Gasaustritt
Bei Gasgeruch – ein Geruch nach faulen Eiern – gilt eine einzige Regel: keine Zündquelle. Betätigen Sie keinen Lichtschalter, kein Telefon und keine Klingel, denn schon ein Funke kann das Gas-Luft-Gemisch zünden. Öffnen Sie Fenster und Türen, verlassen Sie das Gebäude und alarmieren Sie erst draussen die Feuerwehr 118.
Erdgas wird mit einem Geruchsstoff versetzt, damit Lecks auffallen — der typische Geruch erinnert an faule Eier. Auch Flüssiggas (Propan/Butan) in Flaschen kann ausströmen. Bei Gasgeruch zählt eine einzige Regel: keine Zündquelle, raus, melden. Die Hauptgefahr ist nicht das Einatmen, sondern die Explosion.
Schon ein einziger Funke kann ein Gas-Luft-Gemisch entzünden: ein Lichtschalter, die Türklingel, ein klingelndes Handy, ein startender Kühlschrank. Eine Explosion in einem Wohngebäude kann das ganze Haus zerstören und Menschen in der Umgebung gefährden — das hat sich in der Schweiz mehrfach tödlich gezeigt.
Ein zweites, leiseres Risiko ist Kohlenmonoxid (CO) bei unvollständiger Verbrennung von Gas, Holz oder Kohle: ein farb- und geruchloses Gift. Wo mit Gas oder offener Flamme geheizt wird, schützt ein CO-Melder.
Risiko-Einstufung
Eintrittswahrscheinlichkeit: Mittel · Schadensausmass: Gering → Gesamtrisiko: Gering.
| Schadensausmass | ||||
|---|---|---|---|---|
| Gering | Mittel | Hoch | ||
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Hoch | |||
| Mittel | Einstufung dieser Gefahr | |||
| Gering | ||||
Legende: Gering (grün) · Mittel (gelb) · Hoch (rot). Das Gesamtrisiko ergibt sich aus Eintrittswahrscheinlichkeit mal Schadensausmass.
Ausströmendes Erdgas oder Flüssiggas ist hochexplosiv. Schon ein Funke – Lichtschalter, Klingel, Handy – kann genügen.
Sofortmassnahmen
- Keine Schalter, Geräte oder Klingeln betätigen
- Fenster und Türen öffnen, Gebäude verlassen
- Draussen Feuerwehr 118 alarmieren
Warnanzeichen
- Deutlicher Geruch nach faulen Eiern (zugesetzter Geruchsstoff im Erdgas) — das wichtigste Warnsignal
- Zischendes oder blasendes Geräusch an Leitungen, Anschlüssen oder Gasgeräten
- Absterbende Pflanzen / brauner Fleck im Rasen über einer erdverlegten Gasleitung (Hinweis auf ein Leck im Freien)
- Bei CO (geruchlos!): plötzliche Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit mehrerer Personen gleichzeitig, die im Freien nachlassen — und ein auslösender CO-Melder
- Russflecken oder gelbe statt blauer Flamme an Gasgeräten (Zeichen unvollständiger Verbrennung)
Vorher · Während · Nachher
Vorher
- Gasgeruch (faule Eier) als Warnsignal kennen
- Haupthahn der Gasleitung lokalisieren
- CO-Melder dort einsetzen, wo mit Gas/Verbrennung geheizt wird
Während
- Kein Licht, kein Lichtschalter, kein Telefon im Gefahrenbereich – jede Funkenbildung vermeiden
- Wenn gefahrlos erreichbar: Gas-Haupthahn schliessen
- Fenster und Türen öffnen, durchlüften
- Gebäude verlassen, Nachbarn warnen
- Erst draussen und in sicherem Abstand 118 anrufen
Nachher
- Räume erst wieder betreten, wenn Feuerwehr/Versorger freigeben
- Gasinstallation vor Wiederinbetriebnahme prüfen lassen
- Ursache durch Fachperson beheben lassen
Das ist real passiert
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2025 Hausexplosion Staufen (AG)
Ende Februar 2025 explodierte in Staufen (AG) ein Wohnhaus; zwei Menschen starben. Die Untersuchung ergab ein Gasleck: Erdbewegungen hatten die mangelhaft isolierte Gasleitung beschädigt, Gas drang in den Keller und entzündete sich.
Quelle -
2012 Gasexplosion Pratteln (BL)
Eine Gasexplosion in einem vierstöckigen Mehrfamilienhaus verletzte sieben Personen; ein Gebäudeteil stürzte ein, alle Bewohner mussten evakuiert werden.
Quelle -
2003 Gasexplosion Steffisburg
Am 12. Juli 2003 zerstörte eine Propangas-Explosion ein Sechs-Familien-Haus vollständig; drei Menschen starben, neun wurden verletzt.
Quelle -
1991 Gasexplosion Winterthur
Am 5. Dezember 1991 forderte eine Gasexplosion im Quartier Oberwinterthur zwei Todesopfer und zerstörte vier Häuser.
Quelle
Häufige Fragen
Wie bereite ich mich auf einen Gasaustritt vor?
Prägen Sie sich den Gasgeruch nach faulen Eiern als Warnsignal ein und lokalisieren Sie den Haupthahn Ihrer Gasleitung, damit Sie ihn im Ernstfall rasch schliessen können. Wo mit Gas oder offener Flamme geheizt wird, gehört zusätzlich ein Kohlenmonoxid-Melder (CO-Melder) in den Raum – CO ist farb- und geruchlos.
Warum ist ein Gasaustritt so gefährlich?
Die Hauptgefahr ist nicht das Einatmen, sondern die Explosion. Ein einziger Funke – Lichtschalter, Klingel, klingelndes Handy oder anspringender Kühlschrank – kann ein Gas-Luft-Gemisch entzünden. Eine Explosion kann ein ganzes Wohnhaus zerstören und Menschen in der Umgebung gefährden; in der Schweiz ist das mehrfach tödlich verlaufen.
Was ist der Unterschied zwischen Gasaustritt und Kohlenmonoxid?
Ausströmendes Erd- oder Flüssiggas riecht (zugesetzter Geruchsstoff nach faulen Eiern) und ist vor allem explosiv. Kohlenmonoxid (CO) entsteht dagegen bei unvollständiger Verbrennung von Gas, Holz oder Kohle, ist farb- und geruchlos und wirkt als Gift. Anzeichen sind Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit mehrerer Personen gleichzeitig. Schutz bietet nur ein CO-Melder.
Offizielle Quellen
- Feuerwehr Notruf 118
- Gasversorger Störung beim lokalen Versorger melden
- Alertswiss Aktuelle Meldungen