Gefahr · Naturgefahr

Waldbrand

Verzichten Sie ab Waldbrand-Gefahrenstufe 4 auf jedes offene Feuer im Freien und beachten Sie kantonale Feuerverbote strikt. Entdecken Sie einen Brand, melden Sie ihn sofort mit möglichst genauem Standort. Bringen Sie sich quer zur Ausbreitungsrichtung in Sicherheit – nie hangaufwärts in Feuerrichtung – meiden Sie den Rauch und befolgen Sie Behördenanweisungen.

Ein Waldbrand ist die unkontrollierte Verbrennung von Wald, Gebüsch und Bodenstreu. Damit es brennt, braucht es drei Dinge: trockenes Brennmaterial, eine Zündquelle und meist Wind oder Hanglage, die das Feuer treibt. In der Schweiz sind die allermeisten Waldbrände menschlich verursacht – durch weggeworfene Zigaretten, schlecht gelöschte Feuer, Funkenflug oder Brandstiftung. Ein kleinerer Teil entsteht durch Blitzschlag; im Sommer ist dieser Anteil in den Alpen deutlich höher.

Besonders gefährdet sind die trockenen, föhngeprägten Regionen: das Wallis, das Tessin (vor allem der Sopraceneri und das Misox), Graubünden und die Föhntäler der Voralpen. Wie schnell sich ein Brand ausbreitet, hängt stark von der Gefahrenstufe ab: Bei tiefer Stufe bleibt es meist bei langsamen Bodenfeuern, bei sehr grosser Gefahr greifen Kronenbrände um sich und Funkenflug entzündet über grosse Distanzen neue Brände – ein solcher Brand ist kaum noch zu löschen.

Die Folgen reichen über den verbrannten Wald hinaus: Wird Schutzwald zerstört, fällt der natürliche Schutz vor Lawinen, Steinschlag und Murgängen weg – eine Folgegefahr für tiefer liegende Siedlungen, die über Jahre bestehen bleibt, bis der Wald nachwächst.

Risiko-Einstufung

Risiko · Mässig (Stufe 2 von 5)

Eintrittswahrscheinlichkeit: Mittel · Schadensausmass: Gering → Gesamtrisiko: Gering.

Risikomatrix: senkrecht die Eintrittswahrscheinlichkeit (oben hoch), waagrecht das Schadensausmass (rechts hoch). Die markierte Zelle zeigt die Einstufung dieser Gefahr.
Schadensausmass
Gering Mittel Hoch
Eintritts­wahrscheinlichkeit Hoch
Mittel Einstufung dieser Gefahr
Gering

Legende: Gering (grün) · Mittel (gelb) · Hoch (rot). Das Gesamtrisiko ergibt sich aus Eintrittswahrscheinlichkeit mal Schadensausmass.

Trockenheit, Hitze und Wind lassen Wälder rasch brennen – vor allem im Wallis, Tessin, in Graubünden und in Föhntälern. Feuerverbote und Gefahrenstufen ernst nehmen.

Sofortmassnahmen

  • Bei hoher Gefahrenstufe kein offenes Feuer im Freien
  • Feuer- und Grillverbote der Kantone strikt beachten
  • Brand sofort der Feuerwehr 118 melden

Warnanzeichen

  • Hohe gemeldete Waldbrand-Gefahrenstufe (3 erheblich, 4 gross, 5 sehr gross)
  • Anhaltende Trockenheit und Hitze, knochentrockene Streu und Vegetation
  • Starker, böiger Wind oder Föhnlage – treibt jedes Feuer rasch an
  • Rauchgeruch oder sichtbare Rauchsäule, Funkenflug, Glutnester
  • Behördliche Feuer- und Grillverbote (bei Stufe 4–5 oft absolut, inkl. offizieller Feuerstellen)

Vorher · Während · Nachher

Vorher

  • Aktuelle Waldbrand-Gefahrenstufe (1–5) und kantonale Verbote prüfen
  • Bei Stufe 4–5 (gross/sehr gross) auf jegliches Feuer im Wald verzichten
  • Zigaretten nie achtlos wegwerfen; Glut immer vollständig löschen
  • Fahrzeuge nicht über trockenem Gras abstellen (heisser Katalysator)

Während

  • Brand sofort melden: Feuerwehr 118, Standort möglichst genau angeben
  • Sich und andere aus der Gefahrenzone bringen – nie hangaufwärts in Feuerrichtung
  • Rauch meiden, quer zur Ausbreitungsrichtung flüchten
  • Anweisungen von Behörden und Feuerwehr befolgen, Sperrungen beachten

Nachher

  • Brandstelle und Glutnester meiden (Gefahr der Wiederentzündung)
  • Erst zurückkehren, wenn die Behörden die Gebiete freigeben
  • Nach Schutzwaldverlust auf erhöhte Lawinen-/Steinschlaggefahr achten

Das ist real passiert

  1. 2023 Waldbrand Bitsch/Ried-Mörel (VS)

    Im Juli 2023 verbrannten oberhalb von Bitsch rund 185 Hektaren; gut 200 Personen wurden evakuiert, im Grosseinsatz flogen mehrere Helikopter. Ausgelöst wurde der Brand durch Gewehrschüsse auf eine Stromleitung.

    Quelle
  2. 2022 Waldbrand Monte Gambarogno (TI)

    Nach extremer Wintertrockenheit breitete sich ein am 30. Januar 2022 ausgebrochener Brand am Monte Gambarogno auf rund 200 Hektaren aus; 58 Personen wurden evakuiert. Ausgelöst hatten ihn zwei Wildcamper.

    Quelle
  3. 2003 Waldbrand Leuk (VS)

    Im Hitzesommer 2003 brannten oberhalb von Leuk rund 300 Hektaren Wald, darunter wichtiger Schutzwald. Rund 300 Personen wurden evakuiert, die Löscharbeiten dauerten etwa drei Wochen – es war der grösste Waldbrand des Wallis seit Jahrzehnten.

    Quelle
  4. 2002 Waldbrand Gordevio (TI)

    Im Tessin zerstörte ein Waldbrand bei Gordevio rund 325 Hektaren und zeigte die hohe Waldbrandgefahr der Südschweiz.

    Quelle

Häufige Fragen

Wie bereite ich mich auf Waldbrandgefahr vor?

Prüfen Sie regelmässig die aktuelle Waldbrand-Gefahrenstufe (Skala 1–5) und die Verbote Ihres Kantons. Bei Stufe 4 und 5 verzichten Sie auf jegliches Feuer im Wald. Werfen Sie Zigaretten nie achtlos weg, löschen Sie Glut immer vollständig und stellen Sie Fahrzeuge nicht über trockenem Gras ab – ein heisser Katalysator kann es entzünden.

Wo besteht in der Schweiz die höchste Waldbrandgefahr?

Besonders gefährdet sind die trockenen, föhngeprägten Regionen: das Wallis, das Tessin (vor allem Sopraceneri und Misox), Graubünden und die Föhntäler der Voralpen. Die meisten Waldbrände in der Schweiz sind menschlich verursacht – durch weggeworfene Zigaretten, schlecht gelöschte Feuer oder Funkenflug; ein kleinerer Teil entsteht durch Blitzschlag, im Sommer in den Alpen häufiger.

Welche Folgen hat ein Waldbrand über den verbrannten Wald hinaus?

Wird Schutzwald zerstört, fällt der natürliche Schutz vor Lawinen, Steinschlag und Murgängen weg – eine Folgegefahr für tiefer liegende Siedlungen, die jahrelang bestehen bleibt, bis der Wald nachwächst. Nach einem Brand sind zudem Glutnester zu meiden, weil sie sich wieder entzünden können; kehren Sie erst nach behördlicher Freigabe zurück.

Offizielle Quellen