    Quelle
  2. 2023 Pro-russische DDoS-Angriffe auf den Bund

    Im Juni 2023 legte die pro-russische Gruppe NoName mit DDoS-Angriffen mehrere Webseiten des Bundes und der SBB zeitweise lahm — als Reaktion auf Parlamentsentscheide und die Rede des ukrainischen Präsidenten im Nationalrat.

    Quelle
  3. 2023 Cyberangriff Universität Zürich

    Im Februar 2023 wurde die Universität Zürich Ziel eines mehrtägigen grossen Cyberangriffs; im selben Zeitraum waren rund ein Dutzend Hochschulen der Region betroffen.

    Quelle
  4. 2020 Ransomware-Angriff auf Stadler Rail

    Im Mai 2020 wurde der Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail mit Schadsoftware angegriffen; die Täter forderten 6 Mio. US-Dollar Lösegeld. Stadler zahlte nicht, woraufhin gestohlene Daten veröffentlicht wurden.

    Quelle

Häufige Fragen

Wie schütze ich mich vorbeugend vor einem Cyberangriff?

Legen Sie Offline-Backups wichtiger Daten nach der 3-2-1-Regel an: drei Kopien, zwei verschiedene Medien, eine ausser Haus. Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentisierung, nutzen Sie starke und einmalige Passwörter und spielen Sie Updates zeitnah ein. Lernen Sie, Phishing zu erkennen, und halten Sie eine kleine Bargeldreserve bereit.

Welche Folgen kann ein Cyberangriff für die Bevölkerung haben?

Trifft es kritische Infrastrukturen, spürt es die Bevölkerung direkt: Behördendienste fallen aus, Spitäler müssen auf Papier umstellen, Zahlungsverkehr und Kommunikation können stillstehen. Häufige Angriffsformen sind Ransomware (Verschlüsselung mit Erpressung), DDoS (Überlastung) und Angriffe über die Lieferkette. Eine kleine Bargeldreserve hilft, wenn der Zahlungsverkehr vorübergehend ausfällt.

Wo melde ich einen Cyberangriff in der Schweiz?

Zuständig ist das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS), das seit dem 1. Januar 2024 als eigenständiges Bundesamt besteht; Vorfälle lassen sich dort melden. Handelt es sich um eine Straftat, alarmieren Sie zusätzlich die Polizei über 117. Für Betreiber kritischer Infrastrukturen gilt seit dem 1. April 2025 eine Meldepflicht: Cyberangriffe sind innert 24 Stunden zu melden.

Offizielle Quellen