Hitze & Dürre
Trinken Sie über den Tag verteilt etwa 2 bis 3 Liter, meiden Sie die Mittagshitze und verlegen Sie Anstrengung in die kühlen Morgenstunden. Dunkeln Sie die Wohnung tagsüber ab und lüften Sie nachts. Lassen Sie nie Personen oder Tiere im Auto und achten Sie auf gefährdete Nachbarn.
Hitzewellen sind die tödlichste Naturgefahr der Schweiz — anders als Stürme oder Hochwasser wirken sie unsichtbar und über Tage. Betroffen sind vor allem ältere Menschen, Kleinkinder, chronisch Kranke und Personen, die im Freien arbeiten. Der Körper überhitzt, der Kreislauf wird überlastet.
Der Hitzesommer 2003 forderte in der Schweiz rund 1000 zusätzliche Todesfälle, der Sommer 2022 etwa 623 — Zahlen, die Stürme und Hochwasser weit übertreffen. Mit dem Klimawandel nehmen Häufigkeit und Intensität der Hitzewellen messbar zu.
Anhaltende Trockenheit verschärft zusätzlich die Waldbrandgefahr und kann zu Wasserknappheit führen. Die Schutzmassnahmen sind einfach, aber wirksam: trinken, kühlen, Mittagshitze meiden — und auf gefährdete Nachbarn achten.
Risiko-Einstufung
Eintrittswahrscheinlichkeit: Hoch · Schadensausmass: Mittel → Gesamtrisiko: Hoch.
| Schadensausmass | ||||
|---|---|---|---|---|
| Gering | Mittel | Hoch | ||
| Eintrittswahrscheinlichkeit | Hoch | Einstufung dieser Gefahr | ||
| Mittel | ||||
| Gering | ||||
Legende: Gering (grün) · Mittel (gelb) · Hoch (rot). Das Gesamtrisiko ergibt sich aus Eintrittswahrscheinlichkeit mal Schadensausmass.
Hitzewellen belasten Kreislauf und Infrastruktur; Trockenheit verschärft Wassermangel und Waldbrandgefahr.
Sofortmassnahmen
- Viel trinken, Mittagshitze meiden
- Wohnung früh kühlen, abdunkeln
- Feuerverbote strikt befolgen
Warnanzeichen
- MeteoSchweiz-Hitzewarnung Stufe 3 oder höher (Schwellen u. a. bei mehrtägiger hoher Tagesmitteltemperatur)
- Mehrere aufeinanderfolgende Tropennächte (Temperatur fällt nachts nicht unter ~20 °C — die Wohnung kühlt nicht mehr aus)
- Frühe Körpersignale: Kopfschmerzen, Schwindel, Muskelkrämpfe, dunkler Urin (Zeichen von Dehydrierung/Hitzebelastung)
- Erhöhte Waldbrand-Gefahrenstufe (waldbrandgefahr.ch), oft begleitet von Feuerverboten
- Behördliche Aufrufe zu Wassersparen bei anhaltender Trockenheit
Vorher · Während · Nachher
Vorher
- Hitzewarnungen von MeteoSchweiz abonnieren
- Wohnung nachts & früh morgens lüften
- Auf gefährdete Nachbarn achten
Während
- 2–3 Liter trinken, Alkohol meiden
- Anstrengung in die Morgenstunden legen
- Tagsüber abdunkeln, Hitze draussen lassen
- Nie Personen oder Tiere im Auto lassen
Nachher
- Feuerverbote weiter beachten – Böden bleiben trocken
- Wasserspar-Anordnungen der Gemeinde befolgen
Das ist real passiert
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2023 Späte Hitzewelle
Im August 2023 verzeichnete die Schweiz eine aussergewöhnlich lange, intensive Hitzewelle; an rund 20 Messstationen wurden neue August-Rekorde erreicht, in Genf 39,3 °C. Es war der drittwärmste Sommer seit Messbeginn 1864.
Quelle -
2022 Hitzesommer
Der zweitwärmste Sommer nach 2003 verursachte rund 623 Hitzetote; etwa 90 % der Opfer waren über 65 Jahre alt, eine Studie der Universität Bern führte rund 60 % auf den Klimawandel zurück.
Quelle -
2018 Dürresommer
Das Sommerhalbjahr 2018 war damals das wärmste seit Messbeginn 1864; verbreitet fiel nur rund die Hälfte des üblichen Niederschlags, was zu erhöhter Waldbrandgefahr und Wasserknappheit führte.
Quelle -
2015 Hitzesommer
Der zweitwärmste Sommer der damaligen Messgeschichte lag rund 2,4 °C über der Norm; die hitzebedingte Übersterblichkeit betrug etwa 5,4 %, was rund 800 zusätzlichen Todesfällen entsprach.
Quelle -
2003 Hitzesommer
Der heisseste Sommer seit Messbeginn forderte in der Schweiz rund 1000 zusätzliche Todesfälle; erstmals wurden über 40 °C gemessen.
Quelle
Häufige Fragen
Wie bereite ich mich auf eine Hitzewelle vor?
Abonnieren Sie die Hitzewarnungen von MeteoSchweiz. Lüften Sie Ihre Wohnung nachts und früh morgens und halten Sie sie tagsüber abgedunkelt. Achten Sie besonders auf gefährdete Nachbarn wie ältere oder kranke Menschen.
Woran erkenne ich eine beginnende Hitzebelastung?
Frühe Körpersignale sind Kopfschmerzen, Schwindel, Muskelkrämpfe und dunkler Urin als Zeichen von Dehydrierung. Warnend sind auch mehrere Tropennächte in Folge, in denen die Temperatur nicht unter rund 20 °C fällt und die Wohnung nicht mehr auskühlt.
Warum ist Hitze in der Schweiz so gefährlich?
Hitzewellen sind die tödlichste Naturgefahr der Schweiz; sie wirken unsichtbar über Tage. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kleinkinder und chronisch Kranke. Der Hitzesommer 2003 forderte in der Schweiz rund 1000 zusätzliche Todesfälle.
Offizielle Quellen
- MeteoSchweiz Hitzewarnungen
- BAG Gesundheit bei Hitze
- Waldbrandgefahr Aktuelle Stufen