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Notradio

UKW / DAB+

Im Ereignisfall informiert der Bund über Radio – notfalls über die geschützte Notfallradio-Infrastruktur (IBBK). Ein batteriebetriebenes Radio gehört deshalb in jeden Haushalt: Es ist der zuverlässigste Weg, offizielle Anweisungen zu erhalten.

ReichweiteLandesweit
LizenzKeine
StromKurbel/Batt.

So bist du bereit

  • Kurbel- oder Batterieradio besorgen
  • SRF 1 als Informationskanal kennen
  • Ersatzbatterien beim Radio lagern
  • Autoradio als Reserve einplanen

Warum ein netzunabhängiges Radio unverzichtbar ist

Bei einem Strom- oder Mobilfunkausfall fällt fast jede Kommunikation aus – aber der Rundfunk bleibt. Über Radio erreichen die Behörden die Bevölkerung auch dann noch flächendeckend mit Anweisungen, wenn Internet und Handynetz längst tot sind. Genau dafür braucht es ein Gerät, das ohne Steckdose läuft: ein Batterie-, Kurbel- oder Solarradio.

Der Bund betreibt für genau diesen Fall die geschützte Notfallradio-Infrastruktur IBBK („Information der Bevölkerung durch den Bund in Krisenlagen“). Sie nutzt gehärtete UKW-Sender, deren Signal sogar in Kellern und Schutzräumen empfangbar ist – ein wesentlicher Grund, warum UKW/FM trotz DAB+ weiterhin wichtig bleibt.

  • Ein Radio mit eigener Stromquelle ist die zuverlässigste Einweg-Informationsquelle im Ereignisfall.
  • Kurbelradios laden oft auch das Handy per USB – praktisch, aber das Radio bleibt der Kernzweck.
  • Das Autoradio ist eine brauchbare Reserve, kostet aber Treibstoff und bindet dich ans Fahrzeug.

UKW, DAB+ und der Umbruch in der Schweiz

Die Schweiz steckt mitten im Umstieg von UKW auf DAB+. Die SRG hat ihre UKW-Sender Ende 2024 abgeschaltet, DAB+ ist der offizielle digitale Standard. Privatradios senden aber weiterhin auf UKW: Das Parlament hat das ursprünglich geplante UKW-Verbot gekippt, und das BAKOM vergibt neue UKW-Konzessionen für die Zeit ab 2027. Ein fixes Abschaltdatum für UKW gibt es derzeit nicht.

Für die Vorsorge heisst das: Ein Gerät, das sowohl DAB+ als auch UKW/FM empfängt, ist in der Übergangszeit die sicherste Wahl. DAB+ liefert die meisten Programme, UKW bleibt die Rückfallebene – und das Notfallradio des Bundes sendet ohnehin auf UKW.

  • DAB+: digitaler Standard, klare Empfangsqualität, Hauptverbreitung der Radioprogramme.
  • UKW/FM: von der SRG verlassen, von Privatsendern und dem Bundes-Notfallradio weiter genutzt – darum nicht verzichtbar.
  • Für Einsteiger: Kauf ein Kombigerät mit DAB+ UND UKW, am besten mit Kurbel/Batterie – dann bist du in jeder Phase des Umbruchs versorgt.
  • Experten-Tipp: Mach am Gerät einmal einen vollständigen Sendersuchlauf (DAB+ und UKW) und notiere dir deine wichtigsten Info-Sender samt Frequenz/Kanal – im Ernstfall willst du nicht erst suchen.

Welche Sender und Frequenzen?

Der wichtigste Informationssender im Ereignisfall ist in der Deutschschweiz Radio SRF 1. Über die erste SRG-Senderkette jeder Sprachregion (SRF 1, RTS La Première, RSI Rete Uno) verbreiten die Behörden amtliche Mitteilungen; SRF 1 sendet zudem täglich Regionaljournale mit lokalen Nachrichten.

Eine einzige, allgemeingültige Liste „der“ UKW-Frequenzen pro Ort gibt es nicht zum Auswendiglernen – die Frequenz hängt von deiner Region ab, und durch die laufende Neuvergabe ändern sich Zuteilungen. Die einzige amtliche Quelle ist das BAKOM (Liste der Schweizer UKW-Sender und Senderstandort-Karte). Verlass dich deshalb auf den Sendersuchlauf deines Geräts und – ganz wichtig – notiere deine Sender vorab.

  • Notiere dir jetzt (nicht erst im Notfall): deine regionale SRF-1-UKW-Frequenz sowie den DAB+-Kanal/Sendernamen deines Info-Senders.
  • Führe den Zettel beim Radio mit – Suchläufe brauchen Zeit und Strom, ein notierter Sender spart beides.
  • Offizielle UKW-Senderliste und Standortkarte: BAKOM (bakom.admin.ch). Andere Listen (Wikipedia, radiomap.eu) sind nicht amtlich.
  • Für Einsteiger: Stell SRF 1 als ersten Senderplatz/Stationstaste ein.
  • Experten-Tipp: Hinterlege deine regionale SRF-1-UKW-Frequenz auch im Autoradio und auf einem Reservegerät – das IBBK-Notfallradio sendet im Ereignisfall genau auf dieser Frequenz.

Alertswiss und die offiziellen Warnkanäle

Neben dem Radio betreibt der Bund mit den Kantonen Alertswiss – die offizielle Warn-App und Website (alert.swiss) des BABS. Sie liefert Meldungen in drei Stufen: Alarm, Warnung und Information, mit Ort, Auswirkung und konkreten Verhaltensanweisungen.

Alertswiss und Radio ergänzen sich: Die App warnt schnell aufs Smartphone, das netzunabhängige Radio bleibt die Rückfallebene, wenn Strom und Mobilfunk ausfallen. Im Ernstfall gilt: Radio einschalten und den behördlichen Anweisungen folgen.

  • Alertswiss-App (gratis, iOS/Android) und alert.swiss als offizielle Warnquelle einrichten.
  • Bei Sirenenalarm: Radio einschalten und auf Anweisungen warten.
  • Für Einsteiger: App installieren und einmal die Funktionen ansehen, bevor du sie brauchst.
  • Experten-Tipp: Verlass dich nicht allein auf die App – bei Blackout ohne Mobilfunk bleibt das Radio dein einziger verlässlicher Kanal.

Gut zu wissen

  • Bei Sirenenalarm gilt: Radio hören
  • DAB+ ist der digitale Rundfunkstandard der Schweiz. Die SRG sendet seit Ende 2024 nicht mehr auf UKW – private Sender und das Notfallradio des Bundes nutzen UKW aber weiterhin.
  • Alertswiss ergänzt das Radio, ersetzt es aber nicht

Weiterführende Quellen

→ Passende Notfunk-Frequenzen ansehen