Gefahr · Naturgefahr

Erdbeben

Ducken Sie sich, schützen Sie Kopf und Nacken und halten Sie sich unter einem stabilen Tisch fest, bis das Beben vorbei ist. Bleiben Sie drinnen, meiden Sie den Lift und Fenster; draussen halten Sie Abstand zu Gebäuden. In der Schweiz sind bis zu 20 Beben pro Jahr spürbar — rechnen Sie mit Nachbeben.

Erdbeben sind in der Schweiz häufiger, als viele denken — der Erdbebendienst (SED) registriert jährlich rund 1000 bis 1500 Beben, von denen aber nur etwa 10 bis 20 spürbar sind. Stark sind sie selten, aber nicht ausgeschlossen. Am stärksten exponiert sind das Wallis, die Region Basel, Graubünden und das St. Galler Rheintal.

Verletzungen entstehen fast immer durch herabfallende Objekte — Regale, Schränke, Mauerteile, Glas — nicht durch das Beben selbst. Deshalb sind das Sichern schwerer Möbel und die Regel „Ducken, Schützen, Festhalten" der wirksamste Schutz.

Das stärkste bekannte Beben Mitteleuropas ereignete sich 1356 in Basel und zerstörte die Stadt weitgehend. Ein vergleichbares Ereignis gilt heute als selten, aber möglich — die Vorsorge zielt darauf, im entscheidenden Moment richtig zu reagieren.

Risiko-Einstufung

Risiko · Mittel (Stufe 3 von 5)

Eintrittswahrscheinlichkeit: Gering · Schadensausmass: Hoch → Gesamtrisiko: Mittel.

Risikomatrix: senkrecht die Eintrittswahrscheinlichkeit (oben hoch), waagrecht das Schadensausmass (rechts hoch). Die markierte Zelle zeigt die Einstufung dieser Gefahr.
Schadensausmass
Gering Mittel Hoch
Hoch
Mittel
Gering Einstufung dieser Gefahr

Legende: Gering (grün) · Mittel (gelb) · Hoch (rot). Das Gesamtrisiko ergibt sich aus Eintrittswahrscheinlichkeit mal Schadensausmass.

Die Schweiz liegt in einer mässig aktiven Zone. Ein starkes Beben ist selten, aber möglich – Schäden entstehen vor allem durch Trümmer.

Sofortmassnahmen

  • Ducken, schützen, festhalten
  • Von Fenstern & Regalen weg
  • Nach dem Beben Gas & Strom prüfen

Warnanzeichen

  • Wichtig: Erdbeben sind NICHT vorhersagbar — es gibt keine zuverlässigen Vorboten und keine offizielle Vorwarnung
  • Spürbar wird ein Beben durch plötzliches Rütteln, Grollen, klirrende Fenster, schwankende Lampen
  • Nach einem ersten Beben ist mit Nachbeben zu rechnen (oft schwächer, aber gefährlich für beschädigte Gebäude)
  • Der SED veröffentlicht erfasste Beben in Echtzeit (seismo.ethz.ch) — relevant v. a. zur Einordnung nach einem Ereignis

Vorher · Während · Nachher

Vorher

  • Schwere Regale & Boiler an der Wand sichern
  • Keine schweren Gegenstände über Betten
  • Familien-Treffpunkt vereinbaren

Während

  • Drinnen: ducken, unter stabilen Tisch, festhalten
  • Nicht ins Freie rennen, Lift meiden
  • Draussen: Abstand zu Gebäuden & Leitungen

Nachher

  • Auf Nachbeben gefasst sein
  • Gas, Wasser & Strom prüfen, bei Schaden abstellen
  • Beschädigte Gebäude nicht betreten
  • Telefonnetz für Notrufe freihalten

Das ist real passiert

  1. 2023 Erdbeben Türkei/Syrien

    Das Beben der Magnitude 7,8 vom 6. Februar 2023 forderte über 60'000 Tote. Die Schweiz entsandte die «Rettungskette Schweiz» mit rund 80 Einsatzkräften; die Rettungshunde-Organisation REDOG ermöglichte mit 22 Mitgliedern und 14 Hunden die Bergung von 28 Lebenden.

    Quelle
  2. 2022 Erdbeben bei Mulhouse

    Am 10. September 2022 ereignete sich rund 15 km nördlich von Basel im benachbarten Elsass (F) ein Beben der Magnitude 4,7. Es war in weiten Teilen der Schweiz deutlich spürbar; der Schweizerische Erdbebendienst erhielt rund 11'000 Verspürtmeldungen.

    Quelle
  3. 2017 Erdbeben bei Linthal (GL)

    Am 6. März 2017 erschütterte ein Beben der Magnitude 4,6 die Region Linthal (GL); es war in der gesamten Deutschschweiz spürbar und eines der stärksten Schweizer Beben der jüngeren Vergangenheit. Schäden wurden keine gemeldet.

    Quelle
  4. 2013 Geothermie-Beben St. Gallen

    Eine Tiefenbohrung löste am 20. Juli 2013 ein spürbares Beben (Magnitude ~3,5) aus; das Geothermie-Projekt wurde daraufhin aufgegeben.

    Quelle
  5. 1946 Erdbeben im Wallis

    Das stärkste Schweizer Beben des 20. Jahrhunderts (Magnitude 5,8) bei Sierre forderte am 25. Januar 1946 vier Todesopfer und beschädigte rund 3500 Gebäude.

    Quelle
  6. 1356 Erdbeben von Basel

    Das stärkste historisch dokumentierte Beben Mitteleuropas (geschätzte Magnitude um 6,6) zerstörte am 18. Oktober 1356 grosse Teile Basels und zahlreiche Burgen im Umland.

    Quelle

Häufige Fragen

Wie bereite ich mich auf ein Erdbeben vor?

Sichern Sie schwere Regale, Schränke und den Boiler an der Wand und hängen Sie keine schweren Gegenstände über Betten. Vereinbaren Sie einen Familien-Treffpunkt, damit Sie sich nach einem Beben wiederfinden.

Warum entstehen bei Erdbeben die meisten Verletzungen?

Verletzungen entstehen fast immer durch herabfallende Objekte wie Regale, Schränke, Mauerteile oder Glas — nicht durch das Beben selbst. Deshalb schützen das Sichern schwerer Möbel und die Regel «Ducken, Schützen, Festhalten» am wirksamsten.

Was ist nach einem Erdbeben zu tun?

Rechnen Sie mit Nachbeben. Prüfen Sie Gas, Wasser und Strom und stellen Sie diese bei Schäden ab. Betreten Sie beschädigte Gebäude nicht und halten Sie das Telefonnetz für Notrufe frei.

Offizielle Quellen