Schutz bei Cyberangriff
Auf Aktualität geprüft am 22.06.2026
Trennen Sie betroffene Geräte sofort vom Netz, öffnen Sie keine verdächtigen Links oder Anhänge und zahlen Sie bei Ransomware kein Lösegeld. Melden Sie den Vorfall dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) über sein Online-Meldeformular, bei Straftaten der Polizei über 117. Wechseln Sie für Informationen auf offizielle Kanäle wie Radio und Alertswiss.
Ein Cyberangriff ist die vorsätzliche Störung oder Übernahme von IT-Systemen. Häufige Formen sind Ransomware (Verschlüsselung mit Erpressung), DDoS (Überlastung) und Angriffe über die Lieferkette. Trifft es kritische Infrastrukturen, fallen Behördendienste, Spitäler oder der Zahlungsverkehr aus. Privatpersonen sind dem nicht hilflos ausgeliefert: Offline-Backups, Zwei-Faktor-Authentisierung, Updates, Phishing-Erkennung und etwas Bargeld machen widerstandsfähig. In der Schweiz ist das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) die offizielle Melde- und Analysestelle des Bundes: Es veröffentlicht laufend Lageanalysen und nimmt Vorfallmeldungen entgegen.
Wie schütze ich mich vor einem Cyberangriff?
- Offline-Backups wichtiger Daten anlegen (3 Kopien, 2 Medien, 1 ausser Haus)
- Zwei-Faktor-Authentisierung aktivieren, starke und einmalige Passwörter nutzen
- Updates für Geräte und Programme zeitnah einspielen
- Phishing erkennen lernen (unerwartete Links, Anhänge, Zahlungsaufforderungen)
- Kleine Bargeldreserve bereithalten, falls der Zahlungsverkehr ausfällt
Häufige Angriffsarten – und was Sie konkret tun können
Fast alle Angriffe, die die Bevölkerung treffen, folgen wenigen wiederkehrenden Mustern. Wer sie erkennt, reagiert richtig.
- Phishing: gefälschte E-Mails oder SMS locken auf nachgemachte Login-Seiten. Nie Passwörter oder Kartendaten über einen Link aus einer Nachricht eingeben – die Adresse selbst eintippen und Zwei-Faktor nutzen.
- Ransomware: Schadsoftware verschlüsselt Ihre Daten und fordert Lösegeld. Gerät sofort vom Netz trennen, nicht zahlen (eine Zahlung stellt die Daten nicht sicher wieder her), aus einem Offline-Backup wiederherstellen und Anzeige erstatten.
- DDoS: eine Website oder ein Dienst wird durch Überlastung lahmgelegt. Als Nutzer können Sie nichts reparieren – abwarten, auf offizielle Kanäle ausweichen und angeblichen «Störungs-Hotlines» misstrauen.
- Support-Betrug am Telefon: angebliche Techniker wollen Fernzugriff oder Zahlungen. Keinen Fernzugriff gewähren, keine Codes nennen, auflegen und die Firma über die offizielle Nummer zurückrufen.
Während: bei einem Vorfall
- Betroffene Geräte vom Netz trennen
- Kein Lösegeld zahlen
- Vorfall melden: BACS und – bei Straftaten – die Polizei 117
- Auf offizielle Informationskanäle (Radio, Behörden) ausweichen
- Bei Ausfall des Zahlungsverkehrs die Bargeldreserve nutzen
Wie und wo melde ich einen Cybervorfall?
- Vorfall dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) über das Online-Meldeformular melden – auch als Privatperson und schon bei Verdacht
- Bei einer Straftat (Betrug, Erpressung, Identitätsdiebstahl) zusätzlich die Polizei über 117 alarmieren und Anzeige erstatten
- Beweise sichern, bevor Sie etwas löschen: Screenshots, verdächtige E-Mails, Absenderadressen und Zeitpunkte festhalten
- Betreiber kritischer Infrastrukturen unterliegen seit dem 1. April 2025 einer Meldepflicht: Cyberangriffe sind innert 24 Stunden dem BACS zu melden
Nachher: aufräumen
- Passwörter ändern, Konten und Kontobewegungen überwachen
- Systeme aus einem sauberen Backup wiederherstellen
- Aus dem Vorfall lernen: Backups und Schutzmassnahmen verbessern
- Phishing-Wellen im Nachgang grosser Störungen erwarten
Wo informiere ich mich laufend über die Cyber-Lage?
Das BACS ist die offizielle Melde- und Analysestelle des Bundes (früher NCSC, ursprünglich MELANI) und veröffentlicht laufend Lageanalysen für die Öffentlichkeit.
- BACS-Halbjahresbericht: fundierter Überblick über Bedrohungslage und aktuelle Angriffsformen in der Schweiz
- BACS-Wochenrückblick: kurze wöchentliche Zusammenfassung der gemeldeten Vorfälle
- Aktuelle Warnungen des BACS zu laufenden Phishing- und Betrugswellen auf ncsc.admin.ch
- Bei einer Grossstörung zusätzlich Alertswiss und Radio (UKW/DAB+) als netzunabhängige Informationskanäle nutzen
Was hilft bei einem Cyberangriff?
Der beste Schutz ist Vorbereitung im Alltag – die wichtigste «Ausrüstung» sind aktuelle Backups und gute Passwörter.
- Externe Festplatte/Datenträger für Offline-Backups (3-2-1-Regel)
- Passwort-Manager und Zwei-Faktor-App oder Hardware-Token
- Aktuelle Geräte mit eingeschalteten automatischen Updates
- Kleine Bargeldreserve in kleinen Noten
- Wichtige Kontakte und Konto-Hotlines auf Papier (falls digital nicht erreichbar)
Häufige Fehler
- Kein Backup – oder nur ein Backup, das ständig mit dem Gerät verbunden ist
- Dasselbe Passwort für viele Dienste, keine Zwei-Faktor-Authentisierung
- Auf Phishing-Links/Anhänge klicken oder Lösegeld zahlen
- Updates dauerhaft aufschieben
- Sich allein auf bargeldlose Zahlung verlassen
Häufige Fragen
Wo melde ich einen Cyberangriff in der Schweiz?
Zuständig ist das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS), das seit dem 1. Januar 2024 als eigenständiges Bundesamt besteht. Vorfälle melden Sie über das Online-Meldeformular des BACS – auch als Privatperson. Handelt es sich um eine Straftat, alarmieren Sie zusätzlich die Polizei über 117.
Wo finde ich verlässliche Informationen zur Cyber-Lage?
Beim BACS: Es veröffentlicht einen Halbjahresbericht zur Bedrohungslage, einen wöchentlichen Rückblick auf gemeldete Vorfälle und aktuelle Warnungen zu laufenden Phishing- und Betrugswellen. Bei einer Grossstörung informieren zusätzlich Alertswiss und das Radio.
Was ist der Unterschied zwischen Phishing, Ransomware und DDoS?
Phishing sind gefälschte Nachrichten, die Passwörter oder Kartendaten abgreifen. Ransomware verschlüsselt Ihre Daten und fordert Lösegeld. DDoS legt eine Website durch Überlastung lahm. Gegen die ersten beiden schützen Zwei-Faktor, Updates und Offline-Backups; bei DDoS hilft nur Abwarten und der Wechsel auf offizielle Kanäle.
Heisst die Behörde noch NCSC oder MELANI?
Die aktuelle amtliche Bezeichnung ist Bundesamt für Cybersicherheit (BACS). Früher hiess die Stelle NCSC (Nationales Cyber-Sicherheitszentrum), ursprünglich MELANI (Melde- und Analysestelle Informationssicherung). Die Website läuft weiterhin unter ncsc.admin.ch.
Offizielle Quellen
- Übersicht: Schutz bei Gefahren Alle Schutz-Anleitungen im Überblick
- BACS Bundesamt für Cybersicherheit: melden & schützen
- BACS-Meldeformular Cybervorfall online melden
- Polizei Bei Straftaten
- Szenario: Cyberangriff Hintergrund & Warnzeichen
- Anleitung: Bargeldreserve anlegen Wenn der Zahlungsverkehr ausfällt
- Anleitung: Stromausfall überstehen Grundvorsorge, wenn Netze ausfallen
- Anleitung: Dokumente sichern Wichtige Daten offline sichern
- Anleitung: Schockanruf abwehren Betrug am Telefon erkennen